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Der Motocross-Tross macht halt in Niederwil

Morgen starten in Niederwil die Motocross-Motoren. An zwei Tagen kämpfen die besten Fahrer um Punkte, das SRF überträgt.

Letzte Vorbereitungen: Die Rennstrecke wird bewässert.
Letzte Vorbereitungen: Die Rennstrecke wird bewässert.
Robert Sdovc

Die Belgier Domi Schroyen und Martin Creyns vom Rennstall CreyMert Racing sind die ganze Nacht mit ihrem Lastwagen durchgefahren, von Genk nach Gachnang. «Etwa 600 Kilometer, es war nicht so weit», sagt Schroyen.

Nun stehen sie in der Warteschlange und wollen ihr Gefährt auf dem Areal der Frauenfelder Zuckerfabrik parkieren. Creyns putzt das Auto: «Das muss ich, sonst schickt mich Foxi gleich wieder weg zur Waschanlage.»

«Ein tolles Rennen»

Foxi, das ist der Franzose Yves Doriot. Weiter vorne weist er dutzende Lastwagen millimetergenau ein. «Seit 25 Jahren macht er das, bei jedem Rennen», sagt Foxis Assistent Jean-Jacques Mischler, genannt Jiji. Die Lastwagen bilden das sogenannte Paddock, das Fahrerlager.

«Bei Regen wird es schlammig.»

Für ein Gespräch hat der kleine, aber muskulöse Einweiser mit Sonnenhut keine Zeit. Im Minutentakt kommen neue Lastwagen, die er in die am Boden vorgesprayten Markierungen einweist.

Dann verwandelt sich der Lastwagen, dem Hollywood-Film Transformers nicht unähnlich, in eine Garage: Ein Zelt macht aus dem rund zwei Meter breiten Lastwagen eine gut zehn Meter breite Garage à circa 20 Meter Länge. Dort drinnen werden die Motocross-Töffs am Wochenende gereinigt, repariert, gewartet. Man spricht belgisch, englisch, französisch, italienisch, deutsch — ein bunter Sprachenmix.

Schroyen und Creyns, die beiden Belgier in der Warteschlange, mögen die Infrastruktur des einzigen Schweizer Motocross-Grand-Prixs. «Der Boden ist asphaltiert, an anderen Orten ist eine Wiese und bei Regen wird es schlammig.»

Dass der Grand-Prix für nächstes Jahr weder eine Bewilligung noch einen Vertrag mit den WM-Veranstaltern besitzt, wissen die beiden. «Es wäre sehr schade, ein tolles Rennen!», sagt Schroyen. Bis anfangs Dezember müssen die Veranstalter eine Lösung gefunden haben.

Publikum aus ganz Europa

Die meisten Fahrer treffen indes erst heute ein, erst am Samstag dürfen sie auf die Strecke. Weiter westlich, auf der Seite der Gemeinde Gachnang, vor den Toren Niederwils, befindet sich die provisorisch aufgebaute Rennstrecke Schweizer Zucker.

«Wir erwarten an den beiden Renntagen rund 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauer»

Noch fahren keine knatternden Zweiräder darauf rum, sondern baggernde Raupenfahrzeuge. Das Team um den Trülliker Gartenbauer Martin Ruff verpasst der Strecke den letzten Schliff. Heute Nachmittag wird die Strecke dann von den WM-Promotern Youthstream abgenommen. Und noch einmal bewässert, damit bei den Rennen nicht zu viel Staub aufwirbelt.

Die Tribünen im Norden und Westen der Strecke stehen bereits. «Wir erwarten an den beiden Renntagen rund 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauer», sagt Sprecher Martin Zinser. Das würde den Besucherzahlen des Vorjahres entsprechen. «Der Vorverkauf ist dieses Jahr zwar etwas schlechter gelaufen, aber wir hoffen auf das super Wetter und spontane Besucher.».

Für die Motocross-Fans haben die Veranstalter einen halbstündigen Shuttle-Bus ab dem Bahnhof Frauenfeld organisiert. Wer mit dem Auto anreist, kann auf einem der 5000 Parkplätze in der Nähe der Autobahn parkieren.

Zwei Campingplätze sind zudem für die Fans von ausserhalb eingerichtet worden. Das SRF überträgt die Rennen der WM-Klasse am Sonntagnachmittag während mehr als drei Stunden. In der höchsten Klasse wird auch der Bülacher Jeremy Seewer starten.

Erstmals wollen die Veranstalter eine schwarze Null erreichen. Die Kosten sind von 1,4 auf 1,2 Millionen Franken gesenkt worden. 2016 resultierte ein Minus von 450 000 Franken, 2017 stand in der Schlussabrechnung eine rote Viertelmillion Franken.

So laut, dreckig und spektakulär war die Gachnanger Motocross-WM letztes Jahr.

In den Trainings wird um die beste Startposition gekämpft.
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Madeleine Schoder
Hügel für Hügel nehmen die Fahrer mit ihren Bikes...
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Madeleine Schoder
Insider wissen, was zur Ausstattung gehört, wenn man sich ein Rennen ansieht: Ein Klappstuhl.
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Madeleine Schoder
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