Winterthur

Nur SVP-Kandidat legt Budget nicht offen

Über 300 000 Franken geben die Kandidaten für den Stadtrats-Wahlkampf insgesamt aus. Doch nicht alle reden gleich offen über das Geld, das ihnen zur Verfügung steht.

Daniel Oswald (SVP) will der Öffentlichkeit nicht mitteilen, wie viel er ausgibt um sie von seiner Wahl zu überzeugen.

Daniel Oswald (SVP) will der Öffentlichkeit nicht mitteilen, wie viel er ausgibt um sie von seiner Wahl zu überzeugen. Bild: zvg

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Morgen in einem Monat wird in Winterthur gewählt und der Wahlkampf um Matthias Gfellers Nachfolge im Stadtrat kommt allmählich auf Touren. Beim Hauptbahnhof hängen erste Wahlplakate, Partei-Flyer liegen in den Briefkästen. Der «Landbote» wollte von den fünf Kandidatinnen und Kandidaten wissen, wie ihr Wahlkampfbudget im Detail aussieht. Die Antworten zeigen, wie stark sich die Wahlkampagnen finanziell unterscheiden.

Die SP-Kandidatin Christa Meier beispielsweise hat für den ersten und einen allfälligen zweiten Wahlgang 88 000 Franken zur Verfügung. Knapp die Hälfte davon stammt aus der Parteikasse der SP. Weit hinter Meier kommen EVP-Frau Barbara Huizinga-Kauer mit 60 000 Franken und der Grüne Jürg Altwegg mit 55 000 Franken zu liegen. Abgeschlagenes Schlusslicht ist der grünliberale Kantons- und Gemeinderat Michael Zeugin. Er verfügt über ein Budget von nur gerade 38 000 Franken.

Deutlich mehr bei Lisibach

Ein Kandidat schweigt zu sämtlichen Fragen zur Budget-Transparenz: SVP-Politiker Daniel Oswald. Seine Partei, die auch auf nationaler Ebene nur wenig zur Wahl- und Abstimmungsfinanzierung preisgibt, verteidigt Oswalds Schweigen. «Es besteht bei diesem Thema schlicht kein Recht auf Transparenz», argumentiert SVP-Präsident Simon Büchi. «Die Spender und Gönner haben vielmehr ein Recht auf Vertraulichkeit.»

«Es besteht bei diesem Thema schlicht kein Recht auf Transparenz»Simon Büchi, 
SVP-Präsident

Angefragte Parteikollegen von Daniel Oswald zeichnen jedoch ein recht klares Bild von dessen Wahlkampfbudget. Sie sprechen übereinstimmend von einem Budget «zwischen 80 000 und 90 000 Franken für zwei Wahlgänge». Damit wäre Oswald zweitplatzierter hinter der SP oder gar Spitzenreiter der Tabelle.

Laut den Insidern ist diese Summe für einen Winterthurer SVP-Kandidaten allerdings eher gering. Bei der Wahl von Josef Lisibach 2014 (damals ging es um eine bürgerliche Mehrheit im Stadtrat), sei deutlich mehr Geld ausgegeben worden, vor allem von den Wirtschaftsverbänden. Diese spendeten bei Oswald nun eher zögerlich, da keine Richtungswahl ansteht.

Geld vom «Eiger»-Club

Eine namhafte Summe soll Oswald aber vom sogenannten Eiger Club erhalten haben. Diese Vereinigung, die bisher öffentlich nicht in Erscheinung trat, ist ein Zusammenschluss von ehemaligen und aktiven SVP-Politikern unter der Führung von Parteikoryphäen und Strategen. Der Eiger Club soll Oswald mit mindestens 10 000 Franken unterstützt haben.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.01.2017, 17:35 Uhr

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