Gachnang

Viele Fragen und kritische Anmerkungen

Am Freitagabend fand im Schloss Kefikon eine Infoveranstaltung zu den geplanten Tempo-30-Zonen im Dorf statt. Das gab viel Stoff für Diskussionen.

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Rund 60 Personen fanden sich am Freitagabend im Speisesaal des Schlosses Kefikon ein, um der Infoveranstaltung über die geplanten Tempo-30-Zonen beizuwohnen. Die Thurgauer Gemeinde Gachnang und die Zürcher Gemeinde Wiesendangen hatten die Interessierten dazu eingeladen. Die Planung war kantonsübergreifend durch das Tiefbauamt des Kantons Thurgau und die Kantonspolizei Zürich erfolgt. «Das ist mein erstes Mal, dass ich auch vor Zürcher Stimmvolk trete», begrüsst der Gachnanger Gemeinderat Fritz Stettler die Runde. Thomas Buhl, Verkehrsplaner des verantwortlichen Büros aus Frauenfeld, bläst ins gleiche Horn: «Die Planung für Kefikon ist aussergewöhnlich.»

Im Dorfzentrum Kefikons soll an mehreren Stellen statt 50 bald nur noch 30 km/h gefahren werden dürfen. Namentlich geht es um die Dorfstrasse im Zentrum, den Knoten Gundetswilerstrasse/Dorfstrasse und das Quartier Wagenstoss. Zudem müssten auch bei anderen westlichen Einmündungen in die Dorfstrasse Massnahmen getroffen werden. Ins­gesamt koste das Vorhaben laut Buhl 20 000 bis 30 000 Franken.

Einige Vorgaben

Bei der Planung solcher Zonen gelten einige Vorgaben, erklärte er: Es müssten klar erkennbare Einfahrtstore erstellt werden, ­generell gelte Rechtsvortritt und Fussgänger müssten die Strasse überall queren können. Fussgängerstreifen fallen weg. Da sich viele Autofahrer von Tafeln alleine aber nicht abschrecken lassen und trotzdem schneller fahren, müssen laut Verkehrsplaner auch bauliche Massnahmen getroffen werden, zum Beispiel sogenannte Berliner Kissen, eine Art betonierte Rampen, die das schnelle Darüberfahren verhindern sollen.

In erster Linie geht es bei den geplanten Tempo-30-Zonen dar­um, die Verkehrssicherheit zu ­erhöhen und den Schulweg zu ­sichern. Zudem sollen die Anwohner auch von geringeren Lärm- und Schadstoffemissionen profitieren. Um die Notwendigkeit der Zonen zu unterstreichen, erläutert Buhl zwei Beispiele: Einerseits habe ein Auto mit Tempo 50 einen doppelt so langen Bremsweg wie eines mit Tempo 30. Ausserdem seien 70 Prozent der Unfälle mit Tempo 50 für den betroffenen Fussgänger tödlich, bei Tempo 30 seien es nur 10 Prozent.

Als Gemeinderat Stettler die Runde öffnet, hagelt es Fragen und kritische Anmerkungen von allen Seiten. Ein Mann beschwert sich, dass die geplanten Kissen eine Behinderung für landwirtschaftliche Fahrzeuge seien. Eine Frau pflichtet ihm bei: «Ihr wollt mit Tempo 30 weniger Lärm. Wenn aber die Traktoren über diese Kissen brettern, wird es nur noch lauter.» Der Gemeinderat entgegnet, dass man die Sicherheit gegen die Bedürfnisse Einzelner abwägen müsse und dass da die Sicherheit überwiege. Ein anderer Mann wirft ein, dass die geplanten baulichen Massnahmen nur Schikane seien. Der Gemeinderat bestreitet dies und meint: «Wir machen nur das, was nötig ist.»

Einsprachen sind möglich

Thomas Buhl ermahnt die Anwesenden, dass man trotz Tempo 30 vorsichtig sein müsse und sich nicht in falscher Sicherheit wähnen sollte. Im Übrigen sei das Ganze noch keine beschlossene Sache. Die Bevölkerung hätte die Möglichkeit, Einsprachen zu machen. Diese werden die Gemeinderäte erst bearbeiten müssen, bevor die Planung in den Gemeinden aufgelegt wird. «Schaut euch deshalb die Pläne nochmals genau an», sagt Stefan Nigg, ­Gemeinderat von Wiesendangen, zum Abschluss. (Der Landbote)

Erstellt: 19.03.2017, 18:43 Uhr

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