Lindau

Falsche Planung: Forschungszentrum am Strickhof teurer als geplant

Das landwirtschaftliche Forschungszentrum Agrovet-Strickhof in Lindau wird 3 Millionen teurer als geplant. Der Regierungsrat hat die Mehrkosten bereits in Eigenregie bewilligt, weil sich der Bau sonst stark verzögert hätte. Schuld trägt gemäss Regierung die fehlerhafte Planung des Generalplaners.

Um die Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen, wurde das Agrovet-Projekt etwas abgespeckt. Trotzdem bleiben Mehrkosten von 3 Millionen.

Um die Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen, wurde das Agrovet-Projekt etwas abgespeckt. Trotzdem bleiben Mehrkosten von 3 Millionen. Bild: Archiv Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Lindau erstellen Kanton, ETH und Universität gegenwärtig ein grosses Ausbildungs- und Forschungszentrum. Es besteht einerseits aus Viehställen, die der Ausbildung und der veterinärmedizinischen und landwirtschaftlichen Forschung dienen sollen. Daneben baut die ETH ein Stoffwechselzentrum mit Versuchsställen für Rinder, Pferde, Schafe, Schweine, Geflügel und Kaninchen.

Gesamtkosten von 58 Millionen

Insgesamt kostet das Projekt Agrovet 58 Millionen Franken. Finanziert wird das Zentrum je zur Hälfte durch Bund (ETH) und durch den Kanton Zürich (Strickhof und UZH). Im Mai 2014 bewilligte der Kantonsrat einen Kredit von 29 Millionen Franken. Doch dieses Geld reicht nicht: Der Regierungsrat musste die Kantonsräte in einem Schreiben informieren, dass der Bau 3 Millionen Franken teurer wird. Das Schreiben wurde am Donnerstag publiziert.

Der Regierungsrat hat den Betrag «angesichts der Dringlichkeit» bereits bewilligt. Sonst könnte der Jungvieh- und Rindermaststall nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, schreibt er. Das Forschungszentrum soll wie geplant im September eröffnet werden, hiess es bei der Baudirektion auf Anfrage der sda.

Mehrmals abgemahnt

In seinem Schreiben an die Kantonsräte nennt der Regierungsrat auch ungewohnt undiplomatisch den Grund für die Mehrkosten: Schuld trage die Generalplanerin. Die Leistungen dieses Unternehmens seien so schlecht gewesen, dass «keine hinreichende Projektübersicht und Kontrolle» mehr möglich gewesen sei. Nach mehreren mündlichen und schriftlichen Abmahnungen sei der Vertrag dann im September 2015 aufgelöst worden. Das Durcheinander war damit allerdings nicht zu Ende: Viele «einschneidende Fehler» hätten sich erst mit zeitlicher Verzögerung gezeigt. Um die Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen, wurde das Projekt etwas abgespeckt. Trotzdem bleiben Mehrkosten von 3 Millionen. Mehr verkleinern will die Regierung das Projekt nicht, da das wissenschaftliche Konzept sonst zu stark eingeschränkt würde.

Bürgerliche wollen Antworten

Das Durcheinander beim Agrovet-Projekt ruft die Bürgerlichen auf den Plan. In einer Anfrage wollen FDP, SVP und CVP vom Regierungsrat wissen, was die Baudirektion zu tun gedenkt, um solche Kostenüberschreitungen künftig zu verhindern. Sie fragen zudem, ob die Baudirektion von Regierungsrat Markus Kägi (SVP) eigentlich unsauber plane, dass es zu solchen Fällen komme, oder ob die Kontrolle nicht funktioniere. (past/sda)

Erstellt: 16.02.2017, 11:22 Uhr

Artikel zum Thema

Der grosse Kuhstall steht

Lindau Ende Sommer 2015 fand der Spatenstich statt, im nächsten September ist die Eröffnung geplant: Das neue Bildungs- und Forschungszentrum auf dem Strickhof in Eschikon nimmt Form an. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

ADHS Häufig unerkannt: Auch viele Erwachsene leiden an ADHS

Jobsuche Marketing in eigener Sache

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!