Wählen Sie Ihren News-Mix:
Meine Haustüre
International
Region
  • Winterthur Stadt
    • Stadtzentrum
    • Oberwinterthur
    • Seen
    • Töss
    • Wülflingen
  • Winterthur Land
    • Altikon
    • Bertschikon
    • Brütten
    • Dägerlen
    • Dättlikon
    • Dinhard
    • Ellikon
    • Hettlingen
    • Neftenbach
    • Pfungen
    • Rickenbach
    • Seuzach
    • Wiesendangen
  • Eulachtal
    • Aadorf
    • Elgg
    • Elsau
    • Hagenbuch
    • Hofstetten
    • Schlatt
  • Tösstal
    • Bauma
    • Sternenberg
    • Turbenthal
    • Wila
    • Wildberg
    • Zell
  • Kreis Andelfingen
    • Adlikon
    • Andelfingen
    • Henggart
    • Humlikon
    • Kleinandelfingen
    • Thalheim a. d. Th.
  • Stammertal/Ossingen
    • Oberstammheim
    • Ossingen
    • Truttikon
    • Unterstammheim
    • Waltalingen
  • Weinland Nord
    • Benken
    • Dachsen
    • Feuerthalen
    • Flurlingen
    • Laufen-Uhwiesen
    • Marthalen
    • Rheinau
    • Trüllikon
  • Flaachtal
    • Berg am Irchel
    • Buch am Irchel
    • Dorf
    • Flaach
    • Volken
  • Effretikon und Umgebung
    • Illnau-Effretikon
    • Kyburg
    • Lindau
    • Russikon
    • Weisslingen
  • Embrachertal und Unterland
    • Bassersdorf
    • Embrach
    • Freienstein-Teufen
    • Lufingen
    • Nürensdorf
    • Oberembrach
    • Rorbas
  • Thurgau
    • Aadorf
    • Gachnang
    • Neunforn
  • Alle Themen
    • Politik
    • Wirtschaft
    • Sport
    • Kultur
    • Vermischtes
    • Gesellschaft
Artikel weiterempfehlen

Schliessen









Kultur

facebook

Zürich | 25.04.2014

Minimale Geste, starke Emotion

Das Ballett Zürich eröffnete erstmals das Tanzfestival Steps, das bis Mitte Mai an dreissig Orten präsent ist. Die Premiere von «Notations» im Opernhaus mit Uraufführungen von Wayne McGregor, Christian Spuck und zumal Marco Goecke begeisterte.

  • «Deer Vision» von Marco Goecke zeichnet ergreifende, moderne Menschenbilder. Bild: pd (pd)


Wayne McGregor und Marco Goecke ar­bei­te­ten mit ihren eigenwilligen Bewegungssprachen erstmals am Opernhaus. Das Programm wurde für das Migros-Kulturprozent-Tanzfestival Steps konzipiert. Dank der gesamtschweizerischen Ausrichtung von Steps gastiert die Kompanie kurz nach der Premiere mit den neuen Werken in der Romandie. Im Opernhaus wird selbstverständlich zu Live-Musik getanzt. Die Philharmonia Zürich unter der Leitung von Michael Zlabinger unterstützt die Lebendigkeit der tänzerischen Interpretation, die sehr überzeugend wirkt. Können und Einsatz sind gleichermassen grossartig. Das Ballett Zürich und die Junior Company zählen zwar zusammen 50 Mitglieder. Trotzdem ist ein grosser Teil der Tänzerinnen und Tänzer an mehr als nur einer der Uraufführungen beteiligt. Juliette Brunner, Katja Wünsche und Jan Casier tanzten stilsicher sogar in allen dreien.

Einheitlich und unberechenbar

In McGregors «Kairos» verändern die Körper ihre leichte Spannung kaum; sie scheinen durchlässig für gleichzeitig unabhängig voneinander wirkende Ener­gie­­ströme. Sie rollen und schlingern, verdrehen sich spiralig, drängen vor. Dabei wird der unaufhaltsame, schnelle Bewegungsfluss von noch schnelleren gegenläufigen Impulsen überlagert und von unerwarteten Akzentsetzungen unterlaufen. Oder er schlägt plötzlich in kantige Härte um. Fragmente klassischen Tanzes schaffen sich Raum. Tempowechsel erzeugen den Eindruck von Risiko. In der Kontinuität lauert ständig das Unerwartete, was aber keine Furcht, sondern Gelassenheit und Offenheit signalisiert. Der entscheidende Zeitpunkt – Kairos – kann sich jederzeit ereignen,

McGregors Choreografie verfolgt das gleiche Konzept wie die Musik von Max Richter. In «Vivaldi recomposed» benutzt dieser Material aus den «Vier Jahreszeiten», vereinfacht es und schichtet es übereinander, bald komplex, bald eintönig. Das entsprechende Verfahren verfeinert der Grafik- und Fotokünstler Idris Khan für die Bühne.

Szenisch und sprachlich

Christian Spucks «Sonett» bezieht sich auf Shakespeares Sonette und ihre Adressaten. Der Autor oder sein Schatten ist präsent in der Gestalt der Schauspielerin Mireille Mossé. Der bildschöne Jüngling wird als Gemälde sichtbar. Und die Dunkle Lady trägt ein barockes Kostüm, unter dem sie «Shake-

speare» am Ende verschwinden lässt. Verse werden auf Deutsch und Französisch rezitiert, sodass Sprache kurze Zeit Mozarts Musik für Glasharmonika und dann den 1. Satz aus der 8. Symphonie von Philip Glass überblendet.

Spuck liebt Stoffe, über die es mehr Geheimnisse als gesichertes Wissen gibt. So gestaltet er eine zeitlich mehrdeutige Szenerie mit Tanzszenen eines 23-köpfigen En­sem­bles, in denen nur die Form des Sonetts klar erfassbar ist. Das Reimschema übersetzt er in Bewegungszeichen, was aber auch bei grösster Aufmerksamkeit beim einmaligen Sehen im Detail nicht zu verstehen ist.

In Marco Goeckes «Deer Vision» tauchen Wesen auf, die meist auf dem Boden bleiben, im Oberkörper wie von elektrischen Schlägen getroffen werden, in Konvulsionen ausbrechen oder erzittern. Rasend schnell und oft staccatoartig fragmentiert sind die Bewegungen der Arme und Hände. Die Bewegungen breiten sich von irgendeinem Punkt in äusserst präzis akzentuierte, minime gestische Formen aus, werden beschleunigt wiederholt und laufen in Varianten aus oder enden abrupt.

Überwältigendes Tanzwerk

Es sind Mischwesen, die da einzeln oder gemeinsam auftauchen und verschwinden. Goecke schuf eine auf die Spitze getriebene minimalistische Choreografie, deren Formgebung das Getriebene, Ausgelieferte der menschlich-tierischen Figuren thematisiert und eine immense emotionale Bewegtheit beinhaltet. Schrecken ist der vorherrschende Ausdruck. Seltene beruhigte Momente prägen sich ein: ein überwältigendes Tanzwerk, das in düsteren Nebelschwaden, an einem Ort ohne Durchblick und Übersicht spielt. Schönbergs «Verklärte Nacht» verstärkt die Gefühlsintensität zusätzlich. Hoffentlich ist die nächste Gastchoreografie des herausragenden Künstlers schon geplant!

«Notations», Am Opernhaus bis am 29. Juni, Gastspiele mit Steps in Genf, Mézières und Neuenburg. 

www.steps.ch

Ursula Pellaton
Leserkommentare:

Ihre Meinung ist uns wichtig. Schreiben Sie einen Kommentar.

Kommentar schreiben

 

Leserkommentare

Aktuell keine Kommentare vorhanden

Agenda

Bildgalerien

Blogs

Dossiers

Sommerwettbewerb

In diesem Jahr dreht sich in unserem Fotowettbewerb alles um die Gartenstadt. Hier geht's zum Wettbewerb

GARTEN-BLOG

Gartenarbeit und Kinderbetreuung: Warum man es unterlassen sollte, die beiden Aufgaben miteinander zu vermischen. Zum Blog.

Anzeige

Baustellenkarte

Kleinanzeige
IDEEN FÜR DIE FREIZEIT