«Adieu et merci, Monsieur Chirac»

Bill Clinton, Wladimir Putin, Guy Parmelin: Zur Beerdigung von Jacques Chirat kamen zahlreiche internationale Gäste nach Paris.

Am Montag fand das Begräbnis des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac statt. Emmanuel Macron während einer militärischen Trauerfeier in Paris. (30. September 2019) Bild: Philippe Wojazer/Maxppp/EPA

Am Montag fand das Begräbnis des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac statt. Emmanuel Macron während einer militärischen Trauerfeier in Paris. (30. September 2019) Bild: Philippe Wojazer/Maxppp/EPA

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Frankreich hat mit einer riesigen Trauerfeier von seinem ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac Abschied genommen. Polit-Prominenz aus Frankreich und aller Welt erwies dem Franzosen am Montag in der Pariser Kathedrale Saint-Sulpice die letzte Ehre.

Mit den Worten «Adieu et merci, Monsieur Chirac» verabschiedete sich Erzbischof Michel Aupetit während seiner Predigt von dem im Alter von 86 Jahren gestorbenen Chirac. Zum ersten Mal seit der schrecklichen Brandkatastrophe im April wurde die Glocke von Notre-Dame wieder geläutet. Den ganzen Montag über herrschte in Frankreich Staatstrauer.

Internationale Prominenz in Paris: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte begrüssen den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton im Elysee-Palast. (30. September 2019) Bild: Kamil Zihnioglu/AP

Zu der grossen Trauerfeier kamen zahlreiche internationale Gäste, darunter Bill Clinton, Kremlchef Wladimir Putin, Monacos Fürst Albert II., Bundesrat Guy Parmelin, der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Afghanistans Ex-Präsident Hamid Karzai, Libanons Regierungschef Saad Hariri, Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani oder Luxemburgs Grossherzog Henri. Chirac war vergangenen Donnerstag gestorben.

Witwe angeschlagen

Auch die französischen Ex-Präsidenten François Hollande, Nicolas Sarkozy und Valéry Giscard d'Estaing erwiesen Chirac die letzte Ehre. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte waren ebenfalls in der Kirche, so wie auch zahlreiche Persönlichkeiten aus der französischen Politik und Gesellschaft.

Der Trauerzug vor dem Grand Palais in Paris. (30. September 2019) Bild: Thibault Camus/AP

Auffällig war das Fehlen von Chiracs Witwe Bernadette. Medien berichteten, dass sie dem Gottesdienst aus gesundheitlichen Gründen fernblieb. Ebenfalls nicht in Paris war EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker – er war laut Élysée erwartet worden. Die Europäische Kommission gab auf Nachfrage keinen Grund für die Abwesenheit an und wollte mögliche gesundheitliche Gründe nicht bestätigen.

Tausende trauern

Erzbischof Aupetit würdigte Chirac in seiner Predigt als einen «warmherzigen Mann», der eine wahre Liebe für die Menschen gehabt habe. Er habe sich in den Räumen des Élysée genauso wohl gefühlt wie auf Landwirtschaftsmessen. Der Sarg Chiracs wurde Berichten zufolge von Chiracs ehemaligen Leibwächtern in die Kirche und wieder hinaus getragen. Saint-Sulpice ist nach Notre-Dame die zweitgrösste Kirche von Paris, Chirac wohnte unweit der Kathedrale.

Am Morgen hatte sich Macron in der Pariser Kathedrale Saint-Louis-des-Invalides bei einer militärischen Zeremonie von Chirac verabschiedet. In der Kirche am Invalidendom konnten die Franzosen am Sonntag persönlich am Sarg von ihrem ehemaligen Präsidenten Abschied nehmen. Bis in die Nacht bildeten sich hunderte Meter lange Schlangen, Tausende Menschen kamen.

Der Sarg des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac wurde am Sonntag in einem Konvoi zum Pariser Invalidendom gefahren. (29. September 2019) Video: Tamedia

Bildstrecke:

(oli/sda)

Erstellt: 30.09.2019, 17:19 Uhr

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