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Gesellschaft

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Trüllikon | 08.10.2011

Seit 50 Jahren eine eigene Halle

TRÜLLIKON. Der Reitbahnverein Trüllikon (RBV) sorgt für den Unterhalt der vereinseigenen Reithalle und des Reitplatzes im Langenmoos. Ebenso wichtig sind die Kameradschaft zwischen den Mitgliedern und die Beziehung zu den Pferden.

  • Quelle:MARC DAHINDEN

«Wer reitet, sitzt nicht einfach passiv auf dem Pferd, sondern der Reiter nimmt die Bewegungen des Tieres auf, gibt ihm Hilfen und versucht, mit dem Pferd möglichst eins zu werden.» Vereinspräsident Markus Boll ist leidenschaftlicher Reiter, genau wie alle anderen Mitglieder des Reitbahnvereins. «Das Pferd wird dabei durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung gelenkt», erklärt er weiter. Und der Reitsport sei der wohl emanzipierteste Sport überhaupt: Ausser beim Voltigieren gebe es keine Geschlechtertrennung. Frauen und Männer treten völlig gleichgestellt gegeneinander an.

Dass die Reiterinnen und Reiter in Trüllikon ihrem Hobby nachgehen können, verdanken sie einigen initiativen Pferdefreunden aus der Region, allen voran Jack Rüeger, die sich im März 1960 im Restaurant Ochsen in Trüllikon zur Gründungsversammlung des Reitbahnvereins trafen. «Sie hatten schon während einiger Zeit die Vision einer Reithalle in Trüllikon verfolgt», blickt Markus Boll zurück. Und so wurde ein geeignetes Landstück gesucht. Nach der Klärung diverser rechtlicher Fragen – unter anderem gab es Einsprachen des Heimatschutzes – fiel der Entscheid, die Halle auf dem Grundstück der Familie Hablützel bei der Siedlung Krähenbuck im Baurecht zu erstellen. Für die Finanzierung hatten 90 Mitglieder für total 31 700 Franken Anteilscheine gezeichnet. Die Bau- offerte betrug 50 000 Franken.

Das Land gekauft

Schon im Oktober 1960 konnte mit dem Aushub begonnen werden und im Januar 1961 wurde der Reitbetrieb aufgenommen. Dies auch deshalb, weil die Vereinsmitglieder engagiert mitgearbeitet hatten.

In diese Zeit fällt auch der Beschluss der Reiterinnen und Reiter, jeweils im Herbst einen Geländeritt durchzuführen, zum ersten Mal Anfang Oktober 1961. Es waren 62 Pferde gemeldet. Der Reingewinn der Veranstaltung betrug gut 1100 Franken. «Die Entwicklung des Vereins verlief äusserst erfolgreich», freut sich Markus Boll rückblickend. Die Anzahl der Hallenbenutzer stieg stetig an. «Während der Wintersaisons herrscht jeden Abend ein reger Reitbetrieb. Es finden auch regelmässig Kurse und Reitübungen statt. Und jeweils im Oktober organisieren wir bis heute ein Herbstspringen mit Geländeritt.» Einige Jahre standen auch Ponyspringen und sogar Ponyrennen auf dem Programm.

2004 war das nächste wichtige Jahr in der Vereinsgeschichte. Nachdem der Baurechtsvertrag abgelaufen war, konnte sich der Verein mit der Familie Hablützel über den Kauf der Parzelle einigen, auf der die Halle steht. «Der Verein stand finanziell gut da, sodass man sich diesen Handel leisten konnte», sagt Vereinsaktuarin Tanja Vollenweider. Im selben Jahr konnte der RBV auch den Springplatz samt Sandbahn hinter der Halle erwerben, der dem ersten Präsidenten Jack Rüeger gehörte. «Dies alles war für unseren kleinen und gesunden Verein nur möglich, weil Vorstand und Mitglieder in den Jahren zuvor umsichtig und wirtschaftlich erfolgreich zusammengearbeitet hatten», betont Tanja Vollenweider.

Stabile Mitgliederzahlen

«Nach wie vor setzen wir uns dafür ein, unseren Hallen- und Platzbenutzern eine intakte Infrastruktur bereitzustellen, die bestehende Anlage zu pflegen und zu erhalten», blickt Markus Boll zuversichtlich in die Zukunft. «Wir möchten aber auch den Verein weiterentwickeln und vor allem die Kameradschaft zwischen den Mitgliedern und die Beziehung zu ihren Pferden fördern.» Die Mitgliederzahlen sind stabil, die Zahl der Reiterinnen und Reiter, die die Anlage regelmässig benützen, wächst. Um Mitglied zu werden muss man im Übrigen kein eigenes Pferd besitzen.

Morgen Sonntag haben Reitfreunde Gelegenheit, sich ein Bild vom Betrieb auf der Trülliker Reitbahn zu machen: Das traditionelle Herbstspringen wird auch heuer durchgeführt.

www.rbv-trüllikon.ch

CHRISTIAN LANZ
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