Frühschicht

Fritschi: «In Japan war ich für die Unterhaltung zuständig»

Am Donnerstagmorgen in aller Früh gab Stadtrat Stefan Fritschi Anekdoten aus seiner «Karriere» zum Besten. Und er erzählte von Japan, wo er als Praktikant die Leute mit seinem Akzent amüsierte.

Stadtrat Stefan Fritschi erzählte im Bistro der Alten Kaserne in Winterthur Anekdoten zum Thema Karriere.

Stadtrat Stefan Fritschi erzählte im Bistro der Alten Kaserne in Winterthur Anekdoten zum Thema Karriere. Bild: Archiv

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Eigentlich wisse er nicht, warum gerade er zum Thema Karriere eingeladen wurde, sagte Stadtrat Stefan Fritschi (FDP). «Als Politiker kann man ja am allerwenigsten seine Karriere planen, vor allem weil es in der Schweiz nicht förderlich ist, wenn man sich durch Ambitionen hervortut.»Es war der erste Lacher an diesem frühen Morgen. Wie immer begann die «Frühschicht» im Bistro der Alten Kaserne schon um halb sieben Uhr in der Früh. Dann, wenn die meisten Leute zu nicht mehr fähig sind als einen doppelten Espresso oder Ovi zu trinken. Schauspieler Manfred Heinrich las Kurzgeschichten zum Thema «Karriere» im Wechsel mit dem Tagesgast, am Donnerstag eben Stadtrat Fritschi.

Nackt ohne Mappe

Die erste Geschichte handelte von der Ledermappe, die «ihren Träger an die Wichtigkeit seiner Arbeit glauben lässt». «Ich fühle mich nackt, ohne meine Mappe», bestätigte daraufhin Fritschi. «Und ich habe dort Sachen drin, die ich nicht brauche.» Die Mappe sei ein Geschenk seiner Frau gewesen. «Ich wollte genau diese Mappe, weil sie so schön gross ist.»

Hinter seiner Karriere stecke wenig Planung, gestand Fritschi., und erzählte von seinem Studentenjob in der Informatikabteilung der Bank Julius Bär. Damals schickte man Mails noch nicht im «cc», sondern als «z. K.», also «zur Kenntnisnahme». Gemeinsam mit Kollegen hätte er diese Funktion scherzhaft in «zwecks Karriere» umbenannt. «Das cc dient übrigens nicht nur in der Privatwirtschaft diesem Zweck, sondern auch in der Verwaltung», sagte Fritschi analytisch. Und er schlug philosophische Töne an: Karriere habe insgesamt immer weniger Bedeutung, sagte Fritschi. «Weil Karriere den Menschen nicht in seiner Ganzheit erfasst.» Heute werde der Mensch kompletter wahrgenommen.

Mit sichtlicher Freude erzählte er, wie er als Praktikant für Toshiba in Japan nur sehr wenige Aufgaben hatte. «In Japan ‹leistet› man sich wenige ausländische Arbeitskräfte», sagte Fritschi, «die sorgen dann für Unterhaltung.» Das habe sich nicht nur auf die Arbeit beschränkt. Er sei Mitglied im Sinfonieorchester gewesen, im Segelklub, im Teeklub und im Sumo-Klub. «Nicht als Kämpfer, als Zuschauer», sagte er und lachte. «Ich habe einfach ein bisschen Japanisch gesprochen und die Leute waren amüsiert.»

Armlehnen und Beförderung

Ebenfalls als Student war Fritschi für die Winterthurer Versicherungen tätig, und wenn man seine Anekdote zum Masstab nimmt, war es nicht nur eine goldene, sondern auch eine kuriose Zeit. «Wenn die Angestellten damals unterschriftsberechtigt wurden, schenkte man ihnen ein Paar Armlehnen für ihren Bürostuhl», erzählte Fritschi. Seine Aufgabe sei es damals auch gewesen, die Lehnen anzuschrauben. «Einmal habe ich eine Schraube schräg montiert und die Pneumatik beschädigt, so dass man den Stuhl nicht mehr hoch stellen konnte.» Der Mitarbeiter sei aber nicht verärgert gewesen deswegen: «Er wollte keinen neuen, sondern den tiefen Stuhl behalten.» (landbote.ch)

Erstellt: 16.02.2017, 15:43 Uhr

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