Gartenblog

Spielen ohne Zeug

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Eine Schaukel, eine Rutschbahn und sicher ein Sandkasten. Vielleicht noch ein Spielhäuschen? Oder lieber eine Baumhütte? Und dazu ein Riesentrampolin. Und ein Goal zum Tschutten ... Alles Sachen, die bei der Planung unseres neuen Gartens auf der Liste stehen, damit sich unsere Buben dann auch sicher draussen verweilen können. Blöd nur, dass unser Budget vorläufig nicht mehr die kleinste Ausgabe erlaubt.

Was nun? Occasionen suchen? Ich stosse auf wurmstichige Spieltürme mit morschen Leitern und ausgebleichten Rutschen, der Plastik spröde wie Hühnerknochen, rostige Schaukelgestelle und Trampoline, denen die Schutzwand in Fetzen vom Gerippe hängt. Andere Fundstücke sind zwar in besserem Zustand, lassen aber Eltern und Kindern die Haare zu Berge stehen: den Kleinen, weil sie sich bei jeder Benutzung statisch aufladen, uns beim schieren Anblick der quietschbunten Plastikmonstrositäten.

Die andere Möglichkeit: Selber kreativ werden. Mein mit Schweiss, Sägemehl und Baustaub garnierter Mann verschluckt sich bei dem Vorschlag fast an den M-Budget-Hörnli. Erst müsse jetzt mal unser Haus fertig werden, bevor er Dependancen im Garten errichten könne. Und das sei sicher nicht vor Weihnachten der Fall.

Kinder wollen vor allem spielen. Dafür brauchen sie gar nicht viel.

Weihnachten? Wenn ich etwas aus dem Kauf eines alten Hauses und mittlerweile sieben Monaten Umbauerfahrung gelernt habe, dann dass es sich bei dem Termin auch gut erst um die Weihnacht handeln könnte, an welcher unser jüngster Sohn seine Volljährigkeit erreicht – und damit vermutlich zu alt ist für eine Baumhütte.

Während ich draussen Zweige für die Grünabfuhr bündle, beobachte ich die Buben. Sie bemalen mit Kreide den Weg, das Haus, einander. Sie schichten Zweige in einen Wagen und ziehen ihn herum. Sie buddeln Löcher. Sie stochern mit Stecken in der Feuerstelle. Sie klettern auf den Apfelbaum. Sie werfen Steine in den Gully. Sie pflücken Blumen. Sie jagen Katzen. Sie singen. Sie bohren in der Nase. Kurz: Sie sind beschäftigt. Ganz ohne Spielhaus, Rutsche und Schaukel!

Und ich realisiere: Kinder wollen vor allem spielen. Dafür brauchen sie gar nicht viel. Im Gegenteil. Je weniger Spielgeräte desto besser. Dafür mehr Steine, Holz, Sand und Wasser. Und Freiheit. Zum Erkunden. Und zum laut und wild und dreckig sein. Für alles andere gibt’s schliesslich Spielplätze. (landbote.ch)

Erstellt: 12.04.2017, 15:57 Uhr

Ein Garten für Kinder

Tipps für mehr Spass mit kleinem Budget


  • Spielhaus: Vorgefertigte Häuschen werden von den Kindern selten länger begeistert benützt. Viel mehr Spass macht ein Eigenbau, insbesondere, wenn sich die Kinder massgeblich beteiligen dürfen. Am allertollsten aber sind Bauten, die spontan und täglich neu entstehen dürfen: Asttipis, Schachtelhäuser, Wäscheständerhütten und Strandtücherzelte. Kindern ist der Prozess wichtig, nicht das Produkt.


  • Versteck: Weidenhäuschen kosten praktisch nichts, sind schon im ersten Jahr grün und fügen sich ästhetisch in den Garten ein. Einfach im Frühjahr Weidenaststücke in den Boden stecken, wässern und laufend miteinander verflechten.


  • Rutschen: Ein langes Stück Plastikfolie und etwas Wasser – mehr braucht`s nicht für einen sommerlichen Rutschplausch ... Umso besser, wenn darunter ein sanfter Abhang ist. Anleitungen für eine „Slip n` Slide“ finden sich zuhauf im Internet. Etwa hier auf digitalmisery.com. – Ein schräg gestelltes Brett ist eine ideale „Rutsche“ für Murmeln und Autos.


  • Klettern: Am meisten Spass macht das Klettern auf Bäumen. Nicht jeder hat aber Kletterbäume im Garten. Klettern und Balancieren geht aber auch auf liegenden Baumstämmen, Findlingen, Trockensteinmauern oder Slacklines. Lassen Sie die Kinder einen eigenen Hindernisparcours aus dem bauen, was da ist: Leitern, Reifen, Bretter oder Gartenstühle.


  • Bauen: Ein Sandkasten ist was Feines und die einzige feste Installation, die sich lohnt. Nehmen Sie dafür den besten Sand, den sie kriegen können, es lohnt sich, damit die Sandkuchen auch richtig zusammenpappen. Statt mit tausend Sändelisachen aus Plastik ergänzt man ihn lieber mit Steinen, Brettern und Stecken.


  • Wasserspiele: Ein Wasseranschluss im Garten und entspannte Eltern – mehr brauchts nicht. Kinder lieben es, mit dem Gartenschlauch rumzuspritzen, Giesskannen und Eimer zu füllen und auszuleeren, die Wiese zu überschwemmen und darauf herumzuhüpfen oder mit dem Rasensprenger um die Wette zu laufen.


  • Hüpfen: Die Chance ist gut, dass ihre Nachbarn bereits ein Trampolin haben und Sie darum nicht auch eins anschaffen müssen. Hüpfen können Kinder auch auf einem „Waterblob“.Anleitungen im Netz, zum Beispiel hier auf homemadetoast.com.


  • Spielsachen: Die einfachsten machen am meisten Spass: Bälle, Reifen, Springseile, Strassenkreide, Seifenblasen, Gummitwist, aber auch Naturfundstücke wie Rinde, Stecken, Föhrenzapfen, Muscheln etc.
    Spiele wie Versteckis, Fangis oder Schittliverbannis brauchen gar kein Material.


  • Zaun: Damit Kinder frei und selbständig spielen können, sollte das Grundstück mit einem Zaun so gesichert werden, dass Kinder unter drei Jahren nicht auf die Strasse entwischen können. Die Gartentür sollte abschliessbar sein oder mit einem Riegel verschlossen werden können. Besonders gefährlich und von grosser Anziehungskraft sind Gartenteiche. Kleinkinder können schon in 30 cm tiefen Wasserbecken ertrinken.


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