Weisslingen

Mangels Kinder droht der«Chinderhüeti» das Aus

Seit über 20 Jahren kümmern sich Mütter in der «Chinderhüeti» um die Kinder, während die Eltern die Zeit für sich nutzen. Doch das Interesse am Weisslinger Angebot nimmt stetig ab.

In der «Chinderhüeti» in Weisslingen betreut Spielgruppenleiterin Corina Cahenzli die Kinder regelmässig.

In der «Chinderhüeti» in Weisslingen betreut Spielgruppenleiterin Corina Cahenzli die Kinder regelmässig. Bild: zvg

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Bilderbücher anschauen, Geschichten lauschen, Knetmasse bearbeiten oder Kontakte knüpfen: Während die Mutter oder der Vater fürs Mittagessen einkauft oder sich vom Arzt untersuchen lässt, vertreiben sich die Kinder die Zeit in der «Chinderhüeti» des «Wisliger Familienvereins». Das Angebot existiert in etwa so lang, wie es den Verein gibt: seit ungefähr 25 Jahren. Nun ist aber offen, ob es bestehen bleibt. Denn es mangelt zunehmend an «Kunden», nämlich an Kindern. Es sei nicht etwa so, dass es im Dorf praktisch keine Kinder mehr gebe, sagt Martina Zeindler, Vorstandsmitglied des Familienvereins. Sie räumt aber ein: «Wir haben derzeit schwächere Jahrgänge.» Es komme hinzu, dass sich Mütter zunehmend anders organisierten, ihre Kinder also Freunden, Nachbarn oder Verwandten anvertrauten.

Als der Verein gegründet wurde, gab es im Dorf kein vergleichbares Angebot: Einen Ort, an dem Eltern ihre Kinder für einige Stunden abgeben konnten, um etwas zu erledigen oder einfach mal Zeit für sich zu haben. Jeden Freitagmorgen, zwischen 8.30 und 11.30 Uhr kümmern sich eine Spielgruppenleiterin sowie zwei Mütter abwechslungsweise um die Kleinen – ausser in den Schulferien.

Die Frauen nehmen maximal 20 Kinder ab dem Alter von zwei Monaten bis zum Eintritt in den Kindergarten auf. Eine Voranmeldung ist nicht nötig, die Kinder können auch stundenweise oder zur Probe vorbei kommen.

Angebot ist nicht kostenlos

Das Angebot im «Rägeboge»-Gebäude an der Dorfstrasse 20 ist nicht kostenlos: Vereinsmitglieder bezahlen 6 Franken pro Kind und Stunde, Nicht-Mitglieder 8 Franken. Einen Znüni und etwas zum Trinken müssen die Kinder selbst mitbringen. «Die Kinder können tun, was sie möchten», sagt Zeindler. Also selbst aktiv werden oder einfach nur zuhören, wenn die Leiterin beispielsweise ein Märchen erzählt. Bei schönem Wetter können die Kleinen auch den Spielplatz im Freien nutzen. Ebenso steht ein Bewegungsraum im Haus zur Verfügung.

Seit der Verein Anfang Dezember im lokalen Mitteilungsblatt einen Aufruf platzierte und für die «Chinderhüeti» warb, hätten sich einige neue Kinder angemeldet, sagt Zeindler. «Doch es sind immer noch nicht genug.» Sofort aufgeben will der Verein aber nicht und das Angebot vorerst bis im Sommer aufrecht erhalten. «Danach schauen wir weiter», sagt Zeindler. (Landbote)

Erstellt: 04.01.2017, 15:04 Uhr

Chinderhüeti

Interessenten können sich bei Fragen an Martina Zeindler, Vorstandsmitglied des Familienvereins, wenden: Telefon 052 233 98 30

Neuer Träger für Kita

Die Kita Rägeboge, die sich im gleichen Gebäude befindet wie die «Chinderhüeti» des Familienvereins, soll einen neuen privaten Träger erhalten. Das gab die Gemeinde im vergangenen Oktober bekannt und schaltete ein entsprechendes Inserat. Es gehöre nicht zu den Kernaufgaben der Gemeinde, eine Kita zu führen, sagte die damalige Gemeindeschreiberin Käthi Schönbächler gegenüber dem «Landboten». Noch ist offen, wer die Tagesstätte einst übernehmen soll, wie Hansruedi Steinmann, Gemeindeschreiber ad interim, auf Anfrage sagt. «Wir sind mitten in der Evaluation.» Die Übergabe an den neuen Träger soll im Sommer erfolgen. (neh)

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