Oberneunforn

Mit Crowdfunding zu den Quellen

Die Gemeinde und das Kloster Töss haben eine gemeinsame Geschichte. Dank Spenden kann diese nun erforscht werden. Erzählt wird sie im 9. Themenheft, das Anfang 2020 erscheint.

Blick auf Brücke und Kloster Töss, unmittelbar vor der Umwandlung in eine Fabrik. Zeichnung von Ludwig Schulthess von 1838.

Blick auf Brücke und Kloster Töss, unmittelbar vor der Umwandlung in eine Fabrik. Zeichnung von Ludwig Schulthess von 1838. Bild: zvg

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Das Internet ist für vieles gut und nützlich, am schönsten ist es wohl, wenn die Kasse klingelt. Crowdfunding heisst das Zauberwort, mit dem via Spendenaufruf Geld für ein Projekt gesammelt werden kann. «Vor einem halben Jahr wusste ich noch nicht, was das ist, geschweige denn, wie man es schreibt», gesteht Gilg Stüssi aus Wilen.

Inzwischen weiss er bestens Bescheid darüber, kamen doch dank Crowdfunding für das Projekt «Nüfere und s Chloschter Töss», an dem er selber mitwirkt, 14 450 Franken zusammen. Das sind 950 Franken mehr als die gesetzte Limite. Der Geldsegen war den Initianten eine kleine Feier wert und sie luden alle Spender zu einem Umtrunk ein.

Spurensuche im Staatsarchiv

Dank dem Geld können sich die beiden Historiker Peter Niederhäuser und Stefan Sonderegger, die federführenden Rechercheure, an die Arbeit machen. Niederhäuser gab am Freitag einen Vorgeschmack darauf, was ihn er-wartet. Es wird eine Spurensuche im Staatsarchiv Zürich werden, wo Jahresrechnungen, Klosterbücher, Urbare und weitere Dokumente gesichtet werden müssen. Denn viel weiss der Historiker noch nicht über die Beziehungen zwischen den beiden Parteien.

«Vor einem halben Jahr wusste ich noch nicht, was Crowdfunding ist – geschweige denn, wie man es schreibt»Gilg Stüssi,
Projekt «Nüfere und s Chloschter Töss»

Quellen des 1233 erbauten Klosters Töss – einer begüterten Institution mit Töchtern aus gutem Haus – belegen, dass das Kloster in Neunforn relativ viel Land besass. Da dieses von ortsansässigen Bauern bewirtschaftet wurde, bestand eine gegenseitige ­Abhängigkeit im Sinn von mehrheitlich gemeinsamen Interessen. Neunforn hatte zudem Reben, was seine Attraktivität erhöhte. «Den Wein konnten die Klosterfrauen an die benachbarten Städter verkaufen», erklärt Niederhäuser.

Viele offene Fragen

In Klosterbesitz waren auch Mönchhof, Kehlhof, Fahrhof und die Kirche. Das Gotteshaus war ein Geschenk von Mechthild von Wart, wie die Urkunde von 1265 bezeugt. Damit gingen auch Rechte und Pflichten gegenüber dem Kirchengebäude an die Klosterfrauen, und sie bestimmten über die Pfarrstelle.

Was bedeutete das für die Neunforner? Und was hatten die Nonnen mit dem Mönchhof zu tun? «Es sind noch viele Fragen offen», sagt Peter Niederhäuser. Im Mönchhof könnte sich der Amtsmann von Töss einquartiert haben, wenn er jeweils nach Neunforn geschickt wurde, um über die Einnahmen und Ausgaben der Neunforner Bauern Buch zu führen. Ob es so war oder anders, ist in der 9. Ausgabe von «Nü­fere» zu lesen, die Anfang 2020 erscheint.

9forn.ch (Der Landbote)

Erstellt: 20.04.2017, 12:03 Uhr

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