FCW

Trainer bleiben, «Leiter Sport» kommt

Der FCW geht wie erwartet mit dem Trainerduo Umberto Romano / Dario Zuffi in die neue Saison. Und der ehemalige Spieler Oliver Kaiser (38) wird als neuer «Leiter Sport» erster Verantwortlicher im sportlichen Bereich, mit Schwergewicht natürlich auf dem «Eins».

Weiterhin zeigen die Trainer Dario Zuffi und Umberto Romano den Challenge-League-Fussballern des FCW den Weg vor.

Weiterhin zeigen die Trainer Dario Zuffi und Umberto Romano den Challenge-League-Fussballern des FCW den Weg vor. Bild: Albert René Kolb

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Es tut sich also doch etwas beim FCW. Es ist auch an der Zeit, jetzt, da der Abstiegskampf seit über zwei Wochen vorbei ist. Eine «Politik der kleinen Schritte» nennt es Andreas Mösli. Und die betreffen jetzt mal den sport­lichen Betrieb; noch steht aus, was man einen grösseren Wurf nennen könnte, nämlich das entscheidende Fortkommen in der Ablösung der Firma Keller, deren Seniorchef Hannes W. Keller vor zwei Jahren als Präsident zurücktrat und weiterhin alle Aktien besitzt. Aber noch immer keinen Nachfolger als Präsidenten hat. Sein Sohn Mike ist weiterhin Vizepräsident.

Das ändert aber nichts daran – man weiss es seit geraumer Zeit –, dass der Verein die Lizenz beantragte und erhielt mit einem Budget, das «solide» oder, in den Worten des Geschäftsführers, «Challenge-League-tauglich» zu nennen ist. 3,9 Millionen Aufwand sind in diesem Budget vorgesehen, was etwas weniger ist als zu den bisher von Vater Keller mit seinen Defizitgarantien abgesegneten Rechnungen. Also muss die sportliche Führung bei aktuellem Stand bei den Löhnen fürs «Eins» 300 000 Franken einsparen. Dar­aus lässt sich auch schliessen, dass das Kader in der neuen Saison nicht mehr so gross sein wird wie in der auslaufenden.

Einst ein Talent als Spieler

Massgeblich für die aktuelle sportliche Entwicklung ist aber dies: Anders als bisher hat der FCW fortan einen «Sportchef», der zwar nicht so heisst, aber als «Leiter Sport» auch in der Aus­sen­wir­kung jene Lücken schliessen soll, die zuletzt zu erkennen waren. Es ist Oliver Kaiser, der als Spieler des FCW einst ein grosses Talent war, in Nachwuchs-Auswahlteams kam, in der Nationalliga aber wegen Verletzungen nicht die Karriere machte, die man sich von ihm erhofft hatte. Er entwickelte sich im Büro des Spielervermittlers Wolfgang ­Vöge, der auch weiterhin «sportlicher Berater» des FCW-Vorstands bleibt. Kaiser war dann seit geraumer Zeit als «Team­manager» der Mannschaft sehr nahe, übernimmt nun aber in geho­bener Position, ja in erster sportlicher Rolle, Verantwortung. Das ist grundsätzlich als Fortschritt zu sehen.

Es ist nun auch klar, mit welchem Trainerduo er zusammenarbeiten wird, nämlich weiterhin mit Romano und Zuffi. Die beiden übernahmen die Mannschaft Mitte Februar von Sven Christ, der aus elf Spielen noch vier Punkte geholt hatte und bedrohlich abgerutscht war. In zwölf Spielen gewannen die beiden 17 Punkte; sie führten die Mannschaft nach vorübergehendem Besuch auf den letzten Platz auf Platz 6. Jetzt sind sie, nach zwei Niederlagen in Wohlen und gegen den FCZ, wieder Siebte. Man darf sagen, sie hätten den FCW auch ohne den Rückzug des FC Le Mont vor dem Abstieg gerettet.

Auf jeden Fall brachten sie Strukturen ins Spiel, gab es nach drei Monaten ihres Wirkens keinen vernünftigen Grund, ihnen keinen neuen Vertrag zu geben. Angetreten waren sie ja von Anfang an in der Absicht, diesmal nicht – wie im Spätherbst 2015 in der Nachfolge Jürgen Seebergers – als Nothelfer aufzutreten, sondern als Dauerlösung. Sie haben nun beide einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben.

Schnelle Kaderplanung

Nächster Schritt ist nun, sagt Kaiser, sagt Romano, die Planung des Spielerkaders sofort anzugehen. Schon heute Abend, nach dem Spiel in Wil, wollen sie sich zusammensetzen, um sich über ihre Sicht auf die Spielerliste klar zu werden. «Es soll dann auch möglichst rasch jeder Spieler wissen, woran er ist», sagt Romano. Was seinen Staff betrifft, zu dem ja auch der langjährige Goalietrainer Paolo Cesari gehört, ist anzumerken: Romano wünscht sich zusätzlich einen Konditionstrainer und hat auch klar einen Kandidaten im Auge.

Das aktuelle Kader gibt ja auch einen soliden Stamm her. Ein ­Abgang ist jener des Torhüters David von Ballmoos, der zu den Young Boys zurückkehrt. Ihn wird als Nummer 1 Mathias Minder ablösen; zu beantworten ist die Frage, wer die Nummer 2 wird. In die Abwehr ist durch den doch überraschenden Abgang des Captains Patrik Schuler noch ­etwas mehr Bewegung geraten als gedacht. Auf jeden Fall ist dort eine Kraft zu suchen, die auch die Rolle eines Chefs übernehmen kann. «Für Schuler ist bei uns die Tür immer offen», gibt Vorstandsberater Vöge dem Scheidenden mit auf den Weg.

Klar ist, dass vom neuen Cheftrainer und vom neuen Leiter Sport zu wünschen ist, dass sie in der Kaderplanung eine glücklichere Hand haben, als der FCW sie vor einem Jahr hatte. Der Umbruch, den der damalige Trainer Christ wünschte, ist nicht wirklich gelungen. Diese (negative) Bilanz wird sich in den wenigen Wochen bis zum Saisonende nicht mehr ändern.

Zu melden gibt es dann aber doch noch etwas, das nicht aus dem sportlichen Bereich kommt: Der FCW hat zwei neue Kräfte fürs Marketing verpflichtet. Mit ihnen soll auf einem Gebiet mehr Geld generiert werden, das in all den Jahren vernachlässigt wurde, als Hannes W. Keller das (mehr als solide) Budget garantierte. Das ist in der «Politik der kleinen Schritte» einer aus dem nicht-sportlichen Bereich, ein überfälliger. (Landbote)

Erstellt: 16.05.2017, 22:51 Uhr

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