Winterthur-Töss

Kanton plant keinen Ersatz für Durchgangszentrum Töss

Das Durchgangszentrum Kloster in Töss hat von Rieter per Ende Jahr die Kündigung erhalten. Der Kanton will das Zentrum nicht ersetzen. Ab 2018 muss Winterthur deshalb 85 zusätzliche Asylsuchende in den eigenen Zentren unterbringen.

Das Durchgangszentrum Kloster in der ehemaligen Klostermühle in Töss wird Jahr geschlossen.

Das Durchgangszentrum Kloster in der ehemaligen Klostermühle in Töss wird Jahr geschlossen. Bild: Marc Dahinden (Archiv)

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Per Ende Jahr wird das kantonale Durchgangszentrum Kloster auf dem Rieter-Areal in Töss schliessen. Die Liegenschaftsbesitzerin, die Maschinenbaufirma Rieter, hat dem Kanton den Vertrag gekündigt. «Wir brauchten mehr Freiheit für die Planung des Areals», heisst es bei Rieter. Mit dem Betrieb des Asylheims habe man nie Probleme gehabt.

Das Zentrum in der ehemaligen Klostermühle in Töss wurde 2005 als Nothilfezentrum eröffnet. Drei Jahre später wurde es aufgrund steigender Asylzahlen in der Schweiz zu einem Durchgangszentrum umfunktioniert. Ersetzen will der Kanton Zürich das Durchgangsheim mit 85 Plätzen nicht, bestätigt Ruedi Hofstetter, Chef des kantonalen Sozialamts. Damit wird der Kanton ab nächstem Jahr nur noch sieben Durchgangszentren betreiben. Die rückläufige Anzahl neuer Asylgesuche in der Schweiz führt dazu das mehrere kantonale Unterkünfte für Flüchtlinge nicht mehr gebraucht werden. Im November 2015 hatte der Kanton in der Zivilschutzanlage Mattenbach ein zweites Durchgangszentrum für 100 Personen in Winterthur eröffnet. Dieses schloss aber bereits nach sechs Monaten wieder. Zur gleichen Zeit stellte der Kanton auch den Betrieb der zwei provisorischen Durchgangszentren in den Zivilschutzanlagen in Zürich-Witikon und Zürich-Altstetten ein.

Genug Platz vorhanden

Für Winterthur bedeutet dies, dass die Stadt weiteren 85 Asylsuchenden Platz bieten muss, im das Kontingent von 770 Personen zu halten. SP-Stadtrat und Sozialvorstand Nicolas Galladé sieht darin kein Problem. «Wir haben noch genügend freie Plätze in den bestehenden Einrichtungen.» Am meisten Kapazität sei im ehemaligen Busdepot Deutweg vorhanden. Rund 100 Flüchtlinge seien heute darin untergebracht, Platz hätte es aber für 200. «Natürlich müssten wir dann etwa die Betreuung erhöhen», sagt Galladé. Die anderen Einrichtungen seien hingegen mehr oder weniger ausgelastet. Auch im Falle einer erneuten Erhöhung der Asylgesuche in der Schweiz sei man gerüstet. «Im ehemaligen Busdepot gibt es die Möglichkeit, dieses mit einer weiteren baulichen Etappe auf 300 Plätze auszubauen.» (Der Landbote)

Erstellt: 19.03.2017, 18:34 Uhr

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