Winterthur

Die Jahre des Provisoriums sind gezählt

Das Schulhaus Laubegg wird erweitert, damit es im boomenden Dättnau Platz gibt für 14 Primarklassen. Eine frühere Variante wurde verworfen,nun will man die neuen Schulräume hinter dem Haupttrakt anbauen. Die Container verschwinden.

Nicht sehr elegant: Das Provisorium beim Schulhaus im Dättnau verschwindet. Hinter dem Trakt links werden die neuen Schulzimmer angebaut.

Nicht sehr elegant: Das Provisorium beim Schulhaus im Dättnau verschwindet. Hinter dem Trakt links werden die neuen Schulzimmer angebaut. Bild: Donato Caspari

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2002 hatten das Dättnau und die Steig endlich ihr eigenes Schulhaus bekommen, doch schon bald war es wieder zu klein. Also wurde es 2012 mit einem Provisorium erweitert, einem nicht eben eleganten Containerbau. Dessen Baubewilligung läuft 2020 aus, deshalb ist die Stadt seit geraumer Zeit daran, neue Lösungen zu suchen. Umso mehr, als im Dättnau der Wohnungsbau und das Bevölkerungswachstum noch nicht zu Ende sind.

Gestern hat der Stadtrat nun sein Projekt für eine bauliche Erweiterung des Schulhauses Laubegg eingangs Dättnau vorgelegt. Und er hat sich (in Absprache mit Experten, Architekten und dem Quartierverein) für eine Lösung entschieden, die nicht dem entspricht, was vor einem Jahr zur Debatte stand. Damals hatte man einen hohen rechtwinkligen Anbau vor Augen, dort, wo heute das Provisorium steht. Nun haben die Architekten eine bessere Lösung gefunden — im Nordosten hinter dem bestehenden Trakt.

Geschickt und kostengünstig

An den langen Haupttrakt werden hinten drei dreistöckige Kuben angebaut. Darin ist Platz für fünf Klassenzimmer mit Gruppenräumen, für ein Handarbeits-, ein Lehrer- und ein Blockzeitenzimmer, für das Schulleiterbüro, einen Lagerraum und Toiletten. Rund 5,5 Millionen Franken wird diese Erweiterung kosten.

«Kreativität und Toleranz werden gefragt sein.» 

Es ist eine geschickte und relativ kostengünstige Lösung, die sich die Schneider Gmür Architekten AG ausgedacht hat. Zum einen braucht es keine neuen Korridore, die Kinder benutzen die bestehenden; alles was man baut, ist Nutzfläche, lange Wege gibt es nicht. Zum anderen bleiben die Ausrichtung und der Ausblick des ursprünglichen Projekts erhalten; es waren dieselben Architekten, die das Schulhaus geplant hatten.

Ein Lift, keine Kunst am Bau

Gleichzeitig mit der Medienmitteilung schaltete die Stadt gestern die Weisung an den Gemeinderat online. 4,64 Millionen beträgt der Kreditantrag, denn von den 5,5 Millionen Gesamtkosten zieht man bereits bewilligte Projektierungskredite ab, ebenso gebundene Kosten. Darunter fällt beispielsweise ein Personenlift, um das Schulhaus rollstuhlgängig zu machen.

«14 Klassen sind eigentlich zu viel für eine Turnhalle, aber zu wenig für eine zweite.»

Stadtrat Stefan Fritschi (FDP)

Für Kunst am Bau hat der Stadtrat kein Geld vorgesehen: Die Richtlinie dafür lasse es offen, ob bei Erweiterungsbauten ebenfalls Geld für Kunstwerke bereitzulegen sei. Das Kunstwerk beim Neubau von 2002 schuf damals Reto Boller: Er verteilte 14 Tonnen blaue Glasscherben auf dem Flachdach der Pausenhalle.

Turnhalle eventuell später

Kein Bestandteil des aktuellen Projekts ist eine zweite Turnhalle. Eine solche hat der Stadtrat in die Investitionsplanung für 2021/22 aufgenommen. Dies ist so quasi die Wunschliste, ohne dass irgendwas beschlossen wurde. Laut Stadtrat Stefan Frischi (FDP) rechnet man mit einer Turnhalle für zehn Klassen. Im Schulhaus Laubegg werden es künftig 14 Klassen sein – «zuviel für nur eine und zu wenig für zwei Turnhallen», sagt Fritschi und verschweigt nicht, dass dies nicht ideal sei: «Gerade eine Turnhalle kann eine integrative Wirkung in einem Quartier haben. Kreativität und Toleranz werden also gefragt sein.» Und zum Glück bestehe eine direkte Busverbindung vom Dättnau zu den Shuttle-Zone-Hallen im Tössfeld, welche die Stadt zeitweise zugemietet hat.

Fritschi argumentiert in der Frage einer zweiten Turnhalle aber auch politisch: «Wir lösen ein Problem eher, wenn wir es etappiert angehen. Und genau das geschieht nun im Dättnau.» Im Sommer 2019 sollen die neuen Schulzimmer fertig und bezugsbereit sein. Dann wird ernsthaft über die zweite Turnhalle geredet.

(Der Landbote)

Erstellt: 17.03.2017, 16:01 Uhr

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