Strafverfahren gegen Geschwisterpaar nach Syrien-Rückkehr eröffnet

Die beiden Geschwister aus Töss, die letzten Dezember nach Syrien reisten, sind gestern zurückgekehrt. Die Winterthurer Jugendanwaltschaft hat gegen sie ein Strafverfahren eröffnet.

Anhänger des Islamistischen Staates feiern in den Strassen von Raqqa in Syrien. In der Schweiz ist die Unterstützung des IS verboten.

Anhänger des Islamistischen Staates feiern in den Strassen von Raqqa in Syrien. In der Schweiz ist die Unterstützung des IS verboten.

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Die zwei minderjährigen Geschwister Edita und Visar aus Winterthur-Töss hatten die Schweiz im Dezember 2014 verlassen. Sie werden verdächtigt, nach Syrien gereist zu sein und dort den Islamischen Staat unterstützt zu haben. Nun sind die jetzt 16- Jährige und der 17-Jährige wieder in die Schweiz zurückgekehrt.

Gestern landeten die beiden von Istanbul her kommend in Zürich, wo sie sofort verhaftet wurden. Die Jugendanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen die Jugendlichen eröffnet. Nachdem eine Familienzusammenführung organisiert wurde, befinden sie sich nun bis auf Weiteres im Gewahrsam der Jugendanwaltschaft. Die psychische Verfassung der beiden ist unklar. Sie seien aber in guter gesundheitlicher Verfassung, wie die Jugendanwaltschaft mitteilt.

Geschwisterpaar aus Töss

Das Strafverfahren wurde aufgrund des Verdachts einer Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierung Al-Qaida und Islamischer Staat eröffnet, wie die Jugendanwaltschaft Winterthur heute meldete.

Das Geschwisterpaar Edita und Visar aus Töss waren 15 und 16 Jahre alt, als sie im Dezember 2014 wahrscheinlich über die Türkei nach Syrien gereist sind. Der Vater folgte ihnen und suchte ohne Erfolg nach seinen Kindern. Die beiden hielten sich vermutlich in Raqqa, der Hauptstadt des IS in Syrien auf.

Laufende Ermittlungen

In der Schweiz hatten beide die Moschee el-Furkan in Embrach besucht. Wegen ihrer radikalen Gesinnung bekamen sie dort aber Besuchsverbot. Visar war KV-Lehrling bei der Stadtverwaltung, Edita besuchte in Töss die Sekundarschule. Ihre Geschichte hat dazu beigetragen, dass sich die Winterthurer Schulen intensiver mit dem Problem der Radikalisierung beschäftigt haben.

Die Jugendanwaltschaft führt in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Zürich und dem Bundesamt für Polizei die notwendigen Ermittlungen und Abklärungen durch. Das Jugendstrafverfahren ist nicht öffentlich. Es gilt die Unschuldsvermutung. (landbote.ch)

(Erstellt: 30.12.2015, 14:57 Uhr)

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