BASKETBALL

«Wir haben viele Fortschritte gemacht»

Auch in der zweiten NLA-Saison haben die Winterthurer Männer oft verloren. Dennoch ist Trainer Daniel Rasljic überzeugt, dass sein Team bereit ist, sich vom Tabellenende zu lösen.

«Am Schluss konnten wir das Spiel unseren Stärken entsprechend gestalten»: Daniel Rasljic (links) mit seinem Team.

«Am Schluss konnten wir das Spiel unseren Stärken entsprechend gestalten»: Daniel Rasljic (links) mit seinem Team. Bild: Stefan Kleiser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Daniel Rasljic, am Samstag ging die zweite Saison der von Ihnen trainierten Basketballer in der NLA zu Ende. Im letzten Drittel der Meisterschaft erzielte das Team drei Siege bei sieben Niederlagen ... Sind Sie zufrieden?
Daniel Rasljic: Ja, das ist in etwa das, was wir uns vorgestellt hatten.

Vorher setzte es aber 14 Niederlagen in Folge ab. Warum dauerte es so lange bis zu Erfolgen?
Weil schon vor den ersten Spielen und vor der Vorbereitung mit den Verletzungen von Badou Diagne und Hannes Osterwalder vieles auseinanderfiel. Wir brauchten die erste Runde, um uns zu finden, und hatten bei der einen oder anderen Begegnung Pech und verloren in den Schlussminuten oder in der Verlängerung.

Warum hat der BCW Badou Diagne nicht sofort ersetzt?
Es war eine Kombination von wenig Geld und der Hoffnung, dass er bald wieder spielen kann. Er war unsere wichtigste Verpflichtung, unser Mann in der Verteidigung und im Angriff. Leider heilte sein Fuss nicht und so konnte er sein Potenzial nicht zeigen, und wir trugen den Schaden. Aber hinterher ist man immer schlauer. Ich muss mehr auf die kleinen Dinge achten. Und ich war im Sommer zu lange damit beschäftigt, diejenigen Spieler zu finden, die ich schon vor dem Sommer gefunden haben wollte.

Es fehlt dem BCW also ein Kern an Spielern, von denen Sie wissen, dass sie immer da sind?
Du brauchst zwei, drei Schweizer Athleten, die kompetitiv genug sind, dass du sie einsetzen kannst. Das ist der Grundstein. Wenn du die nicht hast, ist es schwierig. Denn bei der 3+1-Ausländer-Regelung stehen immer mindestens zwei Schweizer auf dem Feld. Am besten ist es, wenn du schon vor dem Sommer weisst, wer das ist.

Und wer wird das nächste Saison sein?
Das weiss ich noch nicht. Wir verhandeln mit den Schweizer Spielern, die hier sind, und mit den­jenigen, die wir bei uns haben möchten. Die Spieler wollen jetzt aber zuerst ihren Marktwert prüfen. Und das verzögert alles.

Kevin Monteiro, Ersatzspieler in Fribourg, wurde in Winterthur zum Leistungsträger. Ist das ein Beispiel für eine Zusammenarbeit mit anderen Clubs?
Ich glaube nicht. Zumindest ist das nicht so geplant. Wir würden gerne unsere eigenen Junioren ausbilden und einsetzen oder mit Vereinen in der Region zusammenarbeiten. In unserer Region gibt es vielleicht zehn genügend talentierte und ambitionierte Spieler. Aber die haben wenig Vorstellung von NLA-Basketball. Ansonsten ist unsere Region vor allem für den Breitensport ausgelegt, und nur wenige wollen den Trainingsaufwand auf sich nehmen, da wenig Unterstützung für den Leistungssport geboten wird.

Mit Cristian Henrici, Nico Hulliger und Yonedys Ramirez haben drei Junioren ab und zu Einsatzzeit in der ersten Mannschaft bekommen. Wo stehen die drei?
Henrici hätten wir gerne mehr eingesetzt. Aber wegen seiner Ausbildung war er nicht immer im Training. Im Sommer ist seine Schule fertig. Wir erhoffen uns, dass er danach auf Sport setzt. Das würde ihn bei uns zu einem Stammspieler machen. Hulliger und Ramirez sind noch etwas weiter weg. Sie müssen in der U19-Mannschaft noch mehr Verantwortung übernehmen.

Mohamed Souaré, Vidura Disanayake und Hannes Osterwalder verliessen den BCW bereits in der ersten Saisonhälfte. Was macht die Auswahl der richtigen Spieler zu schwierig?
Bei Vidura waren familiäre Umstände ausschlaggebend, Hannes blieb zwischen den Paragrafen stecken: Er zählte trotz Schweizer Pass als Ausländer. Und in Souaré haben wir uns getäuscht. Alle drei waren zu weit weg, um in der NLA Akzente zu setzen, und hatten keine realistischen Vorstellungen vom Niveau. Wir hätten allen drei gerne eine Karriere in dieser Liga ermöglicht und sind bei der Rekrutierung gewisse Risiken eingegangen, die sich nicht ausbezahlt haben.

Wird der BCW als kleiner Verein immer Risiken eingehen müssen bei den Verpflichtungen?
Ja. Von den 15 besten Schweizer Spielern können wir keinen holen, denn wir schauen uns nicht nach Schweizer Profispielern um. Wir suchen Athleten, die in erster Linie eine Ausbildung absolvieren und für die Basketball an zweiter Stelle kommt. Als Seitenprodukt stehen wir, dass es immer Spieler geben wird wie Kevin Monteiro, die in ihrem Verein keine Spielzeit erhalten und die sich dadurch nicht entfalten können. Aus diesen Spielern machen wir etwas. Wir sind überzeugt, dass junge Erwachsene gut beraten sind, wenn sie sich um wirtschaftlich starke Ausbildungsstädte wie Zürich oder Winterthur aufhalten.

Welche Schritte sind nötig, damit in der nächsten Saison ein ähnlicher Aufschwung gelingt wie bei den Frauen, die heuer die Finalrunde erreicht haben und den Cup gewannen?
Der erste Schritt ist, dass wir die Saison positiv bewerten. Wir haben viele Fortschritte gemacht. Wir konnten am Schluss der Saison gut mithalten, Ideen in unserem Spiel umsetzen und das Spiel unseren personellen Stärken entsprechend gestalten. Jetzt müssen auch andere Athleten merken, dass der Basketballclub Winterthur in die Ausbildung investiert und sie beim Engagement in unserem Verein profitieren können. Sie müssen aber verstehen, dass es stets ein Geben und Nehmen sein wird. Bei den Damen meldeten sich im Sommer sogar Spielerinnen aus Solothurn, die bei uns mitspielen wollten. Bei den Männern dreht das Spielerkarussell schneller. Letztes Jahr mussten wir im Sommer wieder bei null anfangen. Ich hoffe, das ist jetzt nicht mehr so.

()

Erstellt: 20.04.2017, 20:09 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!

Kommentare

Werbung

KIWI

Kiwi Kinos Winterthur