Förderbeiträge

35 Millionen Fördergelder für Gebäudehüllen

Für 2017 hat die Regierung die Förderbeiträge für erneuerbare Energien gestrichen. Nach wie vor gibt es aber Geld für Hausbesitzer, welche die Hülle ihrer Gebäude besser isolieren.

Wer die Aussenwand isoliert, erhält einen Bonus.

Wer die Aussenwand isoliert, erhält einen Bonus. Bild: Shotshop

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Die 35 Millionen Franken Fördermittel, die im Kanton Zürich dieses Jahr für die Wäremedämmung von Häusern zur Verfügung stehen, kommen vom Bund. Er erhebt auf Gas und Öl, das zum Heizen verwendet wird, eine CO2-Abgabe. Bundesweit kommen so 300 Millionen zusammen. Mindestens zwei Drittel davon werden gemäss Bevölkerungszahl auf die Kantone verteilt. Die Kasse des Kantons Zürich wird dadurch also nicht belastet. Anders verhält es sich mit jenen Fördergeldern, die für Heizsysteme mit erneuerbaren Energien (Solar-, Fern- und Abwärme) bestimmt sind. Hier zahlt der Kanton die Hälfte mit. Diese Mittel hat die Regierung für das Jahr 2017 aus Spargründen gestrichen (Kasten).

Nicht für Fenster

Hausbesitzer im Kanton Zürich, die von den 35 Millionen profitieren wollen, müssen einen beim Kanton einen Antrag stellen. Aber Achtung: Geld gibt es nur für energetische Verbesserungen der Hülle. Beiträge an neue Fenster oder andere Verbesserungen sind aus diesen Bundesmitteln nicht erhältlich. Die Ansätze:

Grundbetrag: 40 Franken pro Quadratmeter gibt es für Wärmedämmungen an Dächern, Wänden und Böden.

Bonus I: Zusätzliche 20 Franken zum Grundbetrag erhält, wer eine Aussenwand dämmt.

Bonus II: Zusätzliche 20 Franken zum Grundbetrag gibt es auch für Hausbesitzer, die 90 Prozent der Fassaden- und Dachfläche isolieren. Wer alle Förderungsstufen inklusive Aussenwand durchläuft, kommt auf 80 Franken pro Quadratmeter.

Besonders grosser Anreiz

Laut Antje Horvath, Leiterin Energieberatung beim kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), entsprechen die 35 Millionen dem bisherigen Höchstbetrag, der seit 2010 für Wärmedämmungen von Gebäudehüllen zur Verfügung steht. Dies hänge mit dem modifizierten Finanzierungsmodus zusammen, sagt Horvath.

Deshalb und um den Bezug der Fördermittel attraktiver zu machen, habe man dieses Jahr Boni eingebaut. «Der Anreiz für Hausbesitzer, von den Fördermitteln zu profitieren, war noch nie so gross wie dieses Jahr», sagt Horvath. Zum Einsatz kommen solche Fördergelder für Häuser, die vor dem Jahr 2000 gebaut wurden. Wie gross das Sanierungspotenzial im Kanton Zürich ist, lässt sich laut Horvath mangels Zahlen nicht sagen.

Das Förderprogramm für Gebäude in der heutigen Form läuft seit 2010. Die im Kanton Zürich ausbezahlten Beiträge schwankten stark. 2015 waren es 17 Millionen, in den Vorjahren 24 (2014), 20,5 (2013), 27,5 (2012), 18 (2011) und 2,2 (2010) Millionen Franken. Für das Jahr 2016 liegen noch keine Zahlen vor. Die Schwankungen hängen laut Horvath unter anderem mit den mehrfach geänderten Spielregeln zusammen. So gab es ursprünglich nur für Fenstersanierungen Geld, später mussten auch umliegende Gebäudeteile enthalten sein.

Der auffallend geringe Betrag von 2010 erklärte sich laut Horvath damit, dass das Gebäudeprogramm erst auf Touren kommen musste. Dieses löste 2010 übrigens den Klimarappen ab. Unter diesem Titel gab es zwischen 2005 und 2009 Beiträge ebenfalls für die Gebäudehülle – aber unter der Bedingung, dass fossile Heizenergie verwendet wurde. Später spielte die Art der Heizung keine Rolle mehr. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 11.01.2017, 18:31 Uhr

Infobox

Der Regierungsrat hat im Zuge der Leistungsüberprüfung Lü16 die Fördergelder für Heizungen mit erneuerbaren Energien (thermische Solaranlage, Wärmepumpe etc.) für 2017 gestrichen. Den Spareffekt beziffert die Regierung auf 8 Millionen. Weil jeder Kantonsfranken zusätzlich einen Bundesfranken geniert, wird dem Fördermarkt der doppelte Betrag entzogen. Aus Protest gegen diese Kürzung ist im Kantonsrat mit den Stimmen von SP, Grünen, AL, GLP, CVP, EVP und BDP ein zuvor für dringend erklärtes Postulat überwiesen worden. Die Antwort steht noch aus. tsc

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