Turnen

«Mein Ziel erreicht»

Der Kunstturner Taha Serhani überzeugte an der EM in Cluij-Napoca mit seiner Reckübung, muss aber aufgrund der Nationenregelung am Sonntag trotzdem zuschauen.

"Überzählig", aber dennoch zufrieden: Taha Serhani. Bild: David Baer / Archiv

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Taha Serhani (TV Hegi) turnte am Reck eine saubere Übung, voll gespickt mit Höchstschwierigkeiten. So zeigte er unter anderem das Flugelement «Kolman», einen Doppelsalto über die Stange mit einer ganzen Drehung um die Längsachse zum Wiederfassen. Als auch der Ausgang gelang, jubelte er. Die Wertung 13,791 (6,0 Schwierigkeit) reichte für den finalberechtigten achten Rang.

Doch aufgrund der Regelung, dass «nur» zwei Athleten pro Natio­nen den Final turnen dürfen, scheidet er als dritter und überzähliger Schweizer aus. Oliver Hegi klassierte sich als Erster und Pablo Brägger als Fünfter. «Ich bin sehr glücklich, ich habe meinen Wettkampf durchgezogen und damit mein Ziel erreicht. Ich wurde Achter, ein tolles Resultat. Es ist halt Pech, dass Hegi und Brägger besser waren. Ich freue mich für sie», so Serhani.

Der Traum von Tokio

Seine «Visitenkarte» konnte der 22-jährige Winterthurer aber trotzdem abgeben, was für die Zukunft wichtig ist. Sein grosser Traum ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in ­Tokio. Mit von der Partie werden dann höchstens vier Schweizer sein. Das Nationalkader besteht zurzeit aus zwölf Turnern. Zudem drücken die Jungen nach – unter ande­ren Taha Serhanis Bruder Samir. Der 18-Jäh­rige wechselt im Sommer ebenfalls ins Natio­nale Leistungszentrum nach Magglingen.

Boden als Zugabe

Für die Zukunft wird sich Taha Serhani daher nicht auf ein Gerät spezialisieren, sondern weiterhin den Mehrkampf trainieren. Da der Solothurner Benjamin Gischard aufgrund einer Fussverletzung auf den Start am Boden verzichtete, kam Taha Serhani in Rumänien noch zu einem wei­teren Einsatz. Die 13,566 (5,5) reich­ten für den 31. Rang.

Auch damit hat er sein Ziel «Erfahrungen sammeln» erreicht. «Vor dem Reck war ich schon recht nervös. Dafür dann am Boden überhaupt nicht mehr. Mein Kopf war sogar so leer, dass ich beim Einturnen in der falschen Ecke begann», ­erzählte Taha Serhani lachend. Beim Wettkampf war aber die Konzentration wieder da, und er musste nur ab und zu seine Landungen leicht korrigieren.

Bis am Samstag wird Taha ­Serhani in Rumänien weiter trainieren, auch wenn die Bedingungen nicht top sind. Die Einturnhalle zum Beispiel ist sehr kalt und dunkel, auch in Rumänien zeigt der April sich von seiner wechselhaften Seite, es hat geschneit in Cluij-Napoca. Serhani wird noch die Wettkämpfe der Schweizer Frauen und seiner Kollegen mitverfolgen. Im Anschluss an die EM wird er eine Woche Ferien geniessen, um sich dann wieder in Magglingen auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten. ()

Erstellt: 20.04.2017, 21:50 Uhr

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