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Entscheid der ParteileitungAus CVP soll die «Die Mitte» werden

Die Parteispitze der Christlichdemokratischen Volkspartei schlägt einen neuen Namen vor. Auch das Logo steht schon bereit.

CVP soll künftig «Die Mitte» heissen
Video: SDA

Die Parteileitung der CVP Schweiz schlägt ihren Mitgliedern vor, die Partei in «Die Mitte» umzutaufen. Das Logo soll eine orange Klammer sein.

Die Mitte, Le Centre, Allianza dal Center, Alleanza del Centro: Nachdem bereits die Bundeshausfraktion bestehend aus CVP, EVP und BDP in Mitte-Fraktion umbenannt worden ist, soll auch die CVP Schweiz künftig «Die Mitte» heissen.

Unter den neuen Namen setzt die Partei im Logo die Begriffe Freiheit, Solidarität und Verantwortung. Für diese drei Werte stehe die Partei, sagte Präsident Gerhard Pfister am Freitag vor den Bundeshausmedien. Die orange Klammer im Logo halte zusammen, was zusammen gehöre.

Die CVP wolle sich für neue Wählerinnen und Wähler öffnen, die von einer Konsenspolitik überzeugt seien. «In einer Zeit, in der extreme Positionen zunehmen, geht es darum, die Mitte zu stärken», sagte Pfister. Seit Jahren verliert die CVP Wähler. 1995 lag der Wähleranteil bei 16,8 Prozent, bei den letzten Wahlen bei 11,4 Prozent.

Urabstimmung entscheidet

Vizepräsidentin Ida Glanzmann sprach von einem «historischen Tag». Erstmals werde es unter allen Mitgliedern der CVP Schweiz eine Urabstimmung geben. Diese werden über die Namensänderung per brieflicher Abstimmung entscheiden können. Mit dem Resultat rechne die CVP Ende Oktober, sagte Glanzmann. Danach müsste auch noch die Delegiertenversammlung dem neuen Namen zustimmen.

Neuer Name, neues Image: Parteipräsident Gerhard Pfister erhofft sich Impulse.
Neuer Name, neues Image: Parteipräsident Gerhard Pfister erhofft sich Impulse.
Foto: Peter Schneider (Keystone/Archiv)

Rechtlich bezieht sich die Urabstimmung ausschliesslich auf die nationale Partei. Die Kantonalparteien sind frei, den Namen zu übernehmen oder an CVP festzuhalten. Die nationale Parteileitung legt den Kantonalparteien allerdings nahe, in den nächsten vier Jahren den Namenswechsel zu vollziehen, sollte die Urabstimmung positiv ausfallen.

Mit BDP abgesprochen

Die BDP habe sich mit dem neuen Namen einverstanden erklärt, sagte Pfister auf die Frage eines Journalisten. Die CVP hatte Anfang Mai mit der BDP offizielle Gespräche zur möglichen Bildung einer neuen Partei aufgenommen. Ein Entscheid über eine Fusion soll bis spätestens Ende Jahr fallen.

Am Samstag findet die Delegiertenversammlung der CVP Schweiz statt. Die Namensänderung ist dabei kein Traktandum, dürfte unter den Delegierten aber trotzdem für Gesprächsstoff sorgen.

SDA/fal

70 Kommentare
    Sacha Meier

    All die profillosen Windfahnenkleinparteien der Scheinmitte, wie FDP, CVP, GLP, EVP und BDP sind eigentlich so überflüssig, wie ein Furunkel am Gesäss in unserer modernen, postindustriellen, polarisierten und lobbyistisch durchmetastasierten westlichen Welt. Mehr als ein, bis zwei grosse Parteien braucht heute wirklich niemand mehr. Das beweisen etwa China, oder die USA. Probleme durch politischen Diskurs lösen kann heute keine westliche Partei mehr. Eben wegen der übergeordneten Befehlsgewalt der Lobbykativen und den dahinter stehenden finanziellen Interessen unserer Geldelite. Bestenfalls können Parteien neue Probleme schaffen und bestehende bewirtschaften. Das können auch unsere beiden Platzhirsch-Parteien, die SVP und die SP (samt ihrem angehängten Grüngut) auch alleine.