Zürich

Per Mausklick durch die Zürcher Gesetze der letzten 200 Jahre

Wer wissen möchte, wie «liederliche Weibspersonen» oder «Hochverräter» vor 200 Jahren in Zürich bestraft wurden, kann dies künftig durch ein paar wenige Mausklicks erfahren. Das Zürcher Staatsarchiv macht sämtliche Erlasse seit 1803 im Volltext online zugänglich.

Bild in der vom Staatsarchiv und Zentralbibliothek Zuerich im Predigerchor gestaltete Ausstellung. Das Bild zeigt das Ende der Besetzung, 1795.

Bild in der vom Staatsarchiv und Zentralbibliothek Zuerich im Predigerchor gestaltete Ausstellung. Das Bild zeigt das Ende der Besetzung, 1795. Bild: Keystone

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Das aufwändige Suchen in gedruckten Gesetzesbänden ist vorbei, schreibt das Staatsarchiv des Kantons Zürich in einer Mitteilung vom Dienstag. Neu lasse sich die zürcherische Gesetzgebung bequem bis in die Zeit Napoleons zurückverfolgen. Der französische Feldherr hatte den Zürchern 1803 die erste Verfassung diktiert.

Knapp 10'000 Rechtstexte aus der Zeit von 1803 bis 1998 wurden vom Staatsarchiv digitalisiert und im Volltext online gestellt. Seit 1999 wurde das gültige Recht ohnehin jeweils auch im Internet publiziert. Ältere Erlasse mussten davor in den gedruckten Bänden der «Offiziellen Sammlung» mühsam gesucht werden.

Unter //www.archives-quickaccess.ch/search/stazh/os kann jeder Interessierte in den alten Gesetzestexten stöbern. Gesucht werden kann nach Stichworten, Volltexten oder auch Daten. Bei jedem Erlass sieht man auch, wie oft er geändert oder wann er aufgehoben wurde. Bei der Kantonsverfassung von 1869 sind beispielsweise rund 50 Änderungen dokumentiert.

«§. 227. Wenn Verdacht gegen Innhaber von Häusern vorwaltet, dass sie unzüchtige Weibspersonen halten, und zur Verführung oder zur Verkupplung Gelegenheit geben, so sollen selbige durch die Stillstände auf das nachdrucksamste gewarnet werden. (...)» Staatsarchiv

In den alten Texten erfährt man beispielsweise, dass Mörder, Vergewaltiger, Diebe und Brandstifter gemäss Strafgesetzbuch von 1835 Tag und Nacht angekettet und zu schweren Arbeiten gezwungen wurden. «Liederliche Weibspersonen» wurden des Landes verwiesen. Und «Hochverrätern» drohte mitunter auch die Todesstrafe. (mcp/sda)

Erstellt: 07.03.2017, 11:28 Uhr

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