Von Badetüchern und Bibliotheken

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Mit dem Wissensdurst von Studenten ist es wie mit dem Meer: Er bewegt sich in Wellen. Die neue ZHAW-Bibliothek sieht sich deshalb vor ein Problem gestellt. In Prüfungszeiten ist der Andrang so gross, dass die Lernplätze nicht ausreichen und schon am frühen Morgen reserviert werden. Die Szenen gleichen jenen im Club Med, nur werden keine Badetücher, sondern Schals und Strickjacken ausgerollt. Hier wie dort bleiben die reservierten Plätze hernach oft verwaist, zum Ärger der zu spät Gekommenen.

Die ZHAW will das Problem jetzt anpacken, hat aber noch keinen Plan wie. Offenbar findet sich in den Büchern der Bibliothek keine Antwort. Die ökonomische Literatur behauptet, der Markt regle den Nachfrageüberhang von selbst. Die Bibliotheksverantwortlichen liebäugeln derweil mit einem Modell aus der Politik: einem «Inländervorrang» für ZHAW-Studierende, gepaart mit einer moderaten Ausschaffungspraxis für Auswärtige. Sit-in-Proteste scheinen vorprogrammiert – dafür brauchts noch nicht einmal freie Stühle.

Wie man besser reagiert, zeigen andere Hochschulen: Die HSG in St. Gallen steuert die Studierenden über einen «Seatfinder» – eine Art Parkleitsystem. Die Uni Konstanz arbeitet mit Zeitkarten: Eine Stunde Abwesenheit wird toleriert, mehr nicht. Es ist ein Regime wie in der blauen Zone, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Zugegeben: Mit Modellen aus der Parkplatzbewirtschaftung zu flirten, braucht etwas Mut, gerade in Winterthur. Aber der sei der ZHAW zugesprochen. Die Schule, die ein Zentrum für Aviatik betreibt, könnte auch auf ihrem Know-how im Flugverkehr aufbauen: Wer Plätze besetzt, ohne zu lernen, fliegt. ()

(Erstellt: 25.02.2016, 14:25 Uhr)

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