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Reformation in WinterthurArm und ein Bleischild um den Hals

Das erste Buch zur Reformation in Winterthur bringt zwar keine neuen Erkenntnisse, zeichnet aber ein lebendiges und eindrückliches Bild dieser Zeit.

Eine kleinere Landstadt: Winterthur um 1648, mit Blick in Richtung Süden.
Eine kleinere Landstadt: Winterthur um 1648, mit Blick in Richtung Süden.
Foto: Museum Lindengut, Winterthur

Im Mittelalter hatte sich die Kirche um die Armen gekümmert. Mit der Reformation übernahm die Stadt diese Aufgabe. Und formulierte sogleich ein ehrgeiziges Ziel, dass nämlich künftig «enkein Armer under uns sin soll», wie es in der «Armenordnung» von 1525 heisst: dass es also in der Stadt keine Armen mehr geben soll.

Das Betteln auf der Strasse war nun verboten. Einheimische Almosenempfänger wurden gekennzeichnet, sie mussten ein Bleischild mit dem Stadtwappen oder einem Sinnspruch gut sichtbar um den Hals tragen, in der Art einer Halskette, und sie durften kein Wirtshaus betreten; auswärtige Bedürftige wurden verpflegt und anschliessend weggeschickt. «Unverkennbar trug die neue Armenpolitik stark moralisierende und polizeiliche Züge», schreibt Peter Niederhäuser in «Winterthur im Wandel», dem ersten Buch zur Reformation in Winterthur.

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