Pfadi Winterthur

Die Korrektur zum richtigen Zeitpunkt

Zwei Tage nach der schweren 21:30-Startniederlage in Winterthur raffte sich Pfadi auf, bezwang auswärts den HC Kriens-Luzern 23:20 (16:8) und holte sich den Heimvorteil in der Halbfinalserie zurück.

20 Paraden und drei gehaltene Penaltys: Torhüter Matias Schulz, hier gegen Aleksandar Radovanovic, war im zweiten Spiel Pfadis Matchwinner.

20 Paraden und drei gehaltene Penaltys: Torhüter Matias Schulz, hier gegen Aleksandar Radovanovic, war im zweiten Spiel Pfadis Matchwinner. Bild: Roger Gruetter

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Nicht selbstverständlich war, wie die Winterthurer auf ihren missratenen Einstieg in die Best-of-5-Serie reagierten und gestern zum 1:1 ausglichen. Am Samstag in der Eulachhalle war ihnen so gut wie nichts gelungen. Sie hinterliessen einen betrüblichen Eindruck, den einer Mannschaft, die Gefahr lief, im achten Playoff-Einsatz zum siebten Mal zu scheitern.Nur zwei Tage später im Maihof zu Luzern stand eine «neue» Mannschaft auf dem Feld. Eine, die restlos Biss zeigte, entsprechend verteidigte, im Angriff zunächst sowie vorentscheidend auftrumpfte und in Matias Schulz den überragenden Torhüter hatte.

Analyse am Ostersonntag

«Das erste Spiel war sehr bitter. Aber wir haben es verkraftet»», sagte Schulz, der gestern mit 20 Paraden plus drei gehaltenen Penaltys Pfadis Matchwinner war. Am Ostersonntag, zwischen den beiden Spielen, habe man das 21:30 vom Vortag «gut analysiert», erklärte der argentinische Nationaltorhüter. «Jeder hat auch seine eigene Leistung kritisch hinterfragt.»

Das Ergebnis tags darauf liess sich sehen: «Diesmal zeigten wir eine ganz andere Leistung», betonte Schulz. «In der ersten Halbzeit hat ja fast alles geklappt.» Die Winterthurer gingen in der Verteidigung konsequenter zur Sache, weshalb die Krienser Rückraumschützen, die am Samstag zu leicht zum Abschluss gekommen waren, zurückgebunden wurden. Über «eine wesentliche Steigerung in der Abwehr und im Tor» konnte sich Trainer Adrian Brüngger freuen. Die Offensive überzeugte zunächst auch. 18 Tore aus 23 Angriffen sind eine eindrückliche Halbzeit-Bilanz. Dies alles schlug sich im Resultat nieder: Pfadis 16:8-Führung zur Pause entsprach durchaus dem, was in der Halle zu sehen gewesen war.

Die Winterthurer schienen einem sicheren Sieg entgegen zu steuern. Doch dann liess ihre offensive Produktivität markant nach. Die Krienser Deckung packte energischer zu, die Winterthurer Angreifer wirkten zögerlicher, der Druck in die Tiefe fehlte ebenso wie die Genauigkeit. So kams, dass das erste Pfadi-Tor der zweiten Halbzeit nach sechs erfolglosen Anläufen erst in der 40. Minute fiel (zum 16:11). Die Abschlussquote der zweiten Halbzeit sackte auf nur sieben Tore bei 23 Anläufen ab.

Das hätte sich rächen können. Aber die weiterhin starke Abwehr sowie der Torhüter bewahrten die Winterthurer vor Schlimmem. Entscheidend war, dass Schulz knapp drei Minuten vor Schluss zum dritten Mal an diesem Abend einen Penalty parierte. «Er hat», lobte Brüngger, «ein paar sehr wichtige Bälle gehalten.» Damit bliebs beim 21:18 – und die Krienser Aufholjagd, die zuvor innert sechs Minuten vom 21:13 bis zum 21:18 bedrohliche Ausmasse angenommen hatte, wurde gestoppt.

«Irgendwie sind wir kurz ins Zittern geraten…», musste Brüngger feststellen. Schuld daran waren die Ballverluste in der Offensive, die recht häufig zu Kontertoren führten. Pfadi griff nicht mehr zwingend an und geriet zudem auffallend früh mehrmals unter Zeitdruck.

«In der Serie angekommen»

Letztlich retteten sich die Winterthurer über die Zeit, sie waren am Ende auch der richtige Sieger dieser Partie. Schulz hielt grandios. Captain Marcel Hess, der auch vorne jeden Kampf annahm, und Michal Svajlen waren die Leader der Abwehr. Im Abschluss steuerte Linksaussen Marvin Lier mit sieben Toren, darunter vier Penaltys, einen sehr wesentlichen Teil bei. Der Spielfluss klappte nur in der ersten Halbzeit effizient genug, dort dafür hervorragend. Der Rückraum besitzt weiterhin Steigerungspotenzial, auch wenn der Auftritt vom Montag schon deutlich besser als jener vom Samstag war.

Die Bilanz des Ostermontags war allerdings vor allem diese: «Wir haben den Heimvorteil zurück erobert», freute sich Matias Schulz. Nun wieder mit zwei Heimsiegen – das nächste Spiel findet am Freitag in der Eulachhalle statt – könnte Pfadi diesen Playoff-Halbfinal für sich entscheiden. «Dieser Sieg war enorm wichtig. Jetzt sind wir in der Serie angekommen», bemerkte Brüngger. In der Playoff-Neuzeit seit 2011 haben die Winterthurer zuvor erst einmal auswärts gewonnen: 2014 im Halbfinal gegen den BSV Bern, in der einzigen Serie, die bisher an sie gegangen ist.

(landbote.ch)

Erstellt: 17.04.2017, 21:46 Uhr

Playoff-Halbfinal, Spiel 2

Telegramm

Kriens-Luzern - Pfadi 20:23 (8:16)
Maihof. - 1200 Zuschauer. - SR Buache/Meyer - Torfolge: 1:3, 3:6, 4:9, 5:12, 6:14, 8:16; 11:16, 11:20, 13:21, 18:21, 18:22, 20:22, 20:23. - Strafen: 3x2 gegen Kriens-Luzern, 5x2 inklusive Disqualifikation (Kuduz/44.) gegen Pfadi. - Kriens-Luzern: Bar (24. bis 30. Portmann); Fellmann, Wipf (1), Blättler (3), Spengler (4), Alili (1), Delchiappo, Baviera (1), Brücker, Stankovic (4/1), Radovanovic (1/1), Schramm (5). - Pfadi:Schulz; Maros (3), Hess (4), Langerhuus (2), Sidorowicz (3), Lier (7/4), Kuduz (1), Jud, Scheuner (2), Freivogel, Svajlen (1). - Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Hostettler, Ramseier, Nyffenegger und Mühlebach, Pfadi ohne Cédrie Tynowski und Gavranovic (alle verletzt). 13. Bar hält Penalty von Langerhuus, der im Nachschuss trifft. Schulz hält Penaltys von Stankovic (21. und 44.) sowie Radovanovic (58.).

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