Benken

Nachbarn verhindern Schlimmeres

Am Sonntag brannte es in einem der ältesten Gebäude Benkens. Nachbarn und die Feuerwehr konnten noch grössere Schäden verhindern.

Der als Schopf genutzte Gebäudeteil geriet am Sonntag in Vollbrand. Die beiden Wohnhäuser links und rechts davon erlitten jedoch kaum Schaden

Der als Schopf genutzte Gebäudeteil geriet am Sonntag in Vollbrand. Die beiden Wohnhäuser links und rechts davon erlitten jedoch kaum Schaden Bild: Feuerwehr Weinland

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Im Ortsbild von Benken klafft seit Sonntag eine schwarze Lücke: Wo vorher ein Riegelhaus stand, sind viele verkohlte Balken zu sehen. Glück im Unglück hatte Familie Hertig, die im gleichen Gebäude wohnt. Eine Brandschutzmauer und die Feuerwehr konnten ein übergreifen der Flammen auf ihren Wohnbereich verhindern. Er sei am Sonntag am PC gesessen, da habe er einen Knall gehört, sagt Roland Hertig. Und wenig später habe sie ein Nachbar informiert: «Es brennt!» In der Werkstatt nebenan breiteten sich die Flammen rasch aus. Das Gebäude befindet sich in einem der ältesten Ortsteile Benkens: im Weiler Chellhof unweit der Dorfkirche. Alles liegt hier nahe beieinander. Bis zum nächsten Wohnhaus sind es weniger als zwei Meter.

Bereits zu viel Rauch

Ein weiteres Wohnhaus liegt ebenfalls nur rund 15 Meter entfernt. Daniel Eberli, der dort wohnt, hörte zuerst ebenfalls ein Knallen. Wenig später bemerkte er Rauch. Da er jahrelang bei der Feuerwehr war, wusste er, was in einer solchen Situation zu tun ist. Eberli zog sich warme Kleider an und schnappte sich einen Feuerlöscher. Im betroffenen Gebäude angekommen, stellte er jedoch fest, dass hier mit einem Feuerlöscher nichts mehr auszurichten ist: Zu viel Rauch hatte sich bereits gebildet. «Mit kleineren Massnahmen kann man die Feuerwehr aber trotzdem noch unterstützen», sagt Eberli. So konnte er etwa einen Gasgrill aus der Gefahrenzone entfernen.

Nach den Erlebnissen vom Sonntag möchte Eberli die Öffentlichkeit sensibilisieren: «Ein Brand kann sich rascher ausbreiten als viele denken», sagt er. Es sei daher wichtig, sich zu überlegen, wie man in einem solchen Fall reagieren würde. Hilfreich sei bereits, mögliche Hindernisse wie parkierte Autos zu entfernen, damit die Feuerwehr einen raschen Zugang hat. Auch das Schliessen von Fensterläden könne sinnvoll sein, um zu verhindern dass die Scheiben bersten und die Flammen auf Nachbargebäude übergreifen. Keinesfalls sollte man hingegen ohne Not Türen öffnen, denn die plötzliche Zufuhr von Frischluft könnte zu einer explosionsartigen Verbreitung der Flammen führen. Und das Wichtigste: Rasch die Feuerwehr alarmieren.

Baujahr ungewiss

Dank solcher Massnahmen und vor allem dank des Grosseinsatzes der Feuerwehr konnte im Chellhof Schlimmeres verhindert werden. Damit bleiben auch mehrere historische Bauten erhalten. Denn der Weiler diente einst als Sitz der «grundherrlichen Verwaltung», wie es in einer Jubiläumsschrift aus dem Jahr 1958 heisst: «Jene Häuser gehören bestimmt zu den ältesten unseres Dorfes. Ein ehemaliger Zehntenkeller befinde sich unter den Häusern «F. Hertig und J. Räss.» Man hatte im «Kellhof» einst Grundzinsen gelagert, darunter Getreide, Eier, Schweine oder Hühner.

Nicht ganz klar ist, wie alt das vom Brand betroffene Gebäude selber ist. In der Nähe der Tür zum Wohnhaus steht die Jahreszahl 1789. Ungewiss ist aber, ob dies das Baujahr ist. Denn das Haus sei mehrmals umgebaut worden, sagt der Besitzer Roland Hertig. Auch die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass der Kernbau bereits im 17. oder 16. Jahrhundert entstanden ist.

Am Montagmittag war die Rudolfingerstrasse in Benken für den Verkehr nach wie vor gesperrt. Grund dafür waren mehrere Rohrleitungsbrüche. Der grosse Löschwasserbedarf der Feuerwehr hatte zu Druckunterschieden in den Wasserleitungen geführt und diese bersten lassen.

(landbote.ch)

Erstellt: 09.01.2017, 18:20 Uhr

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