Kolumne

Vier Absätze über Vorsätze

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Heute ist Dreikönigstag – die Krönung der ersten Woche des neuen Jahres sozusagen. Und diese hat ja ihr eigenes Wesen, ihre so ganz speziellen Erkennungsmerkmale: An den letzten Chräbeli beisst man sich schier die Zähne aus, als wollten sich die verschmähten Guetsli an einem rächen. Am Strassenrand stehen entschmückte Christbäume mit schütterem Nadelkleid bereit für die Abfuhr. Beim Sonntags­spaziergang liegt auf den Äckern abgebranntes Feuerwerk von Silvester. Und im Wald findet man jetzt plötzlich jenes Tannenreisig, das man vor dem ­ersten Advent noch wie verzweifelt gesucht hatte.

Die Lust auf Kerzenlicht, Raclette, Fondue Chinoise und Kürbissuppe ist seit Neujahr drastisch gesunken. Auf Panettone gibts jetzt grosszügige Rabatte. Und in Feld, Wald und Wiese rennen in der Neujahrswoche Neojogger keuchend und mit rotem Kopf dem guten Vorsatz hinterher. Im Stammertal, wo an den Bächtelistag-Gemeindeversammlungen traditionellerweise schon am Vormittag ein Glas Wein getrunken wird, ertränkt vielleicht so manch einer den eigenen Vorsatz gleich wieder. Böse Zungen behaupten ja, die Gemeinden würden so ihre doch ziemlich hohen Steuerfüsse schöntrinken.

Die Schlagzeile «Nägeli trifft den Nagel auf den Kopf» lockt ständig. 

Einen guten Vorsatz will auch der Schreibende fassen. So nimmt er sich wieder einmal vor, in diesem Jahr einer ständigen Versuchung zu widerstehen – jener des Kalauers. Gemeint ist ein plattes Spiel mit Wörtern, die zwar gleich klingen, aber Unterschiedliches bedeuten. Der Verzicht fällt schwer, ist doch der Klassiker unter den Kalauern in der Region dieser Zeitung beheimatet – der Rheinfall oder eben Reinfall. Besonders von Kalauern mit Personennamen sollte man die Finger lassen. Im Marthaler Gemeinderat zum Beispiel gibt es gleich drei Mitglieder namens Nägeli. Die Schlagzeile «Nägeli trifft den Nagel auf den Kopf» lockt also ständig. Die Schublade des Schreibenden ist voll solcher Schlagzeilen, die nur darauf warten, eines Tages zur Welt draussen zu passen. Aber eben: Pfui, Finger davon!

Wunderbar gepasst hätte das vergangenen Sommer. Da haben drei Kantonsräte eine Anfrage an den Regierungsrat verfasst zu den Kosten von Schäden durch den Biber. Und wie hiess einer der drei Räte? Michael Biber (FDP, Bachenbülach). Doch der eigentliche Gipfel wäre es ja, wenn der Marthaler Gemeinderat, der aus vielen SVPlern besteht, einen Buurezmorge organisieren würde. Und zwar nicht irgendwo, sondern im Waldstück südlich von Marthalen mit dem Namen – Mörgeli. Den Namen des Ehrengastes und Redners kennen Sie bereits, die Schlagzeile auch. (Der Landbote)

Erstellt: 05.01.2017, 18:56 Uhr

Umfrage

Ein neues Jahr heisst für viele Menschen auch neue Vorsätze. Haben Sie sich für 2017 etwas vorgenommen?

Ja sicher - ein neues Jahr ist eine schöne Gelegenheit zum Neuanfang.

 
9.7%

Ja, aber mehr aus Gewohnheit. Ich halte mich wohl doch nicht daran.

 
10.8%

Nein - dieser Brauch ist Chabis.

 
79.6%

93 Stimmen


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