Zum Hauptinhalt springen

Antike Waffen, Steampunker und viele Geschichten

«Waffen einmal anders» lautet das Motto der historischen Militariamesse, die am Samstag, 22. Oktober, in der Chliriethalle in Oberglatt stattfindet. Zu den Ausstellern gehört auch der Waffenfachmann und Sammler Adolf Kellenberger aus Bassersdorf mit seinen Raritäten.

Adolf Kellenberger?präsentiert die Steampunk-Blankwaffe stilgemäss. Diese besteht aus einem alten Bajonett, aus Teilen einer Bratpfanne, Autobestandteilen sowie einer Messuhr.
Adolf Kellenberger?präsentiert die Steampunk-Blankwaffe stilgemäss. Diese besteht aus einem alten Bajonett, aus Teilen einer Bratpfanne, Autobestandteilen sowie einer Messuhr.
Sibylle Meier

Der kommende Samstag wird für die Szene der Militariasammler und Steampunker ein besonderer Tag sein. Dann zeigt die «Gesellschaft Waffen und Militaria» nämlich einen Tag lang in einer Sonderschau «Waffen einmal anders». Präsentiert werden ausschliesslich Schweizer Ordonnanzwaffen, die entweder abgeändert oder mit Zubehör versehen sind und mit denen Soldaten nur im Dienst zu tun hatten. Viele Blicke dürften wohl zwei sogenannte Steampunk- «Waffen» auf sich ziehen. Der Bau dieser Fantasiegeräte setzt Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick voraraus.

Zukunft trifft Vergangenheit

Ursprünglich stammt der Begriff Steampunk aus der Literatur und trat in den 1980 Jahren das erste Mal in Erscheinung. Charakteristisch dafür ist die Verknüpfung von Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters mit zukunftsweisenden technischen Funktionen: Zukunft trifft Vergangenheit. Elemente des Steampunks sind dampf- und zahnradgetriebene Mechanik, viktorianischer Kleidungsstil, die damals vorherrschenden Werte sowie eine grosszügige Portion Abenteuerromantik.

Ein Mann, der sich mit der Materie auskennt, ist Adolf Kellenberger. Nach eigenen Angaben ist der Bassersdorfer zwar ein Neuling in der Steampunk-Szene. Aber bereits seit vielen Jahren befasst er sich beruflich und aus persönlichem Interesse mit Geschichte und Waffen aller Gattungen. In einer gut gehüteten Waffenkammer bewahrt er eine umfangreiche Sammlung an Gewehren, Schwertern, Messern und Uniformteilen auf. Ebenso sind rund tausend Bücher gelagert, die er alle gelesen hat. Hört man seinen Erzählungen zu, glaubt man ihm sofort. Zu jedem Stück kennt der 76-Jährige die technischen Details oder eine Anekdote. Er ist ebenso Verfasser eines rund hundert Seiten starken Lexikons, in dem er für den Laien Begriffe vom Achener Krieg im Jahre 1668 bis hin zum Begriff Zunft erklärt. Auch zu seiner jüngsten Leidenschaft, dem Steampunk, weiss er zu berichten.

Der Verantwortung bewusst

Sammler wie Adolf Kellenberger betonen, dass sie dieses oder jenes Gewehr in Ehren aufbewahren, weil sie es seinerzeit vom Vater oder Grossvater bekommen haben. Dies ist auch Sinn und Zweck der Präsentation, die antiken Stücke der Öffentlichkeit zu zeigen und den Sammlern eine Plattform zu bieten.

Rund dreissig teils internationale Aussteller werden am Samstag eine Auswahl militärhistorischer Antiquitäten wie Orden, Effekten, Uniformen, Literatur und Ausrüstungsgegenstände zeigen und sprechen damit vor allem die Leute aus ihrer Szene an. «Die Sammmlerbörse ist grundsätzlich für jedermann offen und bietet einen höchst informativen Querschnitt davon, was gesammelt wird», sagt Kellenberger. Wer sich Zeit nimmt, wird von Adolf Kellenberger bestimmt auch die eine oder andere Geschichte in Erfahrung bringenkönnen, beispielsweise wie er zur Waffe gekommen ist, oder kann mit ihm über technische Raffinessen diskutieren.

Werbung und politische Propaganda sind in der Chliriethalle weder erlaubt noch erwünscht. Verboten ist auch Gegenstände aus der deutschen Wehrmachtszeit zu zeigen. «Wir sind Menschen, die eine Affinität zu Waffen und Geschichte pflegen und dieser Verantwortung sind wir uns absolut bewusst», hält Kellenberger fest.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch