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Politik

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Schweiz | 12.09.2011

Räte können sich bei Managed Care nicht einigen

Auch in der dritten Beratungsrunde haben sich National- und Ständerat nicht einigen können, wie die Bevölkerung davon überzeugt werden soll, sich einem integrierten medizinischen Versorgungsnetz anzuschliessen. Gesundheitsminister Didier Burkhalter hofft nun auf die Einigungskonferenz.

  • Keine sonnigen Aussichten für Gesundheitsminister Burkhalter bei der dritten Beratungsrunde zum Managed-Care-Modell

Seit 2009 ringen die Räte darum, ob die Versicherten mit positiven oder negativen Anreizen in sogenannte Managed-Care-Modelle gelockt werden sollen. Mit 98 zu 54 Stimmen hielt der Nationalrat am Montag daran fest, dass er dieses Ziel einzig mit der Androhung eines höheren Selbstbehalts erreichen will.

So sollen Normalversicherte künftig 20 Prozent Selbstbehalt bezahlen. Nur wer sich Managed Care anschliesst, soll wie heute 10 Prozent bezahlen.

Der Ständerat möchte nicht nur mit der Peitsche drohen. Er will auch mit Zuckerbrot locken, indem Managed-Care-Versicherte künftig nur noch 7,5 Prozent Selbstbehalt bezahlen sollen. Für alle anderen würde der Selbstbehalt auf 15 Prozent angehoben.

Bürgerliche Politiker lasteten das Ausbleiben eines Kompromisses auch den linken Parteien an. Da das Referendum von Links festzustehen scheine, müsse nun nach sachlichen und nicht nach referendumstaktischen Kriterien entschieden werden. Unter diesem Blickwinkel müsse das Ständeratsmodell abgelehnt werden, da es die Krankenversicherung weniger entlaste als das Nationalratsmodell.

Von Managed Care wird gesprochen, wenn sich Leistungserbringer - etwa Hausärzte, Spezialärzte und Physiotherapeuten - zum Zweck der Koordination der medizinischen Versorgung zusammenschliessen. Patienten geben dabei die freie Arztwahl auf.

Von diesen Modellen versprechen sich die Gesundheitspolitiker straffere Behandlungsprozesse, eine höhere Behandlungsqualität und geringere Kosten, letzteres unter anderem weil die am Netzwerk beteiligten Leistungserbringer Budgetmitverantwortung übernehmen müssen.

Heute sind nur 10 Prozent der Versicherten Mitglied eines solchen Netzwerks. Nach dem Willen der Gesundheitspolitiker sollen es mittelfristig aber 60 Prozent sein.

(sda)

sda
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