Neftenbach

Ross und Reiter erhalten mehr Platz

Der Besitzer eines Pferdesportbetriebs in Neftenbach darf ausbauen.Die Gemeindeversammlung hat den Gestaltungsplan genehmigt. Die Zufahrt gab allerdings zu reden.

Der Betreiber der Reitsportanlage im Gebiet Hofstetten kann sein Wohnhaus vergrössern. Der Reit- und Springplatz bleibt gleich.

Der Betreiber der Reitsportanlage im Gebiet Hofstetten kann sein Wohnhaus vergrössern. Der Reit- und Springplatz bleibt gleich. Bild: Marc Dahinden

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«Unsere Traktanden bewegen», stellte Gemeindepräsident Martin Huber (FDP) am Mittwochabend fest. 215 Stimmberechtigte waren zur Gemeindeversammlung gekommen. Fünf Geschäfte galt es zu behandeln. Schon im Foyer der Mehrzweckhalle Auenrain war unter den Stimmberechtigten zu hören: «Aha, die Vereine haben mobilisiert.» Die Letzten harrten bis kurz vor Mitternacht aus. Das waren die 55 Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeinde, die ihre Versammlung nach der politischen durchführte (siehe Box rechts). Zu reden gaben bei der Politischen Gemeinde nicht die Geschäfte an sich, sondern das, was sie dereinst auslösen könnten. Etwa beim Gestaltungsplan Pöschenriet West. Der Betreiber einer Reitsportanlage im Gebiet Hofstetten will sich auf seinem Grundstück vergrössern können.

Unter den heutigen Umständen ist das nur sehr eingeschränkt möglich, da sein Betrieb auf Landwirtschaftsland liegt. Also musste er einen Gestaltungsplan ausarbeiten lassen und der Versammlung zur Abstimmung vorlegen. Der Plan legt fest, wo er was wie bauen kann. Das enthebt ihn aber nicht der Pflicht, für jedes Bauprojekt eine separate Bewilligung einzuholen.

Zufahrt erntet Kritik

Die Diskussion drehte sich dann aber hauptsächlich um die Zufahrt, die über die Schaffhauser- und eine Gemeindestrasse erfolgen soll und nicht Gegenstand des Gestaltungsplans ist. Dass dies dort nicht geregelt sei, gehe nicht an, monierte etwa ein Versammlungsteilnehmer. «Das ist mir zu halbherzig.» Andere fanden: Das Strässchen sei zu wenig breit und die Einmündung in die Staatsstrasse zu gefährlich. Und schliesslich: Es vermöge das zu erwartende Verkehrsaufkommen, Personenwagen mit Pferdeanhänger, nicht zu schlucken.

«Die Gemeinde zahlt nichts.» 

Christian Häni, 
Bausekretär

Dass allfällige Kosten für Anpassungen an der Strasse zulasten des Grundstückbesitzers gingen und der Verkehr nicht übermässig zunehmen würde, vermochte die Kritiker nicht vollständig zu überzeugen. Da nützte es wenig, dass Bausekretär Christian Häni versicherte: «Die Gemeinde zahlt nichts.»

Eine Nachfrage löste auch die Tatsache aus, dass der Kanton den Gestaltungsplan bei einer Vorprüfung als nicht genehmigungsfähig eingestuft hatte. Die Reitsportanlage müsse mit dem Rest der Gemeinde örtlich zusammenhängen, lautete sein Argument. Gemeinderat und die Regionalplanung Winterthur und Umgebung sähen das anders, sagte Bauvorstand Manfred Stahel. «Wir glauben, dass der Kanton das korrigieren wird.» Mit 131 zu 63 Stimmen kam der Gestaltungsplan schliesslich durch.

Vier neue Erholungszonen

Das nachfolgende Traktandum war eng mit dem Gestaltungsplan verbunden. In einer Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) wollte der Gemeinderat vier neue Erholungszonen bezeichnen: beim Sportplatz Pöschenriet, bei Forstbetrieb/Abfallsammelstelle/Schützenhaus/Hundeschule, der Erholungsanlage Chräen und eben auch bei der Reitsportanlage (Pöschenriet West). Das Geschäft sollte jedoch nur vorberaten, allenfalls geändert und zuhanden der Urnenabstimmung vom 12. Februar verabschiedet werden.

Ziel war es, die dortigen Nutzungen, die teilweise seit Jahren bestanden, zu legalisieren. Also im Falle der Erholungsanlage Chräen, weiterhin Konzerte und andere Grossanlässe zu ermöglichen. In der Diskussion stellte sich dann heraus, dass betroffene Grundstückbesitzer nichts von Ausbauprojekten wussten und das entsprechende Land auch nicht abtreten wollten – etwa für ein zusätzliches Fussballfeld. Die Versammlung hiess darauf einen Antrag gut, an der Urne über die vier Erholungszonen separat abstimmen zu lassen. Am Geschäft selbst änderte sie nichts. Der Gestaltungsplan zur Recyclinganlage Riet passierte danach grossmehrheitlich.

(Der Landbote)

Erstellt: 01.12.2016, 18:29 Uhr

Budget und Steuerfuss

Eine Erhöhung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte genüge vollends, fand Fabian Utzinger, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK) Neftenbach. Vorgängig hatte Thomas Hofmann, Leiter der Abteilung Finanzen, den 215 Stimmberechtigten der Gemeindeversammlung die Zahlen im Budget 2017 präsentiert. Man komme um die bereits angekündigte Steuerfusserhöhung um vier Prozentpunkte nicht herum, schloss Gemeindepräsident Martin Huber. «Wir können die wachsenden Ausgaben in der Bildung nicht durch Einsparungen auffangen.» Doch die Versammlung folgte der RPK und genehmigte eine Erhöhung um zwei Prozent auf 109 Prozent.

Sie strich auch einen Budgetposten von 150 000 Franken. Mit dem Geld sollte unter anderem im Foyer der Mehrzweckhalle Auenrain ein Büro für den Schulleiter eingerichtet werden. «Bei Anlässen stört das», fand eine Anwesende, die stellvertretend für die Vereine sprach. Das Argument zog.

Bei der reformierten Kirchgemeinde kamen die Geschäfte, wie beantragt, durch. Das Budget mit einem Minus von 529 000 und einem Steuerfuss von 9 Prozent sowie die Kredite für die Innenrenovation der Kirche und der Orgelrevision.

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