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Schwierige AufstiegsmissionAuf den HSV ist Verlass

Konsequent wie im Vorjahr scheint der Hamburger SV seine Aufstiegschancen zu verspielen: Nach dem 1:2 in Heidenheim ist fremde Hilfe nötig.

Enttäuschte Hamburg-Spieler nach der 1:2-Niederlage gegen Heidenheim.
Enttäuschte Hamburg-Spieler nach der 1:2-Niederlage gegen Heidenheim.
Getty Images

Der Hamburger SV ist in dieser Saison wieder eine Mannschaft der grossen Unwägbarkeiten, das war in Fussballdeutschland schon lange die gängige Erzählung. Einige Szenekenner müssen sich nun aber revidieren, spätestens nach diesem Sonntagnachmittag in der 50’000-Einwohnerstadt Heidenheim an der Brenz, der die Hamburger Aufstiegsträume entscheidend zertrümmert haben könnte. Auf den HSV ist Verlass. Aber nur wenn es darum geht, die eigenen Saisonziele konstant und immer wieder selbst zu torpedieren.

Wo soll man anfangen? Zum wiederholten Male – die HSV-Fans dürften inzwischen aufgehört haben zu zählen – verspielte ihr Club eine Führung, zum wiederholten Male kassierte ihr Club in der Nachspielzeit den entscheidenden Gegentreffer, zum wiederholten Male konnte oder wollte die Ereignisse auf dem Feld keiner der Beteiligten schlüssig erklären. Am Ende stand es 2:1 für den 1. FC Heidenheim, der sich mit diesem Heimsieg sogar vorbei auf den Relegationsplatz geschoben hat, mit zwei Punkten Vorsprung und der Magie des Moments im Rücken. Weil parallel der Aufstiegskonkurrent VfB Stuttgart den 1. FC Nürnberg auswärts mit 6:0 aus dem Stadion fegte und seinen Vorsprung damit auf vier Punkte ausbauen konnte, hat der HSV nichts mehr selbst in der Hand. Derweil der VfB nach Arminia Bielefeld fast sicher in die erste Liga hoch geht.

Auf fremde Hilfe angewiesen

Von jener Arminia und deren Leidenschaften im finalen Saisonkick gegen Heidenheim ist der HSV nun abhängig. Reicht es doch noch wenigstens zum Relegationsduell gegen die Erstligisten Düsseldorf oder Bremen? «Wir hoffen, dass die Arminia am letzten Spieltag noch einmal alles raushaut», sagte HSV-Trainer Dieter Hecking. Er fügte hinzu: «Klar, so ein Spielverlauf macht keine Freude. Aber eine kleine Chance ist noch da.» Nur bei einem Arminia-Sieg hat der HSV die Chance auf Relegationsplatz drei, Voraussetzung ist ein eigener Heimsieg gegen den SV Sandhausen. Aber zunächst werden die Hamburger das erneute Drama verarbeiten müssen. Es lief längst die Nachspielzeit, Heidenheims Schnatterer erlief noch mal einen Ball und knallte ihn diagonal in den Strafraum. Dort legte Schimmer quer zum ebenfalls eingewechselten Kerschbaumer – und der Joker traf durch die Beine von HSV-Mann Jung zum wegweisenden Siegtor.

Tim Leibold hat mit dem HSV schwierige Zeiten vor sich.
Tim Leibold hat mit dem HSV schwierige Zeiten vor sich.
Getty Images

Wenn man jetzt also irgendwo anfangen möchte, dann am besten mit dem Blitzstart des HSV in die zweite Hälfte. Keine 20 Sekunden war es her, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie wieder angepfiffen hatte, da nahm sich der Finne Joel Pohjanpalo eine Kopfballverlängerung mit in den Lauf, mit Tempo ging's vorbei an einem Heidenheimer Verteidiger, der finnische Stürmer streckte die Schulter raus und knallte den Ball ins linke Toreck. Das 1:0 für den HSV sah nach dem nötigen Willen und nach der nötigen Effizienz aus, die man in solchen Duellen benötigt.

In der ersten Hälfte hatte der HSV immerhin optisch dominiert, doch hinter den kleinen Chancen war keine grössere Idee zu erkennen, es waren Möglichkeiten, die sich nun einmal ergeben, wenn eine individuell überlegene Mannschaft gegen einen Gegner spielt, der auf Konter lauert. Und genau das tat der HSV nach Pohjanpalos Tor dann selbst – er zog sich zurück. Nach chaotischem Gewühl im HSV-Strafraum bekam Verteidiger Jordan Beyer den Ball ans Bein geschossen, von dort sprang dieser zum 1:1 (80.) ins Netz. Von da an taumelten die Hamburger – wie schon in Fürth (2:2), in Stuttgart (2:3), gegen Kiel (3:3) – und fielen am Ende wieder um.