Flaach

Der Geduldsfaden droht zu reissen

Vor allem die durch Flaach rollenden Lastwagen sorgen dort für im grösseren Frust. Der Gemeinderat tue, was er könne, versichert er.

Die Kantonsstrasse durch Flaach ist eng, die Häuser stehen nahe: Seit vielen Jahren wünschen sich die Anwohner mehr Ruhe und Sicherheit.

Die Kantonsstrasse durch Flaach ist eng, die Häuser stehen nahe: Seit vielen Jahren wünschen sich die Anwohner mehr Ruhe und Sicherheit. Bild: Madeleine Schoder

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Die kantonale Baudirektion schrieb es gleich selber – und das schon vor über 16 Jahren: «Ein Problem besteht im starken Durchgangsverkehr, in erster Linie dem Lastwagenverkehr Richtung Andelfingen-Rafz», heisst es in der Beschreibung von Flaach im Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder. Und vor allem: «Die Wohnhäuser entlang der Hauptdurchgangsstrasse sind stark lärmbelastet.»Dieser Lärm entlang der Flaacher Ortsdurchfahrt, einer Kantonsstrasse, zermürbt die Anwohner zusehends. Das ist an einer Veranstaltung am Mittwochabend greifbar geworden, an der eigentlich über die überarbeitete Bau- und Zonenordnung (BZO) informiert wurde. Über die neue BZO wird an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni abgestimmt.

Zwar nahmen nur etwa 30 Personen an dem eineinviertel Stunden dauernden Anlass teil. Doch wegen des Durchgangverkehrs gab es viele, teils sehr emotionale Wortmeldungen. «Gegen die Sau-Lastwagen wird nichts gemacht», ärgerte sich ein Bürger. Er forderte den Gemeinderat auf, mehr Mut zu haben, mal auf den Tisch zu hauen. Das, was er bis heute unternehme, sei bloss «Pflästerlipolitik».

«Es ist katastrophal»

Es stimme nicht, dass der Gemeinderat nichts mache, konterte Gemeindepräsident Walter Staub. Man sei mit dem Kanton intensiv im Gespräch über Massnahmen, die den Verkehr beruhigen sollen. «Wir ducken uns nicht und sind unangenehme Gesprächspartner.» Man vertrete die Meinung der Bevölkerung und stelle sich dafür auf die Hinterbeine. Das Schwierige und Zeitraubende sei aber, dass der Kanton nicht mit einer Stimme spreche, weil gleich mehrere Amtsstellen involviert seien.

«Es ist katastrophal», sagte eine Bürgerin, die an der Hauptstrasse wohnt und über den vielen Lärm klagt. Auch beobachtet sie regelmässig, wie kreuzende Lastwagen auf das Trottoir ausweichen, wo oft Schulkinder unterwegs sind. Sie sprach von einer «Hinhaltetaktik» des Kantons. Staub kündigte an, dies eins zu eins an den Kanton weiterzuleiten. «Es ist wirklich schlimm», sagte eine weitere Anwohnerin über die Lastwagen. Eine andere Frau sprach von einer Zumutung und davon, dass sie auf der Strassenseite kein Fenster offen lassen könne. Und ein Mann meinte, dass der Gemeinderat «langsam eingeschlafen» sei und nicht mit dem «nötigen Dampf» Druck mache. Er schlug vor, Steinblöcke aufs Trottoir zu legen.

«Bremser» beim Kanton

Nach dieser Wortmeldung ergriff überraschend Olaf Wolter vom Planungsbüro Suter von Känel Wild das Wort. Er hatte zuvor die neue BZO vorgestellt. Aufgrund der vielen Aufträge kennt das Büro das Weinland gut. Es sei leider so, nahm Wolter den Gemeinderat in Schutz, dass es «Bremser» gebe in den kantonalen Ämtern – «haarsträubend» sei das teilweise. Doch im Vergleich zu anderen Gemeindebehörden setze sich der Flaacher Gemeinderat «vorbildlich» ein. Eine Bürgerin bedankte sich denn auch für dessen Einsatz, «nur geht uns langsam die Geduld aus». Der Rat könne das nachfühlen, sagte Staub. Und Gemeinderat Daniel Fehr fügte hinzu, dass seine Behörde gleicher Meinung sei wie die Bevölkerung. So sei auch er frustriert darüber, dass man so langsam vorwärtskomme. «Aber wir geben uns wirklich Mühe.» Es stimme zwar, dass man noch keine Resultate sehe, aber im Hintergrund laufe viel. Und es werde Lösungen geben, wenn auch nicht alle Probleme gelöst werden könnten, so Fehr. «Ihr könnt uns glauben: Wir machen, was wir können, mit viel Power.»

Ein scharfer Kritiker des Gemeinderates und zugleich lärmgeplagter Bürger rief zu einem Nein gegen die neue BZO auf. Präsident Staub konterte ihm: «Mit einem Nein werden wir den Kanton nicht strafen.» Und eine Verkehrsberuhigung erreiche man damit auch keine.

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Erstellt: 18.05.2017, 16:08 Uhr

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