Kolumne

Eine Abfallpolizei muss her

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Abfallmarken oder Gebührensäcke? Das ist hier die Frage. Um Winterthur hat sich ein Glaubensgraben aufgetan. Er ist dem Röschtigraben zwischen der Deutschschweiz und der Romandie nicht unähnlich, zeigt er doch eindrücklich, wie verschieden die Menschen sind. Und auf dem Land ticken sie eben anders als in der Stadt. Der Landmensch denkt praktisch. Beim System mit den Gebührenmarken kann er die Abfallsäcke, die er separat kaufen muss, auch für anderes verwenden. Etwa für Grünabfall, für die temporäre Aufbewahrung eines Duvets oder Spielsachen, die man für eine gewisse Zeit «verstecken» muss, damit sie wieder an Attraktivität gewinnen. Sein ultimatives Killer-Argument gegen den Gebührensack lautet: Geht ein Sack kaputt, kann man einen anderen darüberstülpen. Die Gebühr geht nicht verloren.

Der Stadtmensch denkt ebenfalls praktisch. Aber eben anders. Ein einheitliches System für Stadt und Land ist einfacher und übersichtlicher. Niemand wird benachteiligt, weil die Kosten für alle gleich sind. (Marke und Sack kosten zwar gleich viel. Beim Markensystem muss man aber noch Säcke dazukaufen.) Und gibts im Sack ein Loch, dann flickt man ihn halt mit Klebeband.

Ob Marken oder Gebührensäcke wäre ja eigentlich auch egal, gäbe es auf dem Land nicht auch Schlaue, die trotz Abfallmarken-Obligatorium einen Winti-, respektive Gebührensack verwenden. Schliesslich sparen sie 25 Rappen pro Sack ein. Kenner der Szene sagen sogar, dass dies in voller Absicht geschehe.

Was tun? Die Landgemeinden drohen nun, Winti-Säcke stehen zu lassen. Das könnte Wirkung zeigen. Oder wieso nicht eine Abfallpolizei einführen? Den Kommunen den Gebührensack einfach aufzwingen, dürfte nichts bringen, wie das Beispiel ennet des Röschtigrabens zeigt. Das waadtländische Mauborget weigert sich beharrlich, das «neue» System anzuwenden. Die Bürger trennten ihren Abfall auch so, heisst es.

(Landbote)

Erstellt: 01.09.2016, 16:50 Uhr

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