Der Hochhaus-Abriss rückt näher – es braucht noch eine Bewilligung

Der Gestaltungsplan für den Neubau des KSW ist rechtskräftig. Für Rekurse gegen das Megaprojekt bleibt eine letzte Gelegenheit.

Wenig geliebt: Das Hochhaus soll weg.

Wenig geliebt: Das Hochhaus soll weg. Bild: Marc Dahinden

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Es ist bemerkenswert: Der Neubau des Kantonsspitals Winterthur, ein Bauprojekt der Super­lative, hat keine Gegner. Auf der politischen Ebene hat sich niemand gegen das 370-Millionen-Geschäft gestellt (bezahlen muss nicht die Stadt, sondern das Spital selbst, wobei der Kanton den Bau vorfinanziert), und auch im Quartier scheint man nichts dagegen zu haben, wenn das bald 50-jährige Hochhaus wegkommt.

Mittlerweile hat das Gross­projekt eine weitere Hürde genommen: Der Gestaltungsplan wird in den nächsten Tagen rechtskräftig, wie Markus Pfanner, Sprecher der Baudirektion, bestätigt. Die Einsprachefrist, die bis am 27. Dezember dauerte, ist ungenutzt verstrichen.

Sprengung wäre vermutlich zu gefährlich

Als Ersatz des Hochhauses wird in den kommenden Jahren ein lang gestreckter, zehnstöckiger Bettentrakt erstellt (sechs Stockwerke weniger als heute), an den rechtwinklig ein siebenstöckiger Eingangstrakt anschliesst. Damit der alte Turm während der Bauzeit weiter genutzt werden kann, wird um diesen herum gebaut. Erst nach der In­betriebnahme der neuen Gebäude im Jahr 2020 wird der alte Block abgerissen. Gesprengt werden kann er wohl nicht, weil die Neubauten in unmittelbarer Nähe platziert werden. Das offizielle Wording aus der Baudirektion: «Angesichts der sensiblen Umgebung wird ein sorgfältiger Rückbau geprüft.»

«Halten uns alle ­Möglichkeiten offen»

Noch ist es nicht so weit. Erst muss die Stadt im Rahmen ordentlicher Verfahren mehrere Baugesuche für die diversen Einzelprojekte bewilligen – erneut bestehen Rekursmöglichkeiten. Beim Kanton hofft man auf einen Baustart im Jahr 2017. Verschiedene Anwohner, und auch der Quartierverein Äusseres Lind und die IG Brauerquartier, haben einzelne Baurechtsentscheide verlangt, so ist zu erfahren, um ­rekursberechtigt zu sein. Man wolle sich alle Möglichkeiten offenhalten, sagt der Präsident des genannten Quartiervereins, Daniel Wehrli. Gewisse Bedenken der Anwohner habe der Kanton berücksichtigt, bilanziert er, andere seien übergangen worden.

Angesprochen ist das partizipative Verfahren, in dessen Rahmen letztes Jahr Änderungsvorschläge gemacht werden konnten. Von total 32 Einwendungen wurden elf vollständig und zwölf teilweise oder sinngemäss berücksichtigt, neun wurden zurückgewiesen. Die Kritik aus dem Quartier betrifft vor allem Verkehrsfragen. Beispielsweise wurden ein zusätzlicher Anschlusspunkt für Fusswege aufgenommen sowie die von Spitalangestellten und -besuchern genutzten Parkplätze in der Umgebung im Mobilitätsmonitoring berücksichtigt. Ab­gelehnt wurde eine von den Verkehrsverbänden angeregte Velo­ver­bindung durch den Spitalpark.

Abstrakter Gestaltungsplan, konkrete Baubewilligungen

Pro-Velo-Chef Kurt Egli spricht dennoch von «einem guten Prozess». Entscheidend werde sein, wie man die allgemeinen Vor­gaben des Gestaltungsplans in den Baubewilligungen umsetzt. «Hier wird es konkret: Wo steht der Pfosten? Wo muss man mit dem Velo durch?» All dies werde man zu gegebenem Zeitpunkt unter die ­Lupe nehmen. (Landbote)

(Erstellt: 05.01.2016, 21:46 Uhr)

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