Handball

Pfadi lässt sehr wenig zu

Pfadi gewinnt auch das fünfte Spiel der Finalrunde und festigt den 2. Platz. Mit dem 29:20 (17:10) war der BSV Bern in der kleinen Eulachhalle sogar noch gut bedient.

19 Paraden: Matias Schulz brillierte im Pfadi-Tor.

19 Paraden: Matias Schulz brillierte im Pfadi-Tor. Bild: Martin Deuring

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So irgendwann nach 36 Minuten, als sich Fehlwürfe beidseits ­häuften, kam der Gedanke auf: Eigentlich sollten Pfadi ja 19 Tore zum Sieg reichen. Die Winterthurer führten zu jenem Zeitpunkt 19:11 und machten keine Anstalten, dem BSV Bern noch sehr viele Treffer zugestehen zu wollen. Sogar also, wenn sie selbst während der restlichen 24 Minuten nicht mehr ins Netz treffen sollten, schien die Frage nach dem Sieger bereits beantwortet worden zu sein.

Derlei Gedankenspiele be­stätigten sich bis in die 51. Minute hin­ein. Der BSV hatte da erst eine 13 auf seinem Konto – Pfadi im Übrigen bereits 24, womit die Entscheidung ohnehin längst gefallen war – und blieb immer wieder an der 6-0-Abwehr oder am überragenden Torhüter Matias Schulz hängen. Aber weil die Winterthurer in den letzten neun Minuten etwas nachlässiger wurden, durften die Gäste ihre Trefferzahl auf 20 schrauben. Jene 19 also hätten doch nicht gereicht.

Schulz und die Abwehr

«Wir machten ein paar individuelle Fehler», sagte Trainer Adrian Brüngger zu den Schlussminuten. «In der Abwehr verloren wir Zweikämpfe, und vorne hatten wir Ballverluste, die nicht hätten passieren müssen.» Abgesehen von dieser Phase aber gabs am Auftritt der Winterthurer nicht viel zu bemängeln. Klar hätten sie in den Startminuten mehr Kapital aus ihren Kontern – aus den ersten neun Gegenstössen erzielten sie fünf Tore – schlagen sollen. Und eben jene Momente zu Beginn der zweiten Hälfte waren mitunter etwas wirr. Doch ansonsten lieferte Pfadi ein sehr zufriedenstellendes Spiel ab.

Von einer «recht soliden Leistung» sprach Brüngger. Er hob das Konterverhalten während der ersten Halbzeit hervor. «Der Wille und die Bereitschaft, die Gegenstösse gnadenlos zu spielen, haben mir gefallen.» Den ersten «normalen» Positionsangriff gingen die Winterthurer deshalb erst in der 6. Minute an. Davor waren sie, dank Abwehr und Torhüter, ausschliesslich Konter gelaufen.

Die Winterthurer liessen den Gästen sehr wenig zu. Im Prinzip waren sie besser als diese neun Tore Differenz, die am Ende auf der Anzeigetafel standen. Prunkstück war die 6-0-Defensive, «gegen die sich der BSV sehr schwergetan hat», wie Brüngger formulierte. Dahinter stand ­Argentiniens Nationaltorhüter Matias Schulz, der mit seinen 19 Paraden brillierte. «Die 6-0-Abwehr ist inzwischen sehr verlässlich geworden», erklärte Brüngger und ergänzte: «Unsere 3-2-1-Variante wird sicher auch wieder auftauchen . . .» Für ein starkes3-2-1 müssten Stefan Freivogel und Marcel Hess «wieder voll fit sein».

Beiden Mannschaften fehlten Spieler verletzt. Pfadi steckte das viel leichter weg, weil sein Kader schlicht besser und breiter besetzt ist als jenes des NLA-Fünften. Dazu passte, dass Marvin Lier auch auf der falschen Flügelseite gefährlich ist, dass Yannick Ott einmal mehr bestätigte, eine wertvolle Alternative zu sein, und dass Jonas Langerhuus seine Dezemberleistungen wiederholte. Rückraumschütze Ante Kuduz war mit sechs Treffern bester Skorer des Teams, wobei nicht ­alle Versuche erfolgreich waren. Die verwegene Art, wie er auf dem Feld auftritt, tut der Mannschaft in Angriff und Abwehr gut.

Pfadi hat einen Klub, der in der Finalrunde steht, aber die Playoffs klar verpasst, restlos dominiert. Die Top 4 der laufenden Saison sind überlegener als in den Jahren zuvor. Pfadi festigte gestern seinen Platz hinter Titelverteidiger Kadetten Schaffhausen. Da sich Wacker Thun zugleich auswärts gegen den HC Kriens-Luzern durchsetzte, führen die «üblichen» drei Klubs die Schweizer Hierarchie an.

Mit welcher Ausgangslage Pfadi in die Playoffs steigen kann, wird sich in den folgenden beiden Partien deutlicher abzeichnen: am nächsten Mittwoch beim Heimspiel gegen die Kadetten und am Samstag darauf beim Match in Thun. Die Winterthurer könnten den Leader noch bedrängen, aber auch in bedrohliche Nähe zu Thuns Platz 3 ab­rutschen. ()

Erstellt: 15.03.2017, 23:13 Uhr

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