Wila

Wiesel sollen Mausplage beenden

Der Naturschutzverein Turbenthal-Wila baut Ast­haufen für Wiesel. Die flinken Raubtiere sollen in der Gegend Mäuse jagen. Denn davon hat es in Wila mehr als genug.

Wiesel sind klein, dafür aber  extrem flinke Jäger.

Wiesel sind klein, dafür aber extrem flinke Jäger. Bild: zvg

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Mäuse können zur Plage werden. Sie nagen an Wurzeln und wühlen in Feldern. Bei der alten Seidenweberei auf dem Rosenberg in Wila mussten deshalb ganze Bäume gefällt werden. Rolf Stocker, der dort wohnt, hat sich deshalb überlegt, wie er das Problem nachhaltig in den Griff bekommen kann. Gift oder ähnliches kamen für den Naturfreund nicht in Frage und Katzen haben den Nachteil, dass sie nicht nur Mäuse jagen, sondern auch Vögel. Und so ist der Präsident des Naturschutzvereins Turbenthal-Wila auf das Wiesel gekommen.

Das Problem der zierlichen Raubtiere ist es, dass sie kaum noch Unterschlüpfe finden, um ihren Nachwuchs grosszuziehen.

Mit gutem Grund: Die kleinen Raubtiere mit den scharfen Zähnen sind besonders effiziente Jäger. Sie sind extrem flink und verfolgen die Mäuse bis in ihre Höhlen hinein. Jedes Wiesel frisst ein bis zwei kleine Wühlmäuse pro Tag. In der Gegend sind die Tiere allerdings selten geworden. Denn das Problem der zierlichen Raubtiere ist es, dass sie kaum noch Unterschlüpfe finden, um ihren Nachwuchs grosszuziehen. Rolf Stocker will dem nun auch am Dorfrand von Wila entgegenwirken. Zusammen mit Mitgliedern des Naturschutzvereins hat er bereits erste Asthaufen gelegt.

Rolf Stocker, Präsident des Naturschutzvereins, hat in Wila mit Freiwilligen erste Asthaufen gelegt. Bild: Rafael Rohner

Wiesel können sich darin vor ihren Feinden verstecken. Die kleinen Raubtiere enden sonst allzu rasch selber als Beute von Raubvögel, Füchsen oder auch Katzen. Zudem können sie darin eine Familie gründen. Wichtig ist, dass sie dabei nicht gestört werden. Ein weiterer Vorteil der Asthaufen ist es, dass sich darin weitere Arten wohl fühlen. Auch Amphibien, Insekten oder Igel finden darin Zuflucht.

Gleichgewicht schaffen

Um die Asthaufen richtig zu platzieren hat der Naturschutzverein eine Wiesel-Expertin angefragt. Sie sieht entlang des Hüttli- und des Rodbachs einiges an Potenzial. Die Wiesel könnten sich von der Rodweid entlang des bewaldeten Gewässers bis zum Rosenberg am Dorfrand ausbreiten und auf den nahen Feldern nach Mäusen jagen. Betroffene Landwirte unterstützten das Projekt. Einer von ihnen hat Äste von gefällten Bäumen zur Verfügung gestellt.

Wiesel-Populationen passen sich an vorhandene Mausbestände an. 

Ziel ist es, dass dereinst ein Netzwerk an Unterschlüpfen für Wiesel entsteht. Rolf Stocker will so ein neues Gleichgewicht erreichen. Wiesel-Populationen passen sich nämlich an vorhandene Mausbestände an. Der Naturschutzverein Turbenthal-Wila sucht nun Freiwillige, die am Abend des 3. Mai mithelfen, weitere Asthaufen zu legen. Dabei gilt es einiges zu beachten. «Die Äste müssen blockhausartig gelegt werden, damit Wiesel darin ein Nest einrichten können», sagt Stocker.

Generell will sich der Naturschutzverein Turbenthal-Wila möglichst für weitere Interessierte öffnen, wie Präsident Rolf Stocker sagt. Seit zwei Jahren steht er dem Verein vor und plant neue Aktionen.

So finden seit kurzem regelmässig Abendspaziergänge statt. Am 20. Mai steht auf dem Rosenberg in Wila ein Naturfestival auf dem Programm. An verschiedenen Ständen können sich Naturfreunde unter anderem über Fledermäuse, Bienen, Wildtiere oder die sogenannte Permakultur-Idee informieren. Da Rolf Stocker auch im Vorstand des Vereins Weberei Rosenberg ist, ist eine enge Zusammenarbeit naheliegend.

Wieselnetz Rodweid Der Naturschutzverein baut Unterschlüpfe für Wiesel, 3. Mai. 18.30 bis 19.30, Rosenberg Wila (Der Landbote)

Erstellt: 20.04.2017, 12:32 Uhr

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