Zürich / Wädenswil

Wädenswil als Pilotgemeinde für neue Waldgrenzen

Die Waldfläche im ganzen Kanton Zürich soll nicht weiter zunehmen. In Wädenswil wird nun ein neues Vorgehen getestet, um dies sicher zu stellen.

Wo hört der Wald auf und beginnt das Kulturland? In Wädenswil (Bild) testet der Kanton eine neue Regelung, die künftig mehr Klarheit bringen soll.

Wo hört der Wald auf und beginnt das Kulturland? In Wädenswil (Bild) testet der Kanton eine neue Regelung, die künftig mehr Klarheit bringen soll. Bild: Reto Schneider

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Wo der Wald endet und wertvolles Kulturland beginnt, will der Regierungsrat künftig für jede Gemeinde genau festlegen. In Wädenswil soll getestet werden, ob sich dieses Vorgehen bewährt.

Der Wald geniesst in der Schweiz einen starken Schutz, seine Fläche darf nicht abnehmen. Doch immer wieder kommt es zu Unklarheiten, wo genau die Waldgrenze verläuft. Weil sich der Wald sogar eher wieder ausbreitet, geht stellenweise wertvolles Landwirtschaftsland verloren, wie die Zürcher Baudirektion am Dienstag mitteilte.

Der Bund hat deshalb den Kantonen im Rahmen des neuen Waldgesetzes die Möglichkeit eingeräumt, auch ausserhalb der Bauzone künftig so genannte «statische», also feste Waldgrenzen zu ziehen. Davon macht Zürich nun Gebrauch. Im Richtplan legt der Regierungsrat fest, dass diese Grenzen künftig fix sein sollen.

Festgesetzt werden sollen sie in einem gemeinsamen Plan mit den kantonalen Nutzungszonen für jede Gemeinde. Diese legen die Funktion von Flächen ausserhalb des Siedlungsgebietes fest. Bäume, die über die gezogene Waldgrenze einwachsen, dürfen also künftig ohne Bewilligung gefällt werden.

Klarheit an der Waldgrenze schaffen

Damit soll wertvolles Kulturland nicht mehr verloren gehen, wie die Baudirektion schreibt, etwa Landwirtschaftsland, das für die Nahrungsmittelproduktion benötigt wird. Es soll aber auch ganz klar gemacht werden, bis wohin der Wald strikten Schutz geniesst.

Zudem bietet die neue Regelung allen Grundeigentümern Rechtssicherheit, heisst es weiter. Wer Wald besitze, solle genau wissen, was ihm gehört. Wer an den Wald grenzendes Land besitzt, soll sicher sein, dass ihm dieses erhalten bleibt.

In Wädenswil will die Baudirektion prüfen, ob sich dieses Vorgehen in der Praxis bewährt. Dort sind die kantonalen Nutzungszonen und die Waldgrenze deshalb bereits genau definiert und festgelegt worden. Vom 20. Januar bis zum 20. März liegen die Pläne öffentlich auf. Verläuft das Verfahren erfolgreich, soll mit der Festsetzung im ganzen Kanton begonnen werden. (mst/sda)

Erstellt: 10.01.2017, 11:52 Uhr

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