Rheinau

Oberwasser und Optimismus im Hallenbad

Die Genossenschaft Aquarina setzt sich mit aller Kraft dafür ein, dass das Weinländer Hallenbad noch mindestens bis ins Jahr 2025 geöffnet bleibt - mit Aussicht auf Erfolg.

Die Gäste des Hallenbades Rheinau dürfen sich freuen: Dank grosser Anstrengungen dürfte die Finanzierung weiterhin gesichert sein.

Die Gäste des Hallenbades Rheinau dürfen sich freuen: Dank grosser Anstrengungen dürfte die Finanzierung weiterhin gesichert sein. Bild: Melanie Duchene

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Mit viel Einsatz kämpft die Genossenschaft Aquarina für den weiteren Erhalt der Badi Rheinau. Denn einfach wird es der Betreibergenossenschaft des Weinländer Hallenbades nicht gemacht. So gaben die drei grossen Gemeinden Andelfingen, Flaach und Feuerthalen letzten Herbst bekannt, dass sie auch in Zukunft nichts an die Badi Rheinau zahlen wollen («Landbote» vom 20. September). Und die Gemeinde Kleinandelfingen halbierte ihren Jahresbeitrag. In ihrem Businessplan rechnete Aquarina mit dem Geld dieser Gemeinden.Das Rheinauer Hallenbad hat die Herkunft seiner Badegäste mittels einer Selbstdeklaration erhoben. Dieser zufolge ergibt sich folgende Rangliste nach Anzahl Gäste: Rheinau vor Jestetten (D), Marthalen-Ellikon am Rhein, Kleinandelfingen, Dachsen und Andelfingen. Viele weitere Weinländer Gemeinden unterstützen das Hallenbad, obschon sie nicht unter den ersten sechs dieser Rangliste sind. Die deutsche Nachbargemeinde Jestetten zahlt weiterhin nichts an den Betrieb. Allerdings mieten deren Schulen im Winterhalbjahr Wasserfläche im Hallenbad Rheinau.

Neue Schulen gewonnen

Obschon also noch etwa 50 000 Franken jährlich fehlen für den weiteren Betrieb des Hallen- und Freibades Rheinau: Andrea Braun (Bild), Präsident der Genossenschaft Aquarina, ist zuversichtlich. Könnte dieser Fehlbetrag nicht gedeckt werden, müsste das Eigenkapital, also die eiserne Reserve der Genossenschaft, angezapft werden. Dann, so Braun, «wäre in zwei bis drei Jahren Schluss.» Doch so weit soll es erst gar nicht kommen. So sollen einerseits die Kosten für den Betrieb des regionalen Hallenbades nochmals gesenkt werden, «allerdings ohne Abstriche bei der Sicherheit und Qualität», wie Braun betont. Andererseits will Aquarina weitere Geldquellen erschliessen. So sind etwa noch Anfragen bei Firmen, Stiftungen und Gemeinden ausserhalb der Region hängig. Zudem ist es gelungen, neue Schulen für den Schwimmunterricht nach Rheinau zu holen. Es sind dies die Primarschule Hettlingen, die Schulen Unteres Rafzerfeld sowie die Primarschule Thalheim, die in Rheinau ein Schwimmprojekt durchführt. Der Entscheid einer weiteren Schulgemeinde ist noch hängig. «Das hilft uns und bringt regelmässige Einnahmen», sagt Braun.

Kreativ Kosten einsparen

Auf der Kostenseite fallen die Wasseraufbereitung und der Strom besonders ins Gewicht. Doch sowohl beim Strom als auch beim Wasser laufen derzeit technische Anstrengungen, um die Kosten durch Effizienzsteigerung weiter zu senken. Im Bereich Abwasser zum Beispiel, erzählt Andrea Braun, habe man einen Sponsor gefunden für ein Projekt, dank dem allein zwischen 20 000 und 30 000 Franken pro Jahr eingespart werden sollen.

«Das Budget betrifft fast ausschliesslich das Hallenbad», betont Braun. Wenn also beispielsweise Gemeinden Geld nach Rheinau schicken, dann finanzieren sie damit nicht etwa das Rheinauer Freibad, sondern das Hallenbad. Es ist übrigens das einzige zwischen Schaffhausen und Winterthur, wo die Hallenbäder oft überfüllt sind. Derzeit und in Zukunft unterstützen 18 Gemeinden das Rheinauer Hallenbad regelmässig.

Hallenbad «sehr effizient»

Die Genossenschaft Aquarina plant im Moment mit einem Horizont von acht Jahren, also bis 2025. Bis dahin soll das Hallenbad ohne Gesamtsanierung weiterbetrieben werden können. «Was danach geschieht, muss dann neu beurteilt werden», sagt Braun. Derzeit befinde sich das Bad in einem guten Zustand. Aber es sei klar, dass es mehr Unterhalt benötige, als wenn es komplett saniert wäre. Dafür sei der Betrieb «sehr effizient». Und rund 50 Prozent der Kosten können durch die Badi-Eintritte gedeckt werden, was laut Braun im Vergleich zu anderen Bädern ein hoher Prozentsatz ist.

Auch bei den Eintrittszahlen sei man «gut unterwegs», sagt Andrea Braun. So hätten sich diese jedes Jahr um rund 10 Prozent erhöht; Aquarina betreibt die Badi Rheinau seit Juni 2014. Und um sie noch attraktiver zu machen, führt der Verein Badi Rheinau regelmässig spezielle Anlässe durch oder schafft neue Spielgeräte an. Das neueste Investitionsprojekt ist eine sogenannte Bio-Sauna, in der tiefere Temperaturen herrschen als in einer konventionellen Sauna.

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Erstellt: 08.02.2017, 17:40 Uhr

Geschichte

Weil die Gemeinde Rheinau ihr Hallen- und Freibad finanziell nicht mehr alleine tragen konnte, wollte sie die Badi im Spätsommer 2013 abreissen. Doch das drohende Ende wirkte wie ein Weckruf im Weinland, sodass die Rettung des regionalen Hallenbades gleichsam in letzter Minute gelang. Möglich wurde dies dank viel Gönnern und Freiwilligenarbeit. Seit Juni 2014 betreibt die Genossenschaft Aquarina die Badi Rheinau. Der noch bis Ende Mai 2017 dauernde dreijährige Pilotbetrieb wurde von zwei Dritteln der Weinländer Gemeinden unterstützt. Für den weiteren Betrieb bis 2025 ist ein Businessplan erstellt worden.
Das Rheinauer Hallenbad entstand vor über 40 Jahren für die Region Zürcher Weinland. Die dort ansässige Psychiatrische Klinik des Kantons nutzte das Bad regelmässig. mab

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