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Kultur

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Schweiz | 16.09.2013

Der Nachhall des Festvivals

luzern. Mit dem 27. Sinfoniekonzert ist das Lucerne Festival gestern zu Ende gegangen. Die Jubiläumsausgabe war vielfältig und erfolgreich. Zu den unvergesslichen Erlebnissen werden viele auch das Konzert des Philharmonia Orchestra vom Freitag zählen.

Insgesamt 130 Veranstaltungen standen auf dem Programm: Lucerne Festival hat sich längst zu einer grossen Regatta der im weitesten Sinne klassischen Musik entwickelt, und neben den Flaggschiffen der grossen Sinfoniekonzerte und Rezitals von Stars der Klassikszene segelt da manches mit: Attraktiv setzt sich zeitgenössische Musik in Szene, und intensiv sucht das Festival auch das breite Publikum mit ins Boot zu nehmen. Das Weltmusik-Festival auf der Strasse gehört schon länger dazu. Neu war dieses Jahr das «40min»-Format, elf kurze Gratiskonzerte, von denen der grösste Teil vor restlos vollem Saal gegeben werden konnten. Auch bei den teuren grossen Konzerten war der Saal oft ausgebucht, 85 000 Besucher zählte das Festival insgesamt. Der Jubiläumstag mit zahlreichen Veranstaltungen wird in Luzern in besonderer Erinnerung bleiben, 11 500 Gratistickets wurden ausgegeben – mit seinen 75 Jahren zeigte sich das Festival überraschend spontan und frei von Seniorenallüre, die auf Alterswürde pocht. 

«Viva la Revolución!» hat sich das Festival zum Geburtstag ja auch auf die Fahne geschrieben – ein Motto, das als programmatische Klammer gedacht ist und wie auch in den vergangenen Jahren diese Aufgabe nicht im strengen Sinn wahrnehmen kann. Wie sollte es auch bei dieser Grösse des Festivals und der konzeptuellen Vielfalt, geprägt auch von reisenden Künstlern, die mit ihren eigenen Programmen unterwegs sind. Radikale Musik, die in dieses Licht gerückt werden konnte, gab es aber durchaus, Musik, die einst das konservative Publikum aufschreckte, nicht gerade Revolution, aber immerhin Skandal machte – und heute als grosse Attraktion die Konzertsäle füllt: Wenn die Bamberger Symphoniker ­Richard Wagners 16-Stunden-«Ring», wenn die Berliner Philharmoniker «Le Sacre du printemps» von Strawinsky, wenn das Budapest Festival Orchestra Bartóks «Wunderbaren Mandarin» spielen, lärmt auch heute das Publikum – vor Begeisterung, nachdem es bis zum letzten Ton still gelauscht hat. 

Revolutionäre Musik? 

«Ein ganzer Beethoven steckt in diesem Franzosen. Aber toll zum Anbinden», meldet Ludwig Börne nach Deutschland, als er 1830 die «Symphonie fantastique» gehört hatte. Auch Hector Berlioz (1803–1869), der Feuerkopf, der die musikalische Romantik auf ihren ersten Gipfel trieb, war als Künstler durchaus Revolutionär und sprengte musikalische Grenzen, innovativ, was die Behandlung des Orchesters betraf und auch die Behandlung oder Missachtung musikalischer Gattungen: Als «Dramatische Sinfonie mit Chören, Gesangssoli und einem Prolog in Chorrezitativ» bezeichnete er sein op. 17 «Roméo et Juliette» von 1839, ein Werk nicht eigentlich nach, sondern über Shakespeares Drama. 

Der formalen Komplexität entspricht diejenige des Umgangs mit dem Drama. Das aufwendige Werk ist Reflex der Shakespeare-Begeisterung und damit involviert der Begeisterung für die englische Schauspielerin Henriette Smithson. Berlioz sieht sie als Ophelia und Julia im Theater, verliebt sich und heiratet sie. Oder Julia? Mit Shake­speares Poesie, die er als «secret su­prême» feiert, lebt er zugleich die intime fixe Idee seiner frühen ersten Liebe aus – der «Stella montis» gilt auch die letzte –, und eine fixe Idee, das kanta­ble Liebesthema, spielt auch die zentrale musikalische Rolle in «Roméo et ­Juliette» – ekstatisch in der «Scène d’amour», in irrwitziger Verzerrung im Scherzo. 

Das faszinierende Werk war am Freitag mit dem Philharmonia Orchestra, dem Philharmonischen Chor der Stadt Bonn, den Solisten Christianne Stotijn, Paul Groves und Gerald Finley unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen zu erleben, eine Aufführung, die mit zupackendem Schwung und Feinschliff, mit Behutsamkeit und Klangpracht begeisterte. Vom Dirigenten ging die bezwingende expressive Kraft aus, aus der das scheinbar heterogene Werk im Geist seines Schöpfers zur souveränen Form findet. Instrumentale Virtuosität ist dabei ein zentraler Faktor, und was das Orchester leistete, kompakt und federnd präzis, aber auch der stimmgewaltige Chor und mit grosser Prä­gnanz die Solisten, bleibt unvergesslich. 

Unvergesslich: Lucerne Festival bietet immer wieder, und dafür war dieses Konzert ein Beispiel, Mustergültiges. Für die geschriebene, auf Interpretation angewiesene Musik, verbindet sich mit diesem Etikett zwar nichts Endgültiges, aber immerhin Weiterwirkendes. Das hat seine schwer zu fassende subjektive Seite. Aber es gibt auch den objektiven Nachhall des Saals mit den vom Radio aufgezeichneten und später gesendeten Konzerten, und es gibt die CDs und DVDs aktueller Produktionen. 

Nachhall 

Damit rückt auch der grössere Zeithorizont in den Blick. In Zusammenarbeit mit dem Label Audite bringt «Lucerne Festival – Historic Performances» Konzertmitschnitte aus früheren Zeiten her­aus, als das Festival noch Interna­tionale Musikfestwochen Luzern hiess. Das verspricht eine sehr schöne Reihe zu werden. Das Philharmonia Orches­tra machte den Auftakt. Unter der Leitung von Otto Klemperer, Chefdirigent 1959–1973, begleitete es 1959 in Luzern Clara Haskil in einer Aufführung von Mozarts Klavierkonzert in d-Moll KV 466. Aus dem Jahr 1959 lässt sich auf derselben CD Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 wieder hören. Die Wiener Philharmoniker musizierten unter der Leitung von Dimitri Mitropoulos mit Robert Casadesus. Weitere Konzertmitschnitte mit legendären Interpreten und Dirigenten liegen vor: Isaac Stern, Ernest Ansermet, Georg Szell. 

www.audite.de 

Herbert Büttiker
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