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Schweiz | 09.11.2011

Toter Delfin im Connyland löst erneut heftige Kritik aus

Nach dem unerwarteten Tod eines Delfinmännchens ist das Connyland erneut heftiger Kritik ausgesetzt. Neben deutschen Tierschutzorganisationen meldet sich auch der Schweizer Tierschutz zu Wort und fordert ein Einfuhrverbot von Walartigen ins Binnenland Schweiz.

  • Der Delfin könnte an den Folgen einer Technoparty gestorben sein (Archiv)

Im Freizeitpark Connyland in Lipperswil ist am Dienstag das achtjährige Delfinmännchen Shadow verendet. Für die deutschen Tierschutz-Organisationen ProWal und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) steht Shadows Tod in Zusammenhang mit einer Technoparty von Ende Oktober, bei welcher die Tiere extremen Lärmbelastungen ausgesetzt seien. ProWal und WDSF üben Kritik am Veterinäramt des Kantons Thurgau, denn dieses hatte die Technoparty im Connyland-Château nicht untersagt.

Die deutschen Tierschutz-Organisationen fordern eine Obduktion des Delfins und eine Veröffentlichung des Ergebnisses der Untersuchung, wie es im Communiqué heisst. Gemäss ProWal und WDSF sind im Connyland in den drei vergangenen Jahren sieben Delfine verendet.

Der Freizeitpark selbst teilte am Mittwoch mit, Shadow sei völlig unerwartet verstorben. Der Delfin habe am Dienstagmorgen wie immer mit Freude auf die Trainer und die bevorstehende Trainings-Session reagiert, sagte Geschäftsleiter Erich Brandenberger vor den Medien. Plötzlich habe Shadow begonnen, hektisch zu schwimmen. Ein Trainer sei ins Wasser gesprungen und habe das Tier in die Arme genommen. Wenig später habe Shadow aufgehört zu atmen und der Herzschlag sei ausgeblieben. Der Delfin sei innerhalb von Minuten verendet.

Das tote Tier sei im Tierspital der Universitätsklinik Zürich seziert worden. Die Todesursache habe noch nicht bestimmt werden können. Der Delfin habe keinen Infekt gehabt und auch die lebenswichtigen Organe seien in einem normalen Zustand gewesen.

Nationalrätin Brigitta Gadient (BDP, GR) hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht, der den Import von Delfinen verbieten will. Das Connyland wurde am Mittwoch nach Bekanntwerden von Shadows Tod auch vom Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert, der die Motion Gadient unterstützt und ein Einfuhrverbot von Walartigen in die Schweiz verbietet. In der Schweiz sei keine auch nur annähernd vertretbare Delfinhaltung möglich, heisst es im STS-Communiqué.

Die Organisation OceanCare will in der kommenden Woche im Bundeshaus zuhanden der eidgenössischen Räte eine Petition einreichen, die ein Verbot von Delfinarien und ein Importverbot von Delfinen fordert. Die Bittschrift soll Gadients Motion schützen.

 

sda / msc
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Leserkommentare

Gaby Bühler | 09.11.2011, 17:30

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Stress den Tod herbeigeführt hat. Ob es die Technoparty war, die dann einfach zuviel war für Shadow oder ob er Selbstmord begangen hat (Delfine machen Selbstmord, wenn sie es nicht mehr aushalten) das werden die Mediziner wahrscheinlich nicht herausfinden. Tatsache ist: 7 tote Delfine in nur 3 Jahren - Connyland sollte geschlossen werden. Das sind wir Flipper schuldig.

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