Elsau

Mit Kleidern aus zweiter Hand gegen «Konsumwahn» in erster Welt

Mit einer Börse für Kinderkleider wollen Barbara Stiefel und Miriam Wyler in Elsau ein Zeichen gegen den Konsumwahn setzen und Kleidern ein längeres Leben ermöglichen.

Des Kindes neue Kleider: Mithilfe von Börsen können Eltern ihre Kleinen günstiger einkleiden.

Des Kindes neue Kleider: Mithilfe von Börsen können Eltern ihre Kleinen günstiger einkleiden. Bild: Heinz Diener

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Kinder wachsen, Kleider nicht, sie gehen höchstens ein. Die Garderobe der kleinen Menschen muss deshalb stets angepasst werden. Doch es ist ein Teufelskreis: Kaum ist etwas gekauft, passt es nicht mehr. Das kann schnell ins Geld gehen. Haben die Kinder eine einigermassen stabile Grösse erreicht, taucht die nächste Frage auf: Wohin mit all den Pullis, Hosen und Jacken, die sich im Estrich kistenweise stapeln?

Neue Börse in Elsau

Kinderkleiderbörsen setzen bei diesen Punkten an: Eltern können die Kleider, die sie nicht mehr benötigen bei der Börse abliefern und erhalten im Falle eines Verkaufs die Hälfte des Verkaufspreises. Auf der Gegenseite erhalten Eltern Kleider zu günstigen Preisen für ihre Kinder.

Nun eröffnet in Elsau am kommenden Montag eine solche Börse für Kinderkleider und -spielzeuge unter dem Namen «Cocodrilo». Betrieben wird sie von den Wiesendangerinnen Barbara Stiefel und Miriam Wyler.

«Es ist doch Nonsens für ein fünfjähriges Kind billige Hosen aus China zu kaufen, die nach einem Nachmittag auf dem Spielplatz bereits wieder kaputt sind.»

Barbara Stiefel,
Kinderkleiderbörse «Cocodrilo»

Der kleine Laden mit seinen knapp 20 Quadratmetern ist bereits komplett eingerichtet, im Treppenhaus stehen Gummistiefel neben Ski- und Wanderschuhen, im Innern des Ladens ist nebst vielen Kleidern auch ein Regal mit verschiedenen Gesellschaftsspielen zu finden. Gut zwei Jahre lang haben die beiden Frauen nach einem solchen Lokal gesucht. Vorwiegend in ihrer Wohngemeinde Wiesendangen. Dort wurden sie aber nicht fündig, die Mieten seien sehr teuer gewesen. Zufällig fanden sie diesen Sommer den kleinen Laden in Elsau.

«Hier gibt es bereits eine sehr gute Börsenkultur und es wäre schön, wenn sich dieser Ort zu einem kleinen Treffpunkt für Eltern etablieren würde», sagt Stiefel. Der idyllische Vorplatz mit einem kleinen Tischchen würde dazu einladen.

Wiederverwertung als Ziel

Das grosse Geld würden sie mit ihrem Laden sicher nicht machen, sagt Stiefel. «Es geht uns um die Wiederverwertung der Kleider.» Beide wollen sie einen Beitrag gegen die «Verschwendung und den Konsumwahn» leisten: «Es ist doch Nonsens für ein fünfjähriges Kind billige Hosen aus China zu kaufen, die nach einem Nachmittag auf dem Spielplatz bereits wieder kaputt sind.» Deshalb haben Stiefel und Wyler nebst einwandfreien Kleidern auch einen Wühlkorb für solche mit Flecken. «Kinder gehen schliesslich gerne in den Dreck und für diesen Zweck müssen etwa Hosen nicht perfekt sein», sagt Stiefel. Sollten gewisse Kleidungsstücke trotzdem über längere Zeit im Laden liegen bleiben, werden diese an die Berghilfe gespendet. (Der Landbote)

Erstellt: 06.01.2017, 15:33 Uhr

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