Elgg

Antennengegner scheitern mit Anzeige

Der Streit um die Handyantenne auf dem Dach einer Elgger Schreinerei ist einige Runden weiter. Die Gegner zeigten den Standortvermieter, die Gemeinde und Sunrise an.

Seit etwas mehr als sechs Jahren steht eine Sunrise-Antenne am Rande von Elgg auf dem Dach einer Schreinerei.

Seit etwas mehr als sechs Jahren steht eine Sunrise-Antenne am Rande von Elgg auf dem Dach einer Schreinerei. Bild: Donato Caspari

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Noch etwa zwei Monate bleiben Thomas Fries, bis er sich entscheiden muss, ob er den Vertrag mit Sunrise kündigt oder verlängert. Steigt er aus, muss die Handyantenne auf dem Dach seiner Schreinerei in Elgg im Mai 2019 abmontiert werden. Dieser Ausgang ist das erklärte Ziel der Antennengegner im Quartier. Vor allem seit klar ist, dass Sunrise die Antenne von 3G auf 4G-Technologie umrüsten will, versucht die Interessensgruppe (IG) Mobilfunk mit Vernunft Elgg mit verschiedenen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Gegen Tierschutz verstossen?

Ende letzten Jahres erstatteten zwei Mitglieder der Gruppe gar Anzeige gegen Fries, die Gemeinde Elgg und Sunrise. Die Gemeinde bestätigt das. Darin lasteten sie ihnen Sachbeschädigung und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz an. Landwirt Thomas Peter, dessen Betrieb rund 100 Meter neben der Schreinerei steht, führt kranke Kühe und totgeborene Kälber auf die Antennenstrahlung zurück.

«Kuh Helga hatte Geschwulste
und musste vorzeitig
geschlachtet werden.»
Thomas Peter, Landwirt

In einer Mitteilung schrieb die IG Anfang März: «Kuh Helga weist die bereits mehrfach auf dem Hof in dieser Art aufgetretenen Geschwulste und Geschwüre auf, so dass sie vorzeitig geschlachtet werden muss.» Auch habe Kuh Gabi, im 7. Monat trächtig, Zwillingskälber totgeboren. Auf Anfrage sagt Peter, dass eine Zwillingsschwangerschaft bei Kühen keine Seltenheit sei. «Das kommt auf meinem Hof etwa drei Mal im Jahr vor und bis jetzt ging es immer ohne Probleme.» Auch rotiere er mit den Tieren immer noch die Standplätze. Denn die vordersten vier befänden sich in der Hauptstrahlrichtung der Antenne und seien deshalb besonders belastet, so Peters Argument.

Die IG schreibt weiter, sie habe in den vergangenen Monaten die Schadensbelastung in der Umgebung der Antenne messen lassen. Sie kommt zum Ergebnis, dass 77 Prozent der Messwerte «auffällig bis stark» seien. Sollte die Antenne «hochgerüstet» werden, geht die IG davon aus, dass sich die Situation «markant verschärfen» werde.

Nicht auf Anzeige eingetreten

Auf die Anzeige ist die Staatsanwaltschaft nicht eingetreten. «Die Abklärungen des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft haben ergeben, dass alle Werte im gesetzlichen Rahmen sind», sagt Fries. Da die Rekursfrist mittlerweile verstrichen ist, sehe er das als definitive Bestätigung von rechtlicher Seite. «Alle Indizien, die ich habe, ergeben bis jetzt kein Gegenargument.» Fries kündigte bereits früher an, dass er sich die Entscheidung über dieVertragsverlängerung mit Sunrise bis zuletzt offen halten werde.

«Was ich nicht verstehe,
ist, wieso die Umrüstungen nirgends so viel Aufsehen gegeben haben wie hier»
Thomas Fries, Standortvermieter

Die Umrüstung der Antenne auf 4G-Technologie habe noch nicht stattgefunden, bestätigt er. Im Juni 2016 hatte Sunrise ein freiwilliges Baugesuch eingereicht, um die Anpassung transparent zu machen. Es ging keine Einsprache dagegen ein und die Gemeinde bewilligte das Vorhaben. Fries vermutet, dass Sunrise mit den Arbeiten allenfalls seine Entscheidung abwartet. «Was ich unabhängig davon nicht verstehe, ist, wie 98 Prozent der Antennen in der Schweiz umgerüstet werden konnten und nirgends hat es so viel Aufsehen gegeben wie hier», sagt er.

Demnächst trifft sich Fries mit Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Er will ihm das freiwillige Dialogmodell empfehlen. Dieses stellt einen regelmässigen Austausch über Antennenstandorte zwischen Gemeinden und Mobilfunkanbietern sicher.

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Erstellt: 20.03.2017, 18:04 Uhr

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