«Kleiner starker Panda» ist ein hübsch 3-D-animierter, kindergerechter und leise umweltbewusster Trickfilm – gedreht in Europa, aber nicht ohne Seitenblicke auf Disney.
Die Zukunft des Kinos ist digital und zu vermuten auch dreidimensional. Was sich nirgendwo klarer abzeichnet als da, wo es ums jüngste Kinopublikum geht: Hollywood produziert heute kaum mehr Kindertrickfilme, die nicht (auch) in 3-D daherkommen. Die Zahlen der Eintritte bestätigten die Bemühungen: Letztes Jahr hat Disney selbst mit dem Jahrzehnte nach seinem Erscheinen auf 3-D aufgemotzten «Lion King» erstaunliche Erfolge erzielt. Dass solches beobachtend auch europäische Produktionsfirmen auf den Trend aufspringen und ihr Scherflein einzustreichen versuchen, versteht sich: «Little Big Panda», oder eben «Kleiner starker Panda», ist ein hübsch 3-D-animiertes, belgisch-spanisch-deutsch co-produziertes Trickfilmabenteuer, dessen Titel unverhohlen auf die «Kung Fu Panda»-Filme verweist und das auch sonst augenfällig an den Filmen von Disney und DreamWorks anlehnt. Was notabene so schlecht gar nicht ist.
Erzählt wird die Geschichte des Pandabuben Manchu. Dieser lebt mit seiner Mutter und deren Clan – der Vater fiel vor Manchus Geburt den Jägern zum Opfer – idyllisch in einem Bambushain irgendwo in China. Abgesehen davon, dass er ausgesprochen neugierig Fragen stellt, die kein Erwachsener beantworten kann oder will, ist Manchu ein putziger Tollpatsch, wie alle anderen Pandakinder. Tatsächlich aber ist er auserkoren, sein Volk zu retten, und wird von den Geistern seiner Vorfahren auf Schritt und Tritt überwacht.
Dicke Freundschaft
Eines Tages verirrt sich Manchu in den endlosen Wäldern. Hier begegnet er dem ängstlichen Leopardenmädchen Jung Fu und dem vorlauten Roten Panda Konfuzius. Die drei schliessen Freundschaft, tollen zusammen durch die Gegend und erreichen schliesslich eine Lichtung, auf der Menschen mit riesigen Maschinen Bäume roden. Noch bevor das Trio kapiert, was hier geschieht, bricht oben am Berg der Damm eines Stausees und dessen Fluten beginnen sich tobend ins Tal zu ergiessen. Nun begreift Manchu blitzschnell. In wilder Jagd rast er nach Hause und mit Hilfe seiner Freunde gelingt es ihm, sein Volk aus der Gefahrenzone hinweg in eine neue Heimat zu führen.
Farbenfroh kommt der von Greg Manwaring und Michael Schoemann inszenierte Film daher. Die Dialoge sind pointiert und witzig, die Situationen gern komisch. Es gibt einige tolle Verfolgungsjagden und verspieltes Geplänkel. Ein sich spaltender Gletscher und die darauf folgende, wilde Schlittenfahrt verweisen auf «Ice Age», anderes – wie das einem Schmetterling nachtanzende Bärenbaby – verweist auf frühe Disney-Filme wie «Bambi». Mit seinen beiläufigen Ökobotschaften und Bezügen zur Gegenwart – etwa in den Figuren der im Klitschko-Slang sprechenden, rauflustigen Berggorillas, ist «Little Big Panda» ein hübsch-kindergerechter Trickfilm, der auch Erwachsenen einiges an Unterhaltung bietet.
irene genhart
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