Diese zwei sind ein eingespieltes Team

Sonja Nüssli besucht mit ihrem Hund Bewohnerinnen und Bewohner in einem Alterszentrum, um ihnen Freude zu bereiten.

Eine Pfote zur Begrüssung: Sonja Nüssli besucht mit ihrem Therapiehund Fuego einen Bewohner im Alterszentrum Rosental.

Eine Pfote zur Begrüssung: Sonja Nüssli besucht mit ihrem Therapiehund Fuego einen Bewohner im Alterszentrum Rosental. Bild: Melanie Duchene

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Ich besuche mit meinem Golden Retriever Fuego, einem neunjährigen Rüden, Bewohnerinnen und Bewohner in einem Alterszentrum und versuche damit, ihnen eine Freude zu machen und etwas Abwechslung in ihren Alltag zu bringen. Wenn die betagten und pflegebedürftigen Menschen den Hund streicheln können, tut ihnen das gut. Dadurch erfahren sie Wärme und Zuneigung, auch wenn diese quasi ‹nur› von einem Tier kommen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind tagtäglich auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Manche fühlen sich deshalb etwas nutzlos, weil sie denken, dass sie andern Menschen nichts mehr geben können.

Der Therapiehund drückt mit seiner Körpersprache genau das Gegenteil aus – nämlich dass er gerne angesprochen und gestreichelt werden möchte. Ein Hund, der sich in seinem Einsatzumfeld wohlfühlt, kann Spannungen lösen und verdeckte Bedürfnisse wecken. Das Tier kennt keine Vorurteile, ist einfühlsam und geduldig und kann sehr anschmiegsam zu den älteren Menschen sein.

Therapiehunde und ihre Besitzer arbeiten auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis. Der Hund wird vorher zusammen mit seinem Besitzer ausgebildet. Gemeinsam werden später ganz unterschiedliche Institutionen besucht. Das können zum Beispiel Seniorenzentren, Rehakliniken, Behindertenheime, Sonderschulen oder Spitäler sein. Ich selber besuche mit Fuego das Alterszentrum Rosental der Stadt Winterthur. Selbstverständlich darf man von einem Therapiehund keine Heilung erwarten. Mir fällt aber auf, dass sich zum Beispiel gerade pflegebedürftige Menschen einem Therapiehund gegenüber anders verhalten als gegenüber ihren Mitmenschen. Sie zeigen nicht nur Freude, sondern blühen manchmal richtig auf.

Ein Besuch dauert in der Regel zwischen dreissig Minuten und einer Stunde. Dann sind die Tiere erschöpft. Nicht jeder Hund kommt für solche Einsätze in Frage. Als Therapiehunde eignen sich vor allem menschenbezogene, freundliche und geduldige Tiere. Die Hunde müssen belastbar sein und über eine einfühlsame, aber konsequente Erziehung verfügen. Selbstverständlich müssen die Tiere körperlich gesund sein.

Das A und O ist die Ausbildung von Besitzer und Hund. Der Verein Therapiehunde Schweiz (VTHS) bildet deshalb Halter oder Begleiter mit ihren Hunden aus. Das Team muss dabei zwei praktische Prüfungen bestehen. Hinzu kommt eine theoretische Prüfung. Mit Fuego habe ich zusätzlich die Ausbildung zum Schulungshund absolviert. Wir besuchen auch Kindergartenklassen und vermitteln den Kindern, wie sie sich gegenüber einem Hund richtig verhalten müssen. Damit wollen wir verhindern, dass Kinder von einem Hund gebissen werden. Meine Familie besteht heute aus meinem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen, wobei uns die Vierbeiner ganz schön auf Trab halten. In meiner Freizeit betreibe ich Hundesport, und dann haben wir noch einen wunderbaren Campingplatz am Rhein, wo wir uns alle erholen können.»

(landbote.ch)

(Erstellt: 17.06.2015, 20:59 Uhr)

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