Winterthur/Region

Gemeinden geben Kesb-Vertrag jetzt doch noch ihren Segen

Die Kostenverteilung der Kesb Winterthur-Andelfingen wird ab 2018 definitiv neu geregelt. Obschon die Landgemeinden etwas mehr zahlen müssen, sind sie offenbar dennoch bereit, diese Kröte zu schlucken.

Die Finanzierung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde erfolgt ab 2018 nach einem neuen Verteilschlüssel. Die Stadt Winterthur muss künftig weniger bezahlen.

Die Finanzierung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde erfolgt ab 2018 nach einem neuen Verteilschlüssel. Die Stadt Winterthur muss künftig weniger bezahlen.

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Die Würfel sind gefallen: Nach einem mehrjährigen Seilziehen, hat sich die Stadt Winterthur beim neuen Kostenschlüssel für die Kesb Winterthur-Andelfingen durchgesetzt. Das zeigen aktuelle Rückmeldungen aus den Gemeinden. Die frühere Drohung einzelner Gemeindepräsidenten, allenfalls eine eigene Kesb zu gründen, ist damit endgültig vom Tisch. Die Kostenaufteilung erfolgt ab 2018, wie von der Stadt gewünscht, nach der Einwohnerzahl statt wie bisher nach einem fixen Prozentschlüssel.

Winterthur muss als Folge des neuen Kostenteilers nur noch 56 Prozent (bis anhin 60 Prozent) der Kosten übernehmen und kann so — allerdings zulasten der Landgemeinden – über 300 000 Franken einsparen. Im Gegenzug erhalten die Gemeinden mehr Mitsprache durch die Bildung einer paritätischen Komission.

«Im Bezirk Winterthur haben alle Gemeinden dem Entwurf des Kesb-Vertrages und damit dem neuen Kostenschlüssel zugestimmt»Peter Matzinger, 
Gemeindepräsident Dinhard

«Im Bezirk Winterthur haben alle Gemeinden dem Entwurf des Kesb-Vertrages und damit dem neuen Kostenschlüssel zugestimmt», sagt Peter Matzinger (SVP), Gemeindepräsident von Dinhard und Präsident vom Verband der Gemeindepräsidenten Bezirk Winterthur. Doch der Vertrag komme auch dann zustande, «wenn beispielsweise einzelne Gemeinden im Bezirk Andelfingen sich dagegen aussprechen würden».

Mehrheit nicht notwendig

Das bestätigt auch die Stadt Winterthur. Für das Zustandekommen des Vertrages brauche es nicht einmal einen «Mehrheitsentscheid» der Gemeinden. Eine Ablehnung des Kesb-Vertrages im Bezirk Andelfingen zeichne sich aber ohnehin nicht ab, sagt Barbara Nägeli (SVP), Gemeindepräsidentin von Marthalen und Vizepräsidentin vom Verband der Gemeindepräsidenten Bezirk Andelfingen. Denn von den total 24 Gemeinden im Bezirk hätten sich zwischenzeitlich bereits etwa 20 für den neuen Kesb-Vertrag ausgesprochen. Sie sei zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen auch die restlichen Gemeinden noch grünes Licht geben.

So manche Gemeinde stimmte dem Kesb-Vertrag nur «zähneknirschend» zu.

Die Zustimmung der Landgemeinden zum Vertrag ist alles andere als selbstverständlich. «Es kann nicht angehen, dass die umliegenden Gemeinden die Stadt Winterthur querfinanzieren oder subventionieren», hiess es noch vor einiger Zeit von Seiten der Gemeindepräsidenten. Der Verteilschlüssel sei unfair und müsse neu ausgehandelt werden. Doch mittlerweile betonen Stadt und Land wieder das «gute partnerschaftliche Verhältnis». So manche Gemeinde stimmte dem Kesb-Vertrag dennoch nur «zähneknirschend» zu. (Der Landbote)

Erstellt: 10.02.2017, 15:46 Uhr

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