ST. Moritz

«Wer wo siegt, bekommen wir eigentlich kaum mit»

An der Ski-WM sind auch elf Zivilschützer aus Winterthur im Einsatz. Nicht, um Schnee zu schaufeln, sondern als Shuttle-Service für die Medienleute aus aller Welt.

Winterthurer Zivilschützer leisten an der Ski-WM in St. Moritz Fahrdienst: Fabio Berta und Matthias Gubler (r.) vor ihrem Kleinbus.

Winterthurer Zivilschützer leisten an der Ski-WM in St. Moritz Fahrdienst: Fabio Berta und Matthias Gubler (r.) vor ihrem Kleinbus. Bild: zvg

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Herr Gubler, der «Super Sunday» mit der Damen- und Herrenabfahrt, war einer ihrer ersten Arbeitstage. Das Highlight?
Matthias Gubler:Zumindest der strengeste. Am Wochenende war extrem viel los. Der Verkehr staute sich teilweise ein wenig auf den Strassen und Plätzen und es kam zu kürzeren Wartezeiten. Einen echten Flaschenhals-Effekt gab es aber tags zuvor, als die Herren-Abfahrt wegen Nebel abgesagt wurde. Als dies offiziell bekannt gegeben wurde, wollten alle nur noch runter ins Dorf, Zuschauer, Helfer, Fahrer – und auch die Journalisten.

Medienleute von A nach B zu fahren, das ist Ihre Aufgabe?
Genau, wir sind ein Zug von 40 Zivilschützern aus dem Kanton Zürich, davon 11 aus Winterthur, die ihren Wiederholungskurs hier absolvieren. Wir sind mit bis zu 25 Kleinbussen unterwegs, mit denen wir zwischen Zentrum, Bahnhof und Mediencenter kursieren, ab 4 Uhr früh bis Mitternacht.

Welcher Journalist kommt so früh aus den Federn?
(lacht). Vielleicht die, die ihr Hotel zu spät gebucht haben? Am Morgen holen wir zuerst die in Silvaplana und Pontresina einquartierten Journalisten ab und bringen sie nach St. Moritz. Rushhour ist zwischen 9 und 11 Uhr, wenn alle zum Mediencenter beim Zielhang wollen…

«Dieser Zivilschutz-WK ist streng – meine Schicht dauert von 11 bis 0.30 Uhr –, aber macht extrem Spass.»

...dann werden in ihren Kleinbussen die Ellbogen ausgefahren?
Ab zehn Minuten Wartezeiten kommen vereinzelt erste Sprüche, aber alles im Rahmen. Meine Kollegen an der Front sind zufrieden. Es läuft etwas!

Und Sie?
Ich war bisher nur kurz als Fahrer unterwegs und koordiniere von der Einsatzleitzentrale aus die Shuttles, sehe wo es Engpässe gibt, welche Fahrer abgelöst werden müssen und dass die Schichten gut verteilt sind.

Wie sieht Ihre Kommandozentrale aus?
Bescheiden. Ich bin mit einem Laptop und Funkzentrale in einer alten Garage einquartiert. Aber es ist warm und hat eine Kaffeemaschine.

Und im Fernseher nebenan fiebern Sie bei den Rennen mit den Schweizer Fahrern mit?
Leider nein, von der WM und den Schweizer Medaillen bekommen ich praktisch nichts mit. Mit einer Ausnahme: Das einzige Mal als ich den Zielbereich betrat, fuhr gleich Mauro Caviezel bei seinem Bronze-Lauf in der Kombi ein. Dieser Zivilschutz-WK ist streng – meine Schicht dauert von 11 bis 0.30 Uhr –, aber macht extrem Spass, ich habe sehr viel gelernt. Und man spürte deutlich: Wir werden gebraucht!

*Matthias Gubler (24) ist Softwareentwicker und lebt und arbeitet in Winterthur. Beim Zivilschutz ist er «Leutnant Chef Lage» und zudem in der freiwilligen Feuerwehr.

(Der Landbote)

Erstellt: 15.02.2017, 17:13 Uhr

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