Rheinau

Was in Rheinau entschieden wurde, ist im Kanton beinahe die Regel

Die Schulleiterin der Rheinauer Primarschule gibt ihre Funktion auf diesen Sommer ab. Der Grund ist eine neue Regel an der Schule.

Vor der Änderung im Volksschulgesetz musste die Schulleitung ein Mindestpensum unterrichten.

Vor der Änderung im Volksschulgesetz musste die Schulleitung ein Mindestpensum unterrichten. Bild: Symbolbild/Keystone

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Muss der Leiter oder die Leiterin einer Schule dort zugleich ein ­gewisses Pensum unterrichten? Seit dem Jahr 2014 erlaubt das Volksschulgesetz, «dass Schul­leitungen neben ihrer Tätigkeit nicht mehr ein Mindestpensum unterrichten müssen», sagt Marion Völger, Chefin des kanto­nalen Volksschulamtes. Diese Änderung entspreche einem Wunsch der Schulleitungen und Gemeinden.

Aus dieser «Muss-nicht»-Regel heraus ist in Rheinau eine «Kann- nicht»-Regel beschlossen worden. «Die Behörde hat entschieden, dass ab dem Schuljahr 2017/18 die Schulleitung der Primarschule Rheinau grundsätzlich neben dieser Funktion keine feste Anstellung mehr als Lehrperson an derselben Schule innehaben kann», schreibt Schulpräsidentin Regina Stangl auf Nachfrage.

Wegen einer «Neuregelung»

Denn besonders verständlich war die Information der Schulpflege im aktuellen Mitteilungsblatt nicht. So war darin von einer ­«externen Evaluation» die Rede, worauf die Schulpflege einen «Reorganisationsprozess» eingeleitet habe. Dabei sei auch die «Zusammenarbeitsform» zwischen Schulpflege und Schulleitung angepasst worden. Für den Stellenbeschrieb der Schulleitung habe die Schulpflege «neue Rahmenbedingungen» gesetzt. Und aufgrund dieser «Neuregelung» habe sich Regula Gugelmann entschieden, ab Sommer 2017 als Schulleiterin nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Die Stelle der Schulleitung werde demnächst ausgeschrieben, heisst es in der Mitteilung weiter.

Um diese Mitteilung besser zu verstehen, wandte sich der «Landbote» zuerst an Gugelmann, die aber weiter an die Schulpflegepräsidentin Stangl verwies. Offenbar wollte Gugelmann in Rheinau weiterhin sowohl Schulleiterin sein als auch dort unterrichten.

Schnittstellen überprüft

Aufgrund der beschlossenen Veränderung habe Gugelmann die Entscheidung getroffen, ab dem neuen Schuljahr nicht mehr als Schulleiterin zur Verfügung zu stehen, so Stangl. «Wir bedauern, dass wir eine engagierte Schul­leiterin verlieren, respektieren aber ihre Entscheidung.»

Die externe Evaluation durch die Fachstelle für Schulbeurteilung hat laut Stangl einen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt. Und im Rahmen der Organisationsentwicklung seien die Schnittstellen zwischen operativer und strategischer Führung geklärt worden. Dabei strebe man eine «stringente Trennung der beiden Ebenen» an. «Aufgabe der Schulbehörde ist hauptsächlich die strategische Führung einer Schule.» Deshalb, so Stangl weiter, sei man der Meinung, dass es zukünftig auf der operativen Ebene andere Kapazitäten und einen anderen Fokus brauche. Die Rheinauer Schule werde also von der kantonalen Regelung Gebrauch machen, wonach Schulleiter seit 2014 eben kein Mindestpensum mehr unterrichten müssen.

Im Falle von Rheinau habe es keine Vorgabe oder Empfehlung durch das Volksschulamt gegeben, sagt Völger. Die Organisationsform aber, bei der die Schulleitung und das Unterrichten voneinander getrennt werden, sei im Kanton Zürich weit verbreitet. «Über 70 Prozent der Schulleitungen erteilen neben ihrer Schulleiteranstellung keinen Unterricht», so Völger. (Landbote)

Erstellt: 14.02.2017, 08:25 Uhr

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