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Aus der Bildersammlung der Winterthurer BibliothekenAlternativer Wintersport

Der Fassdaubenclub Neuburg-Wülflingen organisiert heute noch Rennen. Bewertet wird auch die Originalität.

Fassdaubenrennen in Neuburg, Winter 1986. Eines von über 60’000 Bildern, die im Online-Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken frei betrachtet werden können.
Fassdaubenrennen in Neuburg, Winter 1986. Eines von über 60’000 Bildern, die im Online-Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken frei betrachtet werden können.
Foto: Heinz Diener, bildarchiv.winterthur.ch

Wer weiss, vielleicht bringt das neue Jahr wieder einmal Schnee bis in die Niederungen. Und wer weiss, vielleicht findet dieses Jahr das traditionelle Fassdaubenrennen des Fassdaubenclubs Neuburg-Wülflingen wieder einmal in Neuburg statt.

Den Club gibt es nämlich heute noch. Aber mangels Schnee wird das jährliche Rennen seit 1991 in Wildhaus durchgeführt. Gegründet wurde der Fassdaubenclub Neuburg-Wülflingen 1953 mit dem Zweck, «alte Sitten und Bräuche zu fördern, wobei das Fassdaubenrennen hervorgehoben sei», so steht es in den Statuten. Damals waren Holzfässer noch gang und gäbe. Heute sind die meisten Fässer aus Metall und die Fassdauben eine gesuchte Rarität. Bis ins Waadtland sind Mitglieder des hiesigen Fassdaubenclubs schon gefahren, um sich noch ursprüngliche Eichenfässer zu besorgen.

Denn echte Fassdauben sind für die Teilnahme am Rennen Pflicht, ebenso wie das Tragen von Militärstiefeln oder Wanderschuhen und die einfache Bindung aus Lederriemen. Dem Material entsprechend ist auch der Fahrstil mit Fassdauben an den Füssen eher eigenartig. So wurden beim Rennen von 1986 nicht bei allen Fahrer*innen nur die sportliche Leistung bewertet, sondern auch die Originalität. Und es konnte schon mal vorkommen, dass ein*e Athlet*in für den 400 Meter langen Riesenslalom mehr als zwei Minuten brauchte, während andere es in 20 Sekunden schafften.

Aber egal, beim Fassdaubenrennen geht es nicht primär um die Geschwindigkeit, im Vordergrund steht das Spektakel!