Illnau-Effretikon

Borkenkäfer hat zugeschlagen

Im städtischen Forstrevier hat sich der Borkenkäfer kräftig ausgebreitet. Das steht im Geschäftsbericht 2016, der eben erschienen ist.

Der Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch (rechts eine Larve) – zum Leidwesen der Bäume in der Region.

Der Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch (rechts eine Larve) – zum Leidwesen der Bäume in der Region. Bild: zvg

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Wie viele Schüler haben in Illnau-Effretikon im vergangenen Jahr die Schulbank gedrückt? Mit wie vielen Tonnen Salz hat der Unterhaltsdienst im Winter die Strassen von Eis befreit? Und durch wie viele Kubikmeter Holz hat sich der Borkenkäfer gefressen?

Auf solche Fragen gibt der soeben erschienene Geschäftsbericht 2016 der Stadt Antwort.

Jahr für Jahr legt der Stadtrat dem Parlament und der Öffentlichkeit Rechenschaft über seine Arbeit, jene der städtischen Behörden, der Verwaltung sowie der öffentlichen Betriebe ab. Im jeweils rund 140 A5-Seiten umfassenden Dokument veröffentlicht der Stadtrat auch seine Ziele – und welche Massnahmen er ergriffen hat, um sie zu erreichen.

Die Texte aus den einzelnen Bereichen sind mit umfangreichen Statistiken und Zahlenmaterial ergänzt. Der Leser erfährt also, dass per Ende Dezember 1696 Schüler und Kindergärtler den Unterricht in 86 Klassen besuchten. Das sind rund 50 Kinder und drei Klassen mehr als ein Jahr zuvor. Und trotz des eher milden Winters haben die Unterhalts- und Forstmitarbeiter 100 Tonnen Salz verstreut, 25 Tonnen weniger als im Jahr 2015.

«Die Befürchtung, der Borkenkäferbefall könnte weiter zunehmen, hat sich leider bewahrheitet.» 

Aufhorchen lassen die Zahlen zum Borkenkäfer, respektive zur Menge Holz, die wegen des Schädlings geschlagen werden musste. Im aktuellen Geschäftsbericht heisst es: «Die Befürchtung, der Borkenkäferbefall könnte weiter zunehmen, hat sich leider bewahrheitet.» Ein Drittel des genutzten Holzes sei Käferholz, also vom Borkenkäfer befallen gewesen, heisst es im Bericht. Das entspricht 4386 Kubikmeter oder etwas mehr als dem Inhalt eines olympischen Schwimmbeckens.

Zum Vergleich: 2015 fielen knapp 600 Kubikmeter Käferholz oder mehr als sieben Mal weniger an. Zu erwähnen ist noch, dass zum städtischen Forstrevier neben Wäldern in Lindau seit letztem Jahr auch einige in Kyburg gehören. Die betreute Waldfläche hat sich von knapp über 1000 Hektaren auf 1147 Hektaren vergrössert.

In Kyburg ist ein grosser Teil des Waldes jedoch Staatswald und wird vom dortigen Forstteam betreut. Von den rund 550 Hektaren seien im vergangenen Jahr nur etwa 350 Kubikmeter befallen gewesen, sagt Markus Henggeler, stellvertretender Förster des Staatswaldes. Das entspricht knapp einem Achtel des sonst genutzten Holzes.

Der Grund sei wohl der, dass in Kyburg der Wald vielfältiger sei, also nicht nur aus Nadelbäumen wie etwa Fichten, sondern auch aus Laubbäumen bestehe. «Je mehr Fichten, desto grösser ist die Gefahr, dass der Käfer zuschlägt», sagt er. Denn Fichten mag der hier verbreitete sogenannte Buchdrucker besonders.

Bei Wärme fliegt er aus

Einen grossen Einfluss auf die Verbreitung des Schädlings hat auch das Wetter. Sobald die Temperaturen im April/Mai auf über 16,5 Grad klettern und es trocken ist, schwärmt der Käfer aus seinem Winterquartier aus. Er hat dann auch mehr Zeit, um zusätzliche Nachfolgegenerationen zu produzieren. Sind die Bäume zudem wegen anhaltender Trockenheit in den vergangenen Sommern geschwächt, hat der Käfer ein leichtes Spiel.

Dann hilft nur eines: rasch handeln. Mit anderen Worten: die Bäume fällen, aus dem Wald schaffen und die Baumkronen zu Holzschnitzeln verarbeiten, damit sich der Schädling nicht weiter ausbreiten kann. Oft entdecke man einen Käferbefall aber nicht sofort, sagt Henggeler: Dann, wenn es wie gerade jetzt zwischendurch regnet oder schneit. Das typische braune Bohrmehl, das den Schädling entlarven würde, ist dann womöglich verdeckt oder weggewaschen.

(Der Landbote)

Erstellt: 20.04.2017, 13:50 Uhr

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