Pfungen

Unbekannter sprengt Milchautomaten

In Pfungen wurde gestern früh ein Milchautomat gesprengt. Die Kasse wie auch lose verteiltes Geld blieben liegen. Wer mit welcher Motivation hinter dem Vorfall steckt, ist unklar.

Wer sprengte den Milchautomaten bei Roli's Bike Station in Pfungen? Und vor allem: weshalb?

Wer sprengte den Milchautomaten bei Roli's Bike Station in Pfungen? Und vor allem: weshalb? Bild: zvg

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«Welcher Lausbub würde wochentags um vier, fünf Uhr in der Früh mit Sprengstoff durch die Nachbarschaft ziehen?» Diese Frage stellte sich Roland Hoffmann, als er am Dienstag in seinem «Bike Shop» in Pfungen die Arbeit antrat. Angetroffen hatte er nämlich den Milchautomaten des Bauern Samy Flach, der vor seinem Geschäft steht: zerstört.

Geld war nicht das Motiv

Es sei ihm schnell klar gewesen, dass hier eine grössere Ladung Sprengstoff verwendet worden sei, nicht nur wegen des schwefligen Geruchs: «Das Türchen wurde mindestens fünfzehn Meter weit über die Strasse katapultiert», sagt er. Obwohl seine Fenster geschlossen gewesen seien, sei er aus dem Schlaf erwacht zur Zeit des Knalls. «War es ein Traum?», habe er sich gefragt. Fünf oder sechs Anwohner seien aus dem Schlaf gerissen worden.

«Ich gehe von einem Test für andere Sprengungen aus.»

Roland Hoffmann, 
Inhaber des «Bike-Shops», an dem der 
Milchautomat angebracht ist.

Dass Geld und Kasse liegen geblieben sind, lässt Hoffmann mutmassen, welches Motiv denn der oder die Täter zur Beschädigung bewegt haben könnte: «Ich gehe von einem Test für andere Sprengungen aus», sagt er. Das hinterlasse ein ungutes Gefühl.

Art des Sprengstoffs unklar

Er informierte die Kantonspolizei, die den Fall bestätigt: «Es handelt sich um den Einsatz pyrotechnischer Gegenstände», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Die Polizei ermittle und sei für sachdienliche Hinweise dankbar.

Welche Art «pyrotechnischer Gegenstände» zum Einsatz kamen, ist noch unklar: Es könnten gemäss Oberlin solche sein, die selbst hergestellt wurden oder Feuerwerkskörper, wie man sie kenne. Klar ist für ihn: «Wären Menschen getroffen worden, hätte es zu schweren Verletzungen kommen können», sagt er, immerhin sei das Türchen massiv und zweiwandig gewesen.

Automat zuvor überfallen

Zugegen waren am Dienstag Sprengstoffspezialisten des Forensischen Instituts Zürich, die den Fall untersuchen. Die Staatsanwaltschaft, die in manchen Sprengstoffdelikten beigezogen wird, ist in diesen Fall nicht involviert, wie es dort auf Anfrage heisst.

«Wären Menschen getroffen worden, hätte es zu schweren Verletzungen kommen können.»

Stefan Oberlin,  
Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich 

Inzwischen ist der Milchautomat wieder in Betrieb. Bauer Samy Flach ärgert sich über den Schaden von mehreren Tausend Franken, der entstanden ist. Ob die Versicherung zahle, wisse er noch nicht.

«Als hätten wir uns nicht schon oft genug mit Sachbeschädigungen befassen müssen», sagt er und erzählt von fünf bis sechs Raubfällen: Damals sei der Milchautomat hundert Meter weiter oben im Dorf gestanden, er sei zu letzt vor etwa vier Jahren aufgebrochen worden. In diesen Fällen allerdings sei immer das Geld weg gewesen.

(Der Landbote)

Erstellt: 15.02.2017, 18:56 Uhr

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