Kolumne

Wenn schon grün, dann richtig

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Die Natur ist auf dem Vormarsch, Renaturierung ist in. Dort, wo der Mensch einst Landschaften zähmte, lässt er Tier, Pflanze und Naturgewalten wieder gewähren: an der Thur beispielsweise. Einst begradigt, darf sie sich nun nach und nach wieder ihr eigenes Bett suchen. Auch in Städten erhält die Natur mehr Raum. In Winterthur gedeihen auf Verkehrsinseln wilde Blumen und Gräser statt kurz geschorenem englischem Rasen. «Förderung der Biosphäre» nennt sich das hehre Ziel.

Auf dem Land ist die Natur per se eher vorhanden. Städter strömen zur Erholung an die idyllischsten Plätze. Dorthin, wo das Grün eben noch unberührt ist. Dieses soll sich dann aber bitte so verhalten, dass es weder stört noch zu unangenehm wird, das eigene Wohlbefinden möglichst nicht tangiert. Nach dem Motto: Natur ja, aber nicht zu sehr.

Der Brauiweiher etwa wird als alternativer Badeplatz der schönen Landschaft wegen angepriesen. Die Wasserqualität sei gut, das Seelein unter der Woche nur spärlich frequentiert. Doch Erholungsuchende stören sich jetzt immer mehr daran, dass sich die Wasserpflanze, die dort natürlich gedeiht, beim Baden um die nackten Waden schlingt.

Eltern schicken ihre Kinder in den Waldkindergarten, damit sie täglich Natur erleben. Damit sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und nicht von Plastikspielzeug voreingenommen werden. Doch wenn dann der Winter naht und das Wetter garstig wird, dann sollen sie bitte ins geheizte Schulzimmer gehen dürfen. Auch wenn die Kindergärtnerinnen versichern, dass das Wetter den Kleinen nichts anhaben kann.

Deshalb plädieren wir hier an dieser Stelle für Natur pur – mit allen Konsequenzen. Wasserpflanzen gehören nun mal zu einem Weiher. Gesundheitsschädigend sind sie ja nicht. Und schlechtes Wetter gehört zum Wald, es schadet der Gesundheit genauso wenig. Im Gegenteil, es stärkt sie sogar. (Der Landbote)

Erstellt: 21.10.2016, 11:16 Uhr

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