Lindau

Der grosse Kuhstall steht

Ende Sommer 2015 fand der Spatenstich statt, im nächsten September ist die Eröffnung geplant: Das neue Bildungs- und Forschungszentrum auf dem Strickhof in Eschikon nimmt Form an.

«Das Gebäude sollte gut durchlüftet sein», sagt Strickhof-Direktor Ueli Voegeli. Das ist der Grund, weshalb der grosse Kuhstall ein zackenförmiges Dach hat.

«Das Gebäude sollte gut durchlüftet sein», sagt Strickhof-Direktor Ueli Voegeli. Das ist der Grund, weshalb der grosse Kuhstall ein zackenförmiges Dach hat. Bild: Marc Dahinden

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Vier, manchmal sogar fünf grosse Baukräne und bis zu 200 Bauarbeiter pro Tag: Ein stattliches Aufgebot für den Bau eines Kuhstalls. Es handelt sich hier aber um keinen gewöhnlichen Stall. Und der Begriff «Stall» würde dem, was auf dem Gelände des Strickhofs in Eschikon gerade entsteht, auch nicht ganz gerecht. Denn was hier gebaut wird, ist weit mehr und in der Schweiz einmalig. Es handelt sich um das 60 Millionen Franken teure neue Bildungs- und Forschungszentrum Agrovet, an dem der Strickhof, die ETH und die Universität beteiligt sind. Die Idee dahinter: Praktiker und Forscher sollen näher zusammenrücken und sich auf Augenhöhe austauschen.

Ende August 2015 sind die Bauarbeiten gestartet, am 1. September 2017 soll die offizielle Eröffnung stattfinden. «Wir sind sehr gut auf Kurs», sagt Strickhof-Direktor Ueli Voegeli. Und das sei nicht selbstverständlich. Denn der Zeitplan sei ambitioniert.

Ein Dach fehlt noch

Mittlerweile stehen die Hüllen der neuen Gebäude – mit einer Ausnahme: Beim Forum, das bis zu 300 Menschen Platz bieten wird und wo Schulungen sowie Tagungen durchgeführt werden sollen, fehlt noch das Dach. Jenes des grossen Milchviehstalls ist gebaut, da und dort fehlt noch die Abdeckung. Die spezielle zackenförmige, sogenannte Shed-Konstruktion aus Holz, sticht ins Auge. Sie wird bei Gebäuden mit grossen Grundflächen verwendet – als hätte ein Kind ein Fabrikdach gezeichnet. «Das Gebäude sollte gut durchlüftet und hell sein», sagt Voegeli. Das habe man mit dieser Bauweise erreicht.

«In unserem Kuhstall hat es überdurchschnittlich viel Platz»Ueli Voegeli, Strickhof-Direktor

Im Stall haben bis zu 150 Kühe Platz. Sie können sich frei bewegen und jederzeit ins Freie gelangen. Der Strickhof will zwei Herden à je rund 70 Tiere halten: eine Ausbildungsherde für Praktiker, mit welcher diese lernen, Milch zu produzierern. Und eine Forschungsherde, bei der die ETH-Wissenschaftler den Stoffwechsel der Tiere – je nach verabreichtem Futter – untersuchen. «In unserem Kuhstall hat es überdurchschnittlich viel Platz», sagt Voegeli. Es wird auch eine Zuschauertribüne geben, auf der Besucher den Betrieb jederzeit beobachten können.

Der Milchviehstall muss als erstes fertig sein. Denn im Februar sollen die Tiere der landwirtschaftlichen Forschungsstation der ETH in Chamau (ZG), die aufgehoben wird, dort einziehen. Mitte April kommt dann die Herde des Strickhofs hinzu, die derzeit auf einem Bauernhof in Nürensdorf untergebracht ist.

Ebenfalls im Rohbau fertiggestellt ist das Stoffwechselzentrum der ETH mit dem Stoffwechselstall und den Respirationskammern für Gross- und Kleinvieh. Die Tiere verbringen maximal 24 Stunden in diesen Kammern. Dabei messen die Wissenschaftler deren Atemgase. Damit lassen sich Rückschlüsse auf den Stoffwechsel ziehen.

40 Arbeitsplätze

Im Büro- und Laborgebäude wird das gesammelte Material ausgewertet. 40 Arbeitsplätze stehen hier für Professoren und Studenten zur Verfügung. Ueli Voegeli ist nun daran, die Leistungsvereinbarung auszuarbeiten, welche die Zusammenarbeit zwischen Strickhof, ETH und Uni regelt. Die Leistungen werden gegenseitig verrechnet. (Der Landbote)

Erstellt: 20.12.2016, 18:23 Uhr

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